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RUBENS 100

1. Oktober 2005

Starker Nachwuchs

Leute an der RUB


Rufe
Privatdozent Dr. Michael Bernsen (Romanisches Seminar) hat einen Ruf auf eine Professur für „Vergleichende Romanische Literaturwissenschaft/Mediävistik“ an der Uni Bonn erhalten.
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Prof. Christoph Strohm (Ev.-Theol. Fakultät) hat gleich zwei Rufe erhalten: einen an die Uni Bonn („Kirchengeschichte“) und einen an die Uni Heidelberg („Historische Theologie/Neuzeit“).
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Prof. Gereon Wolters (Juristische Fakultät) hat einen Ruf auf eine Professur für „Strafrecht und Strafprozessrecht“ an der Uni Augsburg erhalten.

Ehre
Für seine Pionierarbeit in der nuklearen Astrophysik wurde Prof. Claus Rolfs (Physik und Astronomie) von der Uni Catania (Sizilien) zum Ehrendoktor ernannt.

Nachrufe
Die Ruhr-Uni trauert um Prof. em. Peter Hammann. Er starb am 25. Juni nach langer Krankheit. Hammann war Experte für Marketing, blickte jedoch stets über den Tellerrand hinaus und bezog weitere wirtschaftswissenschaftliche und wissenschaftstheoretische Perspektiven ein.
Hammann war von 1974-2003 als ordentlicher Professor und seitdem als Emeritus Mitglied der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft. Sie konnte 30 Jahre lang auf Hammann zählen, wenn es um Selbstverwaltung ging. Sein Engagement verdeutlicht die Tatsache, dass nach seiner Emeritierung zehn Ämter der akademischen Selbstverwaltung wiederzubesetzen waren: Er war u. a. Vertreter der Fakultät auf dem „Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultätstag“ und Vorstandsmitglied des Zentrums für interdisziplinäre Ruhrgebietsforschung. Zudem war er 1980 Dekan der Wirtschaftsfakultät.
Peter Hammann wurde am 2. April 1938 in München geboren. Bevor er 1974 den Ruf an die Ruhr-Uni annahm, hatte er eine Professur für Betriebswirtschaftslehre an der TU Berlin inne. Zuvor hatte er in München BWL studiert (1959-64) und wurde im Dezember 1965 promoviert.
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Am 26. Juli starb Prof. em. Paul Klemmer. Der Wirtschaftswissenschaftler hatte von 1970-2001 den Lehrstuhl für Wirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftspolitik an der Ruhr-Uni inne; zudem leitete er von 1989-2002 das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen.
Nach seiner Berufung an die RUB baute Klemmer den Schwerpunkt Regionalforschung auf – als angewandte Wirtschaftsforschung. Überregional bekannt wurde er, indem er flächendeckend sog. regionale Arbeitsmärkte abgrenzte und damit neue Diagnose- und Aktionseinheiten der regionalen Strukturpolitik etablierte. Er konzipierte ein Methodenraster zur Analyse dieser Einheiten, die Methoden reichen von der einfachen bis zur multivariaten Statistik (z. B. Faktorenanalyse). Klemmer beschäftigte sich intensiv mit dem Ruhrgebiet, insbesondere mit sog. Flexibilitätsbarrieren. Ihn bewegte die Frage, warum sich dieser Ballungsraum mit seiner Strukturänderung so schwer tat. Mithilfe konkreter Forschungsergebnisse war es u. a. sein Verdienst, dass es zu einer Förderung alter Industriegebiete im Revier kam. Die Ruhr-Uni machte sich dank Klemmer im Bereich der Regionalforschung einen Namen. Sein Know-how auf diesem Gebiet machte ihn zu einem gefragten Experten, die Zeitschrift Capital bezeichnete ihn als „Papst der Regionalforschung“.
Paul Klemmer wurde am 30. Dezember 1935 in Freiburg geboren. 1960 legte er in Freiburg die Diplomprüfung für Volkswirte ab, 1966 folgte die Promotion, 1970 die Habilitation. Im gleichen Jahr wurde Klemmer an die Ruhr-Uni berufen.
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Am 14. Juni starb Prof. em. Paul Henrich Heckmann. Er kam 1967 als Kernphysiker nach Bochum und forcierte das noch junge Gebiet der Beschleuniger-gestützten Atomphysik. 1973 beschaffte die Ruhr-Uni – auch auf Heckmanns Initiative und gemeinsam mit den Unis Münster und Dortmund – einen Dynamitron-Tandem-Beschleuniger für die Niederenergie-Kernphysik.
Neben Lehre, Diplomanden- und Doktorandenausbildung im Spezialgebiet unterrichtete Heckmann vor allem Studenten im Nebenfach Physik. Er vertrat die Fakultät in vielen Gremien und betreute den Studentenaustausch mit der Uni Sussex.
Paul H. Heckmann wurde am 15. September 1930 in Duisburg geboren. Er studierte in München und Göttingen Physik und wurde 1959 promoviert. 1964 ging er ans Institut für Reaktorentwicklung der Kernforschungsanlage Jülich, 1967 an die Ruhr-Uni.
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Die Ruhr-Uni trauert um einen Mann, der die erste Hochschule des Ruhrgebiets mit aus der Taufe gehoben hat: Prof. em. Hans Faillard starb am 5. August. Der Experte für Physiologische Chemie war von 1969-72 Rektor der Ruhr-Uni und von 1973-79 Präsident der Uni des Saarlandes. Als Mitglied des Gründungsauschusses der Ruhr-Uni (1964/65) und als Vorsitzender der Baukommission (1965-70) hat er maßgeblich zum Aufbau der Uni beigetragen. Zudem hat Faillard das „Bochumer Modell“ der Medizinerausbildung mit auf den Weg gebracht.
Wissenschaftlich arbeitete Faillard an der Schnittstelle von Naturwissenschaft und Medizin: Er gehörte bereits in der Gründungsphase der Uni zu den „Visionären“, die in Bochum eine ganzheitliche Medizinische Fakultät errichten wollten – ihre heutige Ausrichtung mit zahlreichen Kooperationen in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Bereichen verdankt die Fakultät auch ihm.
Hans Faillard wurde am 2. April 1924 in Köln geboren. 1946-52 studierte er dort Chemie und Medizin und wurde 1952 promoviert. 1957 habilitierte er sich. 1964 gehörte er zu der ersten Professorengeneration an der Ruhr-Uni. Faillard war u. a. 1967/68 Dekan der Abteilung für Naturwissenschaftliche Medizin. 1969-72 war er Rektor der Ruhr-Uni. 1971-73 war er Vorsitzender des Beirats des NRW-Wissenschaftsministeriums für die Bau- und Strukturplanung des Klinikums der Ruhr-Uni. 1973 nahm er einen Ruf an die Uni des Saarlandes an. Faillard bekleidete zahlreiche Ämter, u. a. als Mitglied der deutsch-französischen Expertenkommission für das Hochschulwesen in Bonn (1973-79) und als Mitglied der Ständigen Kommission für die Studienreform bei der Kultusministerkonferenz, Bonn (1974-92).
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Mit großer Bestürzung hat die Ruhr-Uni vom tragischen Tod von Dr.-Ing. Berthold F. Weber am 23. August erfahren. Der Archäologe und Architekt starb bei einem Unfall am Ausgrabungsort Milet (Türkei).
Berthold Weber wurde am 11. Mai 1954 geboren. 1977-84 studierte er Architektur, Archäologie, Baugeschichte und Denkmalpflege in Mainz und Darmstadt. Schon als Student arbeitete er mit an wissenschaftlichen Projekten des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI), zunächst in Priene (1979-81), ab 1980 in Milet, das seine zweite Heimat wurde. Neben seiner freiberuflichen Tätigkeit (1995-2001) leitete er seit 1997 die Restaurierungsarbeiten am römischen Theater von Milet. 2001 kam er als wissenschaftlicher Mitarbeiter ans Institut für Archäologische Wissenschaften der Ruhr-Uni. Gemeinsam mit Studierenden erstellte er in der Lehrwerkstatt des Instituts ein eindrucksvolles Modell vom römischen Theater von Milet, das auch zukünftigen Generationen dessen ursprüngliche Gestalt veranschaulicht. Weber war ein hoch angesehener Wissenschaftler und ein hervorragender Lehrer, der seine Studierenden für Fragen der antiken Architektur und der Bauforschung immer wieder zu begeistern wusste.


jw/ad
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Letzte Änderung: 30.09.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik