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Mahlzeit!

Als ich damals, im Frühling 1989, ins Ruhrgebiet gezogen bin, wurde ich rasch zum Mobbingopfer: Die einheimischen Mitstudenten nannten mich abschätzig „Deichgraf“. Das lag zu einem großen Teil daran, dass sie mein Heimatbundesland Niedersachsen ausschließlich mit der Meeresküste gleichsetzten. Dabei bin ich am Rande des Harzes aufgewachsen, weit über 250 Kilometer entfernt von der Nordsee. Genauso weit habe ich es jetzt immer noch bis zum Meer, beispielsweise bis nach Zeeland. Dort bin ich neulich wieder gewesen. An einem dieser eher kühlen Wochenenden. Ich habe mich am ersten Tag freudig aufs Rad geschwungen und bin am Deich entlanggeradelt. Auf dem Hinweg wechselten sich heftiger Gegenwind und fieser Seitenwind von rechts munter ab. Ich freute mich also auf den Rückweg – und hatte dabei total vergessen, dass am Meer meist auch der Rückenwind von vorn kommt. Ein richtiger Deichgraf hätte es gewusst und wäre garantiert zu Pferde unterwegs gewesen. ad

 


 

 

 

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