Trügerische
Ruhe
Gebäudeserie:
Institut für Pathologie
Jeder von uns kann sich sicher noch an sein
erstes Semester an der RUB erinnern. Wer hat sich anfangs
nicht in den Kellerräumen verirrt und verzweifelt
einen Ausgang gesucht? Wieso liegt der mal auf 02 und
mal auf 01? Und warum gibt es nicht überall eine
Cafeteria? RUBENS liefert die Antworten – diesmal
zum Institut für Pathologie.
Wer das im Sommer 2004 eröffnete Gebäude des
„Instituts für Pathologie der Ruhr-Universität
an den BG-Kliniken Bergmannsheil“ an einem normalen
Vormittag durch die gläserne Drehtür betritt,
den empfängt zunächst entspannte Ruhe. Das
bis in die zweite Etage offene und durch Oberlichter
von der Sonne beschienene Atrium wird dominiert von
einem großen begrünten Beet; auf den Galerien
in den oberen Etagen ist es still.
Von hier aus gelangen die rund 100 hier beschäftigten
Mitarbeiter in ihre Büros und Labors. Dort allerdings
leisten sie hinter verschlossenen Türen Schwerarbeit:
Unter diagnostischen und wissenschaftlichen Aspekten
begutachten sie jährlich Gewebeproben von über
50.000 Patienten mit modernsten licht- und elektronenmikroskopischen
sowie molekularpathologischen Untersuchungsverfahren.
Außerdem erstellen sie gemeinsam mit dem angegliederten
Deutschen Mesotheliomregister über 2.000 fachpathologische
Gutachten für Unfallversicherungsträger –
vornehmlich unter der Fragestellung beruflich bedingter
Lungenerkrankungen. Jedes Jahr werden ca. 600 Obduktionen
in der Pathologie durchgeführt.
Unterirdisch
Die Ruhe trügt also – und sie ist auch nicht
immer vorzufinden: Das neue Gebäude ist nicht zuletzt
wegen seines geräumigen Eingangsbereichs, der eine
Menge Platz für Posterausstellungen bietet oder
auch fürs Büffet, besonders aber wegen seines
gleich dahinter gelegenen Hörsaals mit 155 Plätzen
begehrter Ort für Veranstaltungen aller Art. Das
schicke Gebäude, mit viel Glas und roten Ziegeln
auch von außen ein Schmuckstück, braucht
sich nicht zu verstecken; hierher lädt man gerne
Gäste ein.
Eine Besonderheit des Neubaus ist seine innovative Klimatechnik:
Durch Rohre in den Betondecken fließt Wasser,
das mit Hilfe der benachbarten neuen Energiezentrale
des Bergmannsheils gekühlt wird. Eine energieaufwändige
Klimaanlage wird dadurch unnötig. Moderne Lüftungstechnik
stellt zudem die Einhaltung arbeitsschutzrechtlicher
Anforderungen bei der Arbeit mit gesundheitsgefährdenden
Stoffen sicher. Dank unterirdischer Verbindungsbauten
kommt man auch bei Regen trockenen Fußes von den
übrigen Gebäuden des Bergmannsheils in die
neue Pathologie.
md
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