Der Ursprung
Gebäudeserie: IA
Jeder von uns kann sich sicher noch
an sein erstes Semester an der Ruhr-Uni erinnern. Wer
hat sich anfangs nicht in den Kellerräumen verirrt
und verzweifelt einen Ausgang gesucht? Wieso liegt der
mal auf 02 und mal auf 01? Und warum gibt es nicht überall
eine Cafeteria? RUBENS liefert die Antworten –
diesmal zum Gebäude IA.
Wenn man durch die Drehtür auf Ebene 0/Süd
ins Gebäude IA gelangt, fällt einem sofort
die Ruhe auf – kein Vergleich zum Gewusel in GA
oder MA, wo man ja gleich in die Cafeteria stolpert.
Im IA gibt es keine Cafeteria, in der gesamten I-Reihe
gibt es nur die eine in IB, die sich die drei Ingenieurwissenschaftlichen
Fakultäten (Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik
& Informationstechnik) teilen.
Das macht aber nichts, denn von Massenuni ist hier wie
gesagt nichts zu spüren. Obwohl die Anfängerzahlen
zuletzt wieder erfreulich gestiegen sind, ist die Gesamtzahl
der Studierenden in den Ingenieurfächern vergleichsweise
überschaubar. Im IA sitzen die Bauingenieure, rund
940 Studierende waren im Wintersemester 2004/05 eingeschrieben
und nutzten das Gebäude. Zum gleichen Zeitpunkt
gab es beispielsweise rund 6.000 Philologiestudierende,
die das Gebäude GB bevölkerten.
Sofas und Sessel
Aber zurück zur Ebene 0, wo man zunächst
in einem kleinen Foyer mit rotem Getränkeautomaten
landet. Geradeaus führt ein schmaler Gang zu den
Räumen der Arbeitsgruppe Aerodynamik und Strömungsmechanik
im Bauwesen und zu den Zeichensälen; im Gang selbst
sind z. B. das Büro des Masterprogramms Computational
Engineering sowie das Projektbüro Bauen & Umwelt
untergebracht – zwei der Markenzeichen der Fakultät.
Rechts vom Foyer liegen das Treppenhaus und der Fahrstuhltrakt
(es geht zwei Etagen nach unten und sechs nach oben)
und dann folgt der sog. KOMM-Raum. Dort können
es sich die Studierenden auf Sofas und Sesseln gemütlich
machen, um zu kommunizieren; für Spiel und Spaß
sorgen ein Kicker und ein Flipper. Neben dem KOMM-Raum
hat die Fachschaft Bauingenieurwesen ihr Büro.
Die anderen Etagen gehören weitgehend den drei
Instituten der Fakultät (Konstruktiver Ingenieurbau,
Grundbau, Wasser- und Verkehrswesen sowie Mechanik)
und den einzelnen Lehrstühlen mit ihren Büros
und Experimentierräumen. In der 5. Etage schlägt
das administrative Herz der Fakultät, hier sind
Dekanat und Prüfungsamt untergebracht, inklusive
Praktikantenamt und Studienberatung.
Gegenüber von IA (Nordstraße) liegt im Gebäude
IAN die große Versuchshalle, die in erster Linie
vom Bereich Konstruktiver Ingenieurbau genutzt wird.
Die Ingenieure untersuchen hier an sehr großen
Versuchsmaschinen die Zuverlässigkeit und Sicherheit
von Konstruktionen und Bauteilen unter wirklichkeitsnahen
statischen und dynamischen Belastungen.
Gehäuseflachschieber auf der Wiese
Während die Versuchshalle erst Anfang der 80er-Jahre
gebaut wurde, zählt das IA (neben dem Nachbarn
IB) zum Ursprung des Campus. Die Bauarbeiter legten
im Januar 1964 erstmals Hand an, zur Aufnahme des Lehrbetriebs
an der Ruhr-Uni am 2. November 1965 war das Gebäude
längst fertig.
Damals beheimatete es allerdings noch nicht die Ingenieure,
sondern vorzugsweise Geisteswissenschaftler sowie ein
paar Naturwissenschaftler. Der Lehrbetrieb bei den Ingenieuren
startete erst im Wintersemester 1968/69, zu diesem Zeitpunkt
waren die Gebäude der G-Reihe fertig, sodass die
Geisteswissenschaftler dorthin umziehen konnten. Die
Ingenieure (außer Elektrotechniker) operierten
in den ersten Jahren noch gemeinsam als Fachbereich
Konstruktiver Ingenieurbau, erst 1973 folgte die Trennung
in die Fakultäten für Maschinenbau bzw. Bauingenieurwesen.
Allerdings sind die Maschinenbauer auch heute noch mit
drei Lehrstühlen im Gebäude der Bauingenieure
vertreten. Das verrät eine große Tafel im
Foyer des Gebäudezugangs im Norden (Ebene 02).
Doch nicht die Tafel soll der erste Blickfang im Foyer
sein, sondern die beiden Großbilder (2,15 x 5
m) des Recklinghauser Künstlers Many Szejstecki.
Sie zeigen typische Ruhrgebiets-Szenenieren mit hohem
Technikanteil. Die Fakultät für Bauingenieurwesen
hat die Bilder im Dezember 2003 anbringen lassen.
Etwas älter ist das eigentliche Wahrzeichen des
Gebäudes, das vor dem Nordeingang auf der Wiese
steht: ein ausgemusterter Gehäuseflachschieber
der Möhnetalsperre, der auf den ersten Blick an
eine große Glocke erinnert. Viele Tonnen schwer
ist der Schieber, gewiss über vier Meter hoch und
blau, wie die Farbe der Bochumer Ingenieurwissenschaften,
allerdings hier und dort mit unverkennbarer Patina.
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