Die Kraft der
Gabel
Vier Monate
vor Wiedereröffnung der Mensa
Noch erinnert wenig daran, dass in der neuen
Mensa der Ruhr-Uni ab dem 10. April 2006 täglich
zehntausende Essensportionen über den Tisch gehen
werden. Doch inmitten von knöcheltiefem Staub und
den Geräuschen von schwerem Baugerät entsteht
seit zwei Jahren der neue Mittelpunkt der Uni.
Auf 4.000 Quadratmetern soll sich den Studierenden zum
Beginn des Sommersemesters 2006 ein reichhaltiges kulinarisches
Angebot, ein Ort der Entspannung vom Uni-Alltag und
die Möglichkeit zu regem geistigen Austausch bieten.
Das wünschen sich zumindest die Planer der neuen
Mensa. „Wir wollten nicht nur eine Flächenrenovierung,
wir haben uns auch Gedanken um eine konzeptionelle Veränderung
gemacht“, erläutert Jörg zur Oven, Leiter
der Wirtschaftsbetriebe im Akademischen Förderungswerk
(Akafö), und damit verantwortlich für Mensen
und Cafeten.
Beim Essensangebot will die neue Mensa dabei den verschiedenen
Anforderungen der Studierenden gerecht werden. „Dreifache
Bedürfnisbefriedigung“, wie es zur Oven formuliert.
Im Klartext: Ein „Sprinterbereich“ soll
für die schnelle Verpflegung mit Brötchen
und Snacks sorgen, das gewohnte „Komponentenessen“
soll weiter seinen festen Platz haben. Zukünftig
soll es außerdem möglich sein, mit frisch
zubereitetem Essen den Hunger zu stillen. Im Zentrum
der mittleren Ebene der Mensa soll eine offene Küche
stehen – Kochen vor den Augen der Gäste als
kulinarischer Clou.
Weitere Neuerungen sollen das Ambiente der Mensa aufwerten.
Das Foyer, früher Heimat der beliebten Ladenzeile,
wird künftig ein Bistro beherbergen. „Es
soll zum zentralen Treffpunkt werden“, erklärt
zur Oven. Besonders für die Sommermonate attraktiv:
Die Terrassenlandschaft, die inklusive eines kleinen
Teiches zwischen Audimax und Mensa entsteht.
500 Testesser
Doch ganz im Sinne der „konzeptionellen Veränderung“
soll die Nutzung des Mensa-Gebäudes nicht allein
auf die Gastronomie beschränkt sein. Die neuen
Räumlichkeiten sollen auch dazu beitragen, das
Veranstaltungsspektrum der Ruhr-Uni zu erweitern. Ein
neues Veranstaltungszentrum mit vier Räumen zwischen
50 und 350 Plätzen soll sich als „gute Stube“
der Ruhr-Uni etablieren. Allerdings bleibt dahinter
noch ein Fragezeichen. „Es gibt noch keine Erfahrungen
mit der Nachfrage“, sagt Jörg zur Oven, dem
aber schon verschiedene Nutzungsmöglichkeiten vorschweben.
Ohnehin stellt sich die Frage, wie das 36 Mio. Euro
teure Projekt des Akafö und des Bau- und Liegenschaftsbetriebs
von den Studierenden angenommen wird. „Viele Leute,
vor allem neue Studierende, kennen die alte Mensa gar
nicht mehr“, gibt zur Oven zu Bedenken. Deshalb
will das Akafö den Studierenden in den nächsten
Monaten über Werbeaktionen das neue Konzept näher
bringen. Die Poster mit dem der Star-Wars-Reihe entlehnten
Motto „May the fork be with you“ prangen
schon jetzt am Provisorium Querforum West, ab Januar
2006 wird der Dienstag zum „Kinotag“ mit
zahlreichen Aktionen. Zudem können per Verlosung
500 Personen ein Testessen eine Woche vor der offiziellen
Eröffnung gewinnen (Bewerbung demnächst unter
www.akafoe.de).
Felix
Guth
|