Unerwünschte
Besucher
Einbrüche an der RUB haben zugenommen – so
schützen Sie sich!
Die Diebe kommen meist nachts und nehmen Flachbildschirme,
Rechner und andere wertvolle Elektrogeräte mit:
Die Zahl der Einbrüche an der Ruhr-Uni hat in den
letzten Monaten stark zugenommen. Jetzt hat die Uni
reagiert und plant weitere umfassende Maßnahmen
gegen diese Entwicklung.
Für Viele eine echte Horrorvorstellung: Man kommt
morgens ins Büro, sieht, dass das Fenster eingeschlagen
ist, überall liegen Scherben und Splitter herum.
Doch das Schlimmste: Monitor und Rechner fehlen, wichtige
Daten und Forschungsergebnisse sind hoffnungslos verloren.
Immer mehr Mitarbeiter der Ruhr-Uni müssen diese
unschöne Entdeckung machen. Die Zahl der Einbrüche
stieg in den letzten fünf Jahren von 13 auf 82.
Wer dahinter steckt, ist in vielen Fällen unklar.
„Bei Diebstählen, die im großen Rahmen
durchgeführt werden, gehen wir von Bandenkriminalität
aus. Andere Delikte könnten in den Bereich der
Beschaffungskriminalität fallen oder als spontane
Aktionen auf das Konto von Laien gehen“, sagt
Kanzler-Vertreter Enno Kruse. Einige Täter konnten
bereits durch die Polizei ermittelt und inhaftiert werden.
Die Unübersichtlichkeit und die Anonymität
in dem riesigen Gebäudekomplex scheinen den Dieben
eine gewisse Sicherheit zu vermitteln, so dass sie auch
vor Lärm und langen „Einsatzzeiten“
nicht zurückschrecken. Betroffen sind vor allem
ebenerdige Büros, aber auch die Bibliothek und
ein Schrank voller Mikroskope bei den Biologen waren
schon Ziele unerwünschter „Besucher“.
Das Hauptaugenmerk der Diebe liegt auf neuwertigen Elektronikgeräten.
Moderne Flachbildschirme stehen ganz oben auf ihrer
Beliebtheitsskala, gefolgt von Rechnern, Notebooks,
Fernsehern und Beamern. Der Sachschaden belief sich
alleine 2005 auf 500.000 bis 600.000 Euro (inkl. Bruchschäden
und dadurch anfallende Arbeitsstunden).
Datenverluste und Verunsicherung
Oft noch schwerer wiegt der immaterielle Verlust: Gehen
Daten und Ergebnisse verloren, ist deren Wiederbeschaffung
(wenn überhaupt) nur mit großem Zeitaufwand
möglich, was sich letztlich auch finanziell niederschlägt.
Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Wirkung,
die diese Einbrüche auf die Mitarbeiter selbst
haben. Prof. Gregor Schöner, Leiter des Instituts
für Neuroinformatik, weiß dies aus eigener
Erfahrung. Zweimal hintereinander wurde in seiner Abteilung
eingebrochen, fünf Büros waren betroffen.
„Viele Mitarbeiter sind verunsichert durch diese
regelrechte Belagerung, durch das Gefühl des Ausgeliefertseins.
Man weiß gar nicht mehr, wie man sich schützen
soll.“ Auch die Angst vor körperlicher Gewalt
wächst: „Eine meiner Mitarbeiterinnen möchte
nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit durch das Gebäude
laufen. Ein Kollege, der bereits einmal Einbrecher überrascht
hat und viel in den Abendstunden arbeitet, hat jetzt
ein mulmiges Gefühl dabei.“
Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, hat die Uni im
vergangenen Jahr die Projektgruppe Diebstahl gegründet,
zu der neben Verwaltungsangestellten auch der Umweltpsychologe
Prof. Rainer Guski und der Kriminologe Prof. Thomas
Feltes gehören. Gemeinsam entwickelten sie ein
umfassendes Sicherheitskonzept und planen eine Kampagne,
die Mitarbeiter dazu aufrufen soll, sich auch selbst
besser zu schützen.
„Ganz wichtig ist es zum Beispiel, immer die Tür
zu verschließen, wenn man einen Raum verlässt.
Selbst wenn man nach wenigen Minuten wiederkommt. Abends
sollten zudem die Jalousien zugezogen werden. So können
die Einbrecher von draußen nicht sehen, welches
potentielle Diebesgut sich im Raum befindet“,
erklärt Rainer Guski.
Um das Aufbrechen von Türen zu erschweren, können
diese mit stabilen Schutzrosetten ausgestattet werden.
Zur Sicherung von Rechnern, Monitoren und Notebooks
stellt die Uni spezielle Schlösser zur Verfügung;
Elektrogeräte sollten außerdem mit einer
Lasergravur versehen werden (s. „Tipps“).
Kosten, die für Türrosetten, Schlösser
oder Gravur anfallen, müssen von den einzelnen
Fakultäten getragen werden. Anders sieht es aus
mit sog. Einbruchhemmenden Sicherheitsfolien, die bereits
teilweise verwendet werden und mit denen bald alle Fenster
in Erdgeschossen beklebt werden sollen.
Zugang erschweren
Die Uni will zudem den Zugang für Unbefugte erschweren.
An Wochenenden könnte z. B. nur noch eine der Parkplatzschranken
in Betrieb sein, die dann per Videokamera beobachtet
wird. Das gleiche gilt für die Gebäudezugänge.
Diese könnten zudem bald elektronisch gesichert
werden, d. h., sie werden außerhalb der Öffnungszeiten
zentral verriegelt und sind dann nur mit einer Chipkarte
zu öffnen. Die Uni-Leitung überlegt außerdem,
generell mehr Videoüberwachung einzusetzen. „Wir
wollen aus dem Campus keinen Hochsicherheitstrakt machen.
Das ginge auch gar nicht, zumal Studenten und Mitarbeiter
ja ungehindert arbeiten sollen und dazu auch Zugang
zu verschiedenen Gebäudeteilen haben müssen.
Trotzdem müssen die Kontrollen verstärkt und
die Aufmerksamkeit aller erhöht werden“,
so Guski.
Sollte man doch einmal Opfer eines Einbruchs werden,
gilt Folgendes: „Rufen Sie auf jeden Fall die
Leitwarte an. Sie informiert die Polizei“, sagt
Johannes Schevel, Leiter des Technischen Hochschulbetriebs
(Dezernat 5).
Ein Gespräch zwischen Uni-Leitung, hochrangigen
Vertretern der Polizei und Mitgliedern der Projektgruppe
Diebstahl fand am 31. Januar statt. Dabei wurde das
bestehende Sicherheitskonzept eingehend betrachtet und
überlegt, wie Polizei und Uni Strafverfolgung und
Strafvereitelung noch besser miteinander koordinieren
können. „Wir planen zum Beispiel, zusammen
mit der Polizei verstärkt spontane Kontrollen auf
dem Campus durchzuführen“, erklärt Enno
Kruse.
Infos:
www.uv.rub.de/dezernat5. Wie die Situation sich
entwickelt, können Sie in den nächsten Ausgaben
der Rubens lesen.
Tipps
Schließen Sie Türen bei Verlassen eines Raumes
generell ab.
Schließen Sie Wertgegenstände ein.
Ziehen Sie abends Jalousien vor die Fenster.
Sichern Sie Rechner, Monitore und Notebooks mit speziellen
Schlössern (Infos: Helge Hammes, Dezernat 5, Tel.
-28756).
Lassen Sie auf Elektrogeräten eine Lasersignatur
anbringen (Infos: Mihran Müller-Bickert, Dezernat
6, Tel. -22938).
Sichern Sie Ihre Daten täglich auf CD-Rom.
Sprechen Sie verdächtige Personen an und fragen
Sie nach ihrem Anliegen.
Melden Sie einen Einbruch oder einen Aufbruch Ihres
Pkws der Leitwarte unter -23333.
Lassen Sie keine Verpackungen von neuen Elektrogeräten
im Flur stehen – diese sind ein Zeichen für
Diebe, dass sich ein Einbruch lohnt.
Belohnung: Die Uni-Leitung hat beschlossen, für
Infos, die unmittelbar und nachweislich zur Ergreifung
von Tätern führen, eine Belohnung von bis
zu 1.000 Euro auszusetzen.
Raffaela
Römer
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