Stimmungsbild
Umfrage zu Studiengebühren im Internet läuft
den ganzen November
Schwarzer Peter oder gute Gelegenheit? Die Meinungen
sind geteilt zur Absicht der neuen Landesregierung,
die Hochschulen selbst darüber entscheiden zu lassen,
ob und in welcher Höhe sie Studiengebühren
erheben. Die Ruhr-Uni geht einen besonderen Weg: Sie
möchte zunächst herausfinden, was ihre Studierenden
denken. Im November können sich alle Eingeschriebenen
im Internet zu Studiengebühren äußern.
Das Gesetz ist zwar noch nicht beschlossen, doch der
Entwurf von NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart
liegt mittlerweile vor. Laut Gesetzentwurf ist aber
davon auszugehen, dass demnächst das Studium fast
überall in Nordrhein-Westfalen schon ab dem ersten
Studiensemester Geld kostet. Voraussichtlich vom Wintersemester
2006/2007 an werden alle Erstsemester zahlen, ein Semester
später ist auch der Rest der Studierenden dran.
Maximal 500 Euro pro Semester soll das Studium kosten.
Ob und in welcher Höhe Gebühren eingeführt
und welche Modelle dafür entwickelt werden, soll
allerdings allein die Hochschule entscheiden. Nordrhein-Westfalen
wäre damit das einzige Land, das seinen Hochschulen
diese Freiheit einräumen würde. Dagegen wären
die Einnahmen aus den Gebühren zweckgebunden: Sie
müssten für die Verbesserung der Lehre und
der Studienbedingungen verwendet werden.
Selbstverständlich anonym
Doch was denken die Studierenden der Ruhr-Uni über
Studiengebühren? Genau diese Frage interessiert
das Rektorat zurzeit. Deshalb hat es eine Internet-Umfrage
in Auftrag gegeben; sie wird von der Pressestelle und
der Stabstelle Informations- und Kommunikationstechnik
betreut und durchgeführt. Mit einem persönlichen
Passwort erreichen die Studierenden der Ruhr-Uni die
entsprechende Webseite, wo sie verschiedene Fragen zum
Thema Studiengebühren erwarten. Ganz oben steht
natürlich die Frage, ob die Ruhr-Uni überhaupt
Studiengebühren erheben soll. Aber es folgen weitere
Fragen: Soll es beispielsweise für unterschiedliche
Fächer auch unterschiedliche Gebühren geben,
weil ein naturwissenschaftliches Studium aufgrund der
Labore etc. teurer ist als ein geisteswissenschaftliches?
Soll die Höhe der Gebühren in jedem Semester
gleich sein oder soll sie steigen bzw. sinken? Für
welche konkreten Projekte sollen die zusätzlichen
Einnahmen genutzt werden? Für Labore? Für
Bücher? Für Computer? Für Stipendien?
Für Mentoren- und Tutorenprogramme? Für Studien-
und Fachberatung? Anhand dieser und viele weiterer Fragen
und Antworten möchte das Rektorat ein Stimmungsbild
unter den Studierenden der Ruhr-Uni ermitteln.
Die Umfrage im Internet wird den gesamten November laufen,
die Webseite wird am 2.11. frei geschaltet. Alle zu
diesem Zeitpunkt eingeschriebenen Studierenden sind
zur Teilnahme aufgerufen. Schließlich könnten
sie dadurch den weiteren Entscheidungsprozess beeinflussen.
Den geregelten Ablauf der Befragung (ausreichende Serverkapazität,
keine doppelte Wahl etc.) sichert das Rechenzentrum.
Selbstverständlich ist die Umfrage anonym und es
werden keinerlei personenbezogene Daten gespeichert.
Info und Anmeldung zur Befragung zu Studiengebühren
unter www.rub.de/umfrage
ad
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