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RUBENS 103

2. Januar 2006

Editorial

Hoffen und Bangen


2006 wird wegweisend für die Ruhr-Uni sein. Zu den Dauerbrennern Globalhaushalt, Campussanierung, Exzellenzinitiative und Studiengebühren werden im Laufe des Jahres folgenreiche Entscheidungen getroffen.
Die Ruhr-Uni wird mit weniger Geld auskommen müssen. Zwar wird der Landeshaushalt erst im Frühjahr verabschiedet, aber wir wissen von der NRW-Landesregierung, dass die Mittel fürs Personal nur zu 96,8 Prozent ausfinanziert werden und dass wir bei der landesweiten Verteilung der Mittel für Lehre und Forschung wieder 1,9 Mio. Euro verlieren. Rektorat und Verwaltung haben frühzeitig den Globalhaushalt geplant, so dass die Ruhr-Uni gut vorbereitet ist.
Entscheidungsreif ist die Campussanierung. Die Ruhr-Uni hat 2005 ihre Hausaufgaben gemacht: Ein konkreter, von Gutachten abgesegneter Plan liegt vor und ist mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) abgestimmt. Jetzt kommt es darauf an, dass die Politik ihn gutheißt und die erforderlichen Mittel freigibt. Bedenkt man, dass die Ruhr-Uni aus Mitteln für die Instandhaltung jährlich rund 53 Mio. Euro Miete an den BLB zahlt, so ist man nicht weit entfernt von den erforderlichen 70 bis 80 Mio. Euro pro Jahr, die man für die auf rund zehn bis zwölf Jahre angesetzte Campussanierung benötigt.
Eine Weichenstellung wird das Abschneiden der Ruhr-Uni im Exzellenz-Wettbewerb sein. Wird sie demnächst offiziell zur Elite zählen oder nicht? Die Ruhr-Uni hat sich selbstbewusst für alle drei Förderlinien des Wettbewerbs beworben. Sie hat Vorlagen für eine universitätsweite Graduiertenschule und zwei Exzellenzcluster (Sensory life sciences und Plasmaforschung) eingereicht sowie sich als „Research Campus RUB“ um Mittel für die Spitzenforschung beworben. Ende Januar 2006 werden wir wissen, ob wir in die nächste Runde kommen oder nicht: Werden wir aufgefordert, die vollständigen Bewerbungsunterlagen einzureichen und können wir uns im Oktober 2006 auf einen Geldsegen freuen?
Studiengebühren sind das Reizthema, das die Hochschulen in Deutschland 2006 begleiten und in internen Auseinandersetzungen beschäftigen wird. Die Studierenden der Ruhr-Uni haben sich in der Umfrage des Rektorats zwar mehrheitlich gegen Studiengebühren ausgesprochen. Diese Umfrage war aber erst der Auftakt einer differenzierten Diskussion. Der Senat wird im Laufe des Jahres eine schwierige Entscheidung treffen müssen. Dabei geht es letztlich auch um die Frage: Wie können wir die Studienbedingungen für unsere Studierenden so verbessern, dass sie hier hervorragend ausgebildet werden, ohne ihre Zeit in überfüllten Räumen, mit mangelnder Ausstattung und fehlenden Arbeitsmitteln verplempern zu müssen?
Trotz dieser vielfältigen Probleme wird sich im Sommer all unser Bangen und Hoffen auf die eine lebenswichtige Frage beschränken: Wer wird Fußball-Weltmeister – Deutschland oder Brasilien, oder gar einer der 30 anderen Teilnehmer?


jk
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Letzte Änderung: 2.1.2006| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik