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RUBENS 100

1. Oktober 2005

Für Nachwuchs sorgen

Gesellschaft der Freunde findet Vertrauenspersonen in den Fakultäten


Wenn die Mitgliederzahl von 3.000 auf 1.000 gesunken ist, macht man sich natürlich Gedanken, wie der Trend umzukehren ist. Die Gesellschaft der Freunde der Ruhr-Uni geht dabei neue Wege: Vertrauenspersonen in den Fakultäten sollen fortan Mitglieder anwerben – und neue Impulse in die Freundesgesellschaft bringen.

Die Adresse im Haus der Freunde passt haargenau auf die Freundesgesellschaft, gleichwohl ist der Verein dort weit weg vom Campusgeschehen, wie auch Hans-Helmut Weigmann feststellen musste. Der frühere Dezernent und Persönliche Referent des Rektors kümmert sich seit Januar 2005 um das vom ihm initiierte Projekt „Profilierung der Gesellschaft der Freunde auf dem Campus“. Er weiß, dass er seinen Job in einem Büro auf dem Campus besser erledigen kann. Immerhin scheint das 2006 möglich zu werden. Falls das Akafö – wie geplant – ins dann fertig umgebaute Mensagebäude zieht, werden im Studentenhaus Zimmer frei. „Zusätzlich stelle ich mir einen zentralen Treffpunkt in der Ersatzmensa am Querforum West vor“, erklärt Weigmann.
Wenn die Gesellschaft auf dem Campus präsent wird, wäre ein erstes Problem beseitigt, die Lösung des zweiten wäre fast zwangsläufig. „Tue Gutes und rede darüber“ lautet das Credo der Öffentlichkeitsarbeit. Die Freundesgesellschaft beschränkt sich weitgehend aufs Tun. Von den Spenden und Beiträgen ihrer Mitglieder fördert sie Forschungsprojekte oder auch das Musischen Zentrum; sie unterstützte den Bau des Hauses der Nationen und des Euro-Ecks mit erheblichen Summen; allein 350.000 DM stellte sie 1998 beim Kauf der Klais-Orgel im Audimax zur Verfügung. Weiterhin ist der meist mit „GdF“ abgekürzte Verein zu 50 Prozent an der Akademie der Ruhr-Uni beteiligt und fungiert als Mitherausgeber des Wissenschaftsmagazins RUBIN. Viele dieser Leistungen werden innerhalb und außerhalb der Ruhr-Uni kaum wahrgenommen.

Enormes Potenzial

Hans-Helmut Weigmann meint zudem, die GdF könne noch mehr bewirken. Er denkt z.B. ans Initiieren von interdisziplinärer Kommunikation bis hin zu konkreten Projekten. Weitere Impulse erhofft er sich von den über 20 Vertrauenspersonen, die er in den Fakultäten sowie in der Verwaltung gefunden hat. Sie sollen zudem die GdF auf dem Campus repräsentieren und in persönlichen Gesprächen neue Mitglieder anwerben.
„Der Altersdurchschnitt der knapp 1.000 Mitglieder liegt bei über 70“, so Weigmann. Allerhöchste Zeit also, für Nachwuchs zu sorgen. Den sollen die Vertrauenspersonen in den Fakultäten – ausschließlich Lehrende – zunächst unter ihren Kolleginnen und Kollegen suchen. Gerade einmal 200 aktuelle Mitglieder der GdF sind Professoren der Ruhr-Uni. Da 80 Prozent von ihnen bereits emeritiert bzw. pensioniert sind, ist das Potenzial unter den aktuell Lehrenden (knapp 500) enorm. Kein Wunder, dass Weigmann kurzfristig 200, 300 neue Mitglieder zu gewinnen hofft. „Eine der Vertrauenspersonen hat mir kurzfristig 50 Neue zugesagt“, berichtet er schmunzelnd. Die „Neuen“ sollen sich aber nicht nur mit ihren Mitgliedsbeiträgen einbringen, sondern das Wirken der GdF aktiv mitgestalten, so bei den von Weigmann erhofften interdisziplinären Projekten.
Neue Mitglieder können auch bei den Studierenden gewonnen werden, deshalb arbeitet die GdF fortan mit der neu gegründeten Vereinigung „Ruhr-Alumni“ eng zusammen. Zur Zielgruppe gehören zudem die nichtwissenschaftlich Beschäftigten und natürlich Externe: Bürgerinnen und Bürger Bochums, Unternehmen etc. Zurzeit machen Externe den Löwenanteil unter den Mitgliedern aus, doch das könnte sich bei einem erfolgreichen Verlauf des Projekts verschieben.


Kurzinfo GdF

Die Gesellschaft der Freunde der Ruhr-Universität wurde im Juli 1961 – einen Tag nach dem Beschluss des Landtags, in Bochum eine Uni zu errichten – durch den Aufruf eines Bochumer Bürgers in der regionalen Presse ins Leben gerufen, vier Jahre bevor die Ruhr-Uni ihren Betrieb aufnahm. Damals herrschte eine riesige Aufbruchstimmung und Begeisterung für die erste Uni im Ruhrgebiet. Deshalb konnte sich der neue Verein schnell etablieren und in den ersten Jahren auf 3.000 Mitglieder anwachsen. Alles, was Rang und Namen in der Region hatte, wollte dazu gehören. Heute gibt es im Einzugsbereich fünf weitere Unis sowie mehrere Fachhochschulen. Kein Wunder, dass sich viele von der Ruhr-Uni getrennt und stattdessen freundschaftliche Beziehungen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft aufgenommen haben; viele andere Mitglieder starben im Laufe der Jahre. Die GdF zählt heute knapp 1000 Mitglieder, 50 von ihnen sind seit Beginn an dabei.
Info: http://www.ruhr-uni-bochum.de/freunde/

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Letzte Änderung: 30.09.2005| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik