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RUBENS 104

1. Februar 2006

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Einbrüche an der RUB haben zugenommen – so schützen Sie sich!


Die Diebe kommen meist nachts und nehmen Flachbildschirme, Rechner und andere wertvolle Elektrogeräte mit: Die Zahl der Einbrüche an der Ruhr-Uni hat in den letzten Monaten stark zugenommen. Jetzt hat die Uni reagiert und plant weitere umfassende Maßnahmen gegen diese Entwicklung.

Für Viele eine echte Horrorvorstellung: Man kommt morgens ins Büro, sieht, dass das Fenster eingeschlagen ist, überall liegen Scherben und Splitter herum. Doch das Schlimmste: Monitor und Rechner fehlen, wichtige Daten und Forschungsergebnisse sind hoffnungslos verloren.
Immer mehr Mitarbeiter der Ruhr-Uni müssen diese unschöne Entdeckung machen. Die Zahl der Einbrüche stieg in den letzten fünf Jahren von 13 auf 82. Wer dahinter steckt, ist in vielen Fällen unklar. „Bei Diebstählen, die im großen Rahmen durchgeführt werden, gehen wir von Bandenkriminalität aus. Andere Delikte könnten in den Bereich der Beschaffungskriminalität fallen oder als spontane Aktionen auf das Konto von Laien gehen“, sagt Kanzler-Vertreter Enno Kruse. Einige Täter konnten bereits durch die Polizei ermittelt und inhaftiert werden.
Die Unübersichtlichkeit und die Anonymität in dem riesigen Gebäudekomplex scheinen den Dieben eine gewisse Sicherheit zu vermitteln, so dass sie auch vor Lärm und langen „Einsatzzeiten“ nicht zurückschrecken. Betroffen sind vor allem ebenerdige Büros, aber auch die Bibliothek und ein Schrank voller Mikroskope bei den Biologen waren schon Ziele unerwünschter „Besucher“.
Das Hauptaugenmerk der Diebe liegt auf neuwertigen Elektronikgeräten. Moderne Flachbildschirme stehen ganz oben auf ihrer Beliebtheitsskala, gefolgt von Rechnern, Notebooks, Fernsehern und Beamern. Der Sachschaden belief sich alleine 2005 auf 500.000 bis 600.000 Euro (inkl. Bruchschäden und dadurch anfallende Arbeitsstunden).

Datenverluste und Verunsicherung

Oft noch schwerer wiegt der immaterielle Verlust: Gehen Daten und Ergebnisse verloren, ist deren Wiederbeschaffung (wenn überhaupt) nur mit großem Zeitaufwand möglich, was sich letztlich auch finanziell niederschlägt. Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Wirkung, die diese Einbrüche auf die Mitarbeiter selbst haben. Prof. Gregor Schöner, Leiter des Instituts für Neuroinformatik, weiß dies aus eigener Erfahrung. Zweimal hintereinander wurde in seiner Abteilung eingebrochen, fünf Büros waren betroffen. „Viele Mitarbeiter sind verunsichert durch diese regelrechte Belagerung, durch das Gefühl des Ausgeliefertseins. Man weiß gar nicht mehr, wie man sich schützen soll.“ Auch die Angst vor körperlicher Gewalt wächst: „Eine meiner Mitarbeiterinnen möchte nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit durch das Gebäude laufen. Ein Kollege, der bereits einmal Einbrecher überrascht hat und viel in den Abendstunden arbeitet, hat jetzt ein mulmiges Gefühl dabei.“
Um dieser Entwicklung gegenzusteuern, hat die Uni im vergangenen Jahr die Projektgruppe Diebstahl gegründet, zu der neben Verwaltungsangestellten auch der Umweltpsychologe Prof. Rainer Guski und der Kriminologe Prof. Thomas Feltes gehören. Gemeinsam entwickelten sie ein umfassendes Sicherheitskonzept und planen eine Kampagne, die Mitarbeiter dazu aufrufen soll, sich auch selbst besser zu schützen.
„Ganz wichtig ist es zum Beispiel, immer die Tür zu verschließen, wenn man einen Raum verlässt. Selbst wenn man nach wenigen Minuten wiederkommt. Abends sollten zudem die Jalousien zugezogen werden. So können die Einbrecher von draußen nicht sehen, welches potentielle Diebesgut sich im Raum befindet“, erklärt Rainer Guski.
Um das Aufbrechen von Türen zu erschweren, können diese mit stabilen Schutzrosetten ausgestattet werden. Zur Sicherung von Rechnern, Monitoren und Notebooks stellt die Uni spezielle Schlösser zur Verfügung; Elektrogeräte sollten außerdem mit einer Lasergravur versehen werden (s. „Tipps“). Kosten, die für Türrosetten, Schlösser oder Gravur anfallen, müssen von den einzelnen Fakultäten getragen werden. Anders sieht es aus mit sog. Einbruchhemmenden Sicherheitsfolien, die bereits teilweise verwendet werden und mit denen bald alle Fenster in Erdgeschossen beklebt werden sollen.

Zugang erschweren

Die Uni will zudem den Zugang für Unbefugte erschweren. An Wochenenden könnte z. B. nur noch eine der Parkplatzschranken in Betrieb sein, die dann per Videokamera beobachtet wird. Das gleiche gilt für die Gebäudezugänge. Diese könnten zudem bald elektronisch gesichert werden, d. h., sie werden außerhalb der Öffnungszeiten zentral verriegelt und sind dann nur mit einer Chipkarte zu öffnen. Die Uni-Leitung überlegt außerdem, generell mehr Videoüberwachung einzusetzen. „Wir wollen aus dem Campus keinen Hochsicherheitstrakt machen. Das ginge auch gar nicht, zumal Studenten und Mitarbeiter ja ungehindert arbeiten sollen und dazu auch Zugang zu verschiedenen Gebäudeteilen haben müssen. Trotzdem müssen die Kontrollen verstärkt und die Aufmerksamkeit aller erhöht werden“, so Guski.
Sollte man doch einmal Opfer eines Einbruchs werden, gilt Folgendes: „Rufen Sie auf jeden Fall die Leitwarte an. Sie informiert die Polizei“, sagt Johannes Schevel, Leiter des Technischen Hochschulbetriebs (Dezernat 5).
Ein Gespräch zwischen Uni-Leitung, hochrangigen Vertretern der Polizei und Mitgliedern der Projektgruppe Diebstahl fand am 31. Januar statt. Dabei wurde das bestehende Sicherheitskonzept eingehend betrachtet und überlegt, wie Polizei und Uni Strafverfolgung und Strafvereitelung noch besser miteinander koordinieren können. „Wir planen zum Beispiel, zusammen mit der Polizei verstärkt spontane Kontrollen auf dem Campus durchzuführen“, erklärt Enno Kruse.

Infos: www.uv.rub.de/dezernat5. Wie die Situation sich entwickelt, können Sie in den nächsten Ausgaben der Rubens lesen.

Tipps
Schließen Sie Türen bei Verlassen eines Raumes generell ab.
Schließen Sie Wertgegenstände ein.
Ziehen Sie abends Jalousien vor die Fenster.
Sichern Sie Rechner, Monitore und Notebooks mit speziellen Schlössern (Infos: Helge Hammes, Dezernat 5, Tel. -28756).
Lassen Sie auf Elektrogeräten eine Lasersignatur anbringen (Infos: Mihran Müller-Bickert, Dezernat 6, Tel. -22938).
Sichern Sie Ihre Daten täglich auf CD-Rom.
Sprechen Sie verdächtige Personen an und fragen Sie nach ihrem Anliegen.
Melden Sie einen Einbruch oder einen Aufbruch Ihres Pkws der Leitwarte unter -23333.
Lassen Sie keine Verpackungen von neuen Elektrogeräten im Flur stehen – diese sind ein Zeichen für Diebe, dass sich ein Einbruch lohnt.
Belohnung: Die Uni-Leitung hat beschlossen, für Infos, die unmittelbar und nachweislich zur Ergreifung von Tätern führen, eine Belohnung von bis zu 1.000 Euro auszusetzen.

 



Raffaela Römer
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