Neue Nähe
Das New-York-Büro der Revierunis geht ins zweite
Jahr
Ein Netzwerk mit 520 Kontaktpunkten in den gesamten
USA haben die Mitarbeiter/innen des New-York-Büros
der drei Revierunis geknüpft – in einem einzigen
Jahr. Dagegen halten sich die Anfragen von Bochumer
Studierenden und Forschern noch in Grenzen. Doch das
sollte sich bald ändern, schließlich hat
ConRuhr, so der offizielle Name des im November 2004
eröffneten Büros, allerhand zu bieten: in
erster Linie natürlich Kontakte in die USA.
Mitte Dezember 2005 berichtete der Leiter des Verbindungsbüros
im Senat der Ruhr-Uni über die ersten zwölf
Monate in den USA. Prof. Rolf Kinne, früherer Direktor
des Dortmunder Max-Planck-Instituts, erläuterte
dabei auch die drei wesentlichen Ziele des Büros.
Zum einen soll der Austausch von Studierenden und Forschern
zwischen den drei Ruhrgebietsuniversitäten (Bochum,
Dortmund, Duisburg-Essen) und US-Universitäten
erhöht und vereinfacht werden. Zu diesem Zweck
schalten Prof. Kinne und seine Stellvertreterin, die
amerikanische Sozialpsychologin Dr. LeeAnn Renninger,
regelmäßig Anzeigen in einschlägigen
US-Magazinen (auch online), um beispielsweise über
Bochumer Programme zu berichten.
Darüber hinaus besuchen sie Wissenschaftsmessen
sowie amerikanische Unis und Forschungsinstitute, allein
im letzten halben Jahr waren es 42 Unis. Darunter befand
sich zuletzt auch die University of Pennsylvania. Hier
machten Kinne und Renninger ganz konkret Werbung für
die International Graduate School of Neuroscience und
die Graduate School of Chemistry and Biochemistry, die
beide an der Ruhr-Uni ansässig sind und die wegen
ihrer internationalen Ausrichtung für amerikanische
Studierende sehr attraktiv sind. Nebenprodukt der Besuche
in den US-Unis ist der persönliche Kontakt zu den
dort Verantwortlichen. Daraus können neue Partnerschaften
entstehen, die es Bochumer Studierenden vereinfachen
würden, in den USA zu studieren.
Unbekanntes Terrain
Das zweite Ziel von ConRuhr ist das Knüpfen von
Netzwerken zwischen Ruhrgebiets- und amerikanischen
Akademikern. Unter anderem können Prof. Kinne und
Dr. Renninger Bochumer Professoren beim Organisieren
von Treffen, Events, Diskussionen oder Konferenzen in
den USA helfen. Im September wurden auf diese Weise
Professoren aus Duisburg-Essen und New York zusammengebracht.
In dem Gebäude, wo das Verbindungsbüro untergebracht
ist, gibt es vier große Konferenz- bzw. Hörsäle.
„Diese Räume können wir auch jederzeit
Bochumer Professorinnen und Professoren zur Verfügung
stellen, wenn sie sich beispielsweise mit US-Kollegen
treffen möchten”, betont LeeAnn Renninger.
Das dritte wesentliche Ziel betrifft das Ruhrgebiet
als solches. ConRuhr möchte es als einen Ort von
exzellenter Forschung und Lehre darstellen. „Das
Ruhrgebiet ist bisher relativ unbekannt in den USA.
Wenn überhaupt, gilt es als Beispiel für erfolgreichen
Wandel vom Industriegebiet in eine moderne Technologieregion”,
erläutert Prof. Kinne. „Natürlich spielen
bei Fußballbegeisterten auch einzelne Städte
eine Rolle und last but not least Verwandtschaft und
Herkunft aus der Region. Es muss jedoch auch vermittelt
werden, dass sich das Ruhrgebiet nicht nur durch seine
Dichte an Forschungsinstitutionen und Universitäten
auszeichnet, sondern auch durch seine kulturelle Dichte”,
fährt er fort.
Dafür bleibt Kinne und Renninger noch viel Zeit,
denn wie gesagt: Es ist gerade mal gut ein Jahr vergangen,
dass das Verbindungsbüro Ruhrgebiet/New York ins
United Nations Plaza gezogen ist. Und einen Erfolg ganz
anderer Art hat ConRuhr in den Augen von Rolf Kinne
ohnehin schon erzielt: „In dem gemeinsamen Ziel,
das Ruhrgebiet besser zu präsentieren, sind die
Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen
näher zusammengerückt.”
Infos & Kontakt: www.con-ruhr.org,
office@conruhr.org
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