Für Nachwuchs
sorgen
Gesellschaft
der Freunde findet Vertrauenspersonen in den Fakultäten
Wenn die Mitgliederzahl von 3.000 auf 1.000 gesunken
ist, macht man sich natürlich Gedanken, wie der Trend
umzukehren ist. Die Gesellschaft der Freunde der Ruhr-Uni
geht dabei neue Wege: Vertrauenspersonen in den Fakultäten
sollen fortan Mitglieder anwerben – und neue Impulse
in die Freundesgesellschaft bringen.
Die Adresse im Haus der Freunde passt haargenau auf die
Freundesgesellschaft, gleichwohl ist der Verein dort weit
weg vom Campusgeschehen, wie auch Hans-Helmut Weigmann
feststellen musste. Der frühere Dezernent und Persönliche
Referent des Rektors kümmert sich seit Januar 2005
um das vom ihm initiierte Projekt „Profilierung
der Gesellschaft der Freunde auf dem Campus“. Er
weiß, dass er seinen Job in einem Büro auf
dem Campus besser erledigen kann. Immerhin scheint das
2006 möglich zu werden. Falls das Akafö –
wie geplant – ins dann fertig umgebaute Mensagebäude
zieht, werden im Studentenhaus Zimmer frei. „Zusätzlich
stelle ich mir einen zentralen Treffpunkt in der Ersatzmensa
am Querforum West vor“, erklärt Weigmann.
Wenn die Gesellschaft auf dem Campus präsent wird,
wäre ein erstes Problem beseitigt, die Lösung
des zweiten wäre fast zwangsläufig. „Tue
Gutes und rede darüber“ lautet das Credo der
Öffentlichkeitsarbeit. Die Freundesgesellschaft beschränkt
sich weitgehend aufs Tun. Von den Spenden und Beiträgen
ihrer Mitglieder fördert sie Forschungsprojekte oder
auch das Musischen Zentrum; sie unterstützte den
Bau des Hauses der Nationen und des Euro-Ecks mit erheblichen
Summen; allein 350.000 DM stellte sie 1998 beim Kauf der
Klais-Orgel im Audimax zur Verfügung. Weiterhin ist
der meist mit „GdF“ abgekürzte Verein
zu 50 Prozent an der Akademie der Ruhr-Uni beteiligt und
fungiert als Mitherausgeber des Wissenschaftsmagazins
RUBIN. Viele dieser Leistungen werden innerhalb und außerhalb
der Ruhr-Uni kaum wahrgenommen.
Enormes Potenzial
Hans-Helmut Weigmann meint zudem, die GdF könne
noch mehr bewirken. Er denkt z.B. ans Initiieren von
interdisziplinärer Kommunikation bis hin zu konkreten
Projekten. Weitere Impulse erhofft er sich von den über
20 Vertrauenspersonen, die er in den Fakultäten
sowie in der Verwaltung gefunden hat. Sie sollen zudem
die GdF auf dem Campus repräsentieren und in persönlichen
Gesprächen neue Mitglieder anwerben.
„Der Altersdurchschnitt der knapp 1.000 Mitglieder
liegt bei über 70“, so Weigmann. Allerhöchste
Zeit also, für Nachwuchs zu sorgen. Den sollen
die Vertrauenspersonen in den Fakultäten –
ausschließlich Lehrende – zunächst
unter ihren Kolleginnen und Kollegen suchen. Gerade
einmal 200 aktuelle Mitglieder der GdF sind Professoren
der Ruhr-Uni. Da 80 Prozent von ihnen bereits emeritiert
bzw. pensioniert sind, ist das Potenzial unter den aktuell
Lehrenden (knapp 500) enorm. Kein Wunder, dass Weigmann
kurzfristig 200, 300 neue Mitglieder zu gewinnen hofft.
„Eine der Vertrauenspersonen hat mir kurzfristig
50 Neue zugesagt“, berichtet er schmunzelnd. Die
„Neuen“ sollen sich aber nicht nur mit ihren
Mitgliedsbeiträgen einbringen, sondern das Wirken
der GdF aktiv mitgestalten, so bei den von Weigmann
erhofften interdisziplinären Projekten.
Neue Mitglieder können auch bei den Studierenden
gewonnen werden, deshalb arbeitet die GdF fortan mit
der neu gegründeten Vereinigung „Ruhr-Alumni“
eng zusammen. Zur Zielgruppe gehören zudem die
nichtwissenschaftlich Beschäftigten und natürlich
Externe: Bürgerinnen und Bürger Bochums, Unternehmen
etc. Zurzeit machen Externe den Löwenanteil unter
den Mitgliedern aus, doch das könnte sich bei einem
erfolgreichen Verlauf des Projekts verschieben.
Kurzinfo GdF
Die Gesellschaft der Freunde der Ruhr-Universität
wurde im Juli 1961 – einen Tag nach dem Beschluss
des Landtags, in Bochum eine Uni zu errichten –
durch den Aufruf eines Bochumer Bürgers in der
regionalen Presse ins Leben gerufen, vier Jahre bevor
die Ruhr-Uni ihren Betrieb aufnahm. Damals herrschte
eine riesige Aufbruchstimmung und Begeisterung für
die erste Uni im Ruhrgebiet. Deshalb konnte sich der
neue Verein schnell etablieren und in den ersten Jahren
auf 3.000 Mitglieder anwachsen. Alles, was Rang und
Namen in der Region hatte, wollte dazu gehören.
Heute gibt es im Einzugsbereich fünf weitere Unis
sowie mehrere Fachhochschulen. Kein Wunder, dass sich
viele von der Ruhr-Uni getrennt und stattdessen freundschaftliche
Beziehungen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft aufgenommen
haben; viele andere Mitglieder starben im Laufe der
Jahre. Die GdF zählt heute knapp 1000 Mitglieder,
50 von ihnen sind seit Beginn an dabei.
Info: http://www.ruhr-uni-bochum.de/freunde/
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