Ansprechpartner
Björn Frauendienst
Koordinator Move2013
E-Mail: bjoern.frauendienst@uv.rub.de
Telefon: 0234/32-26505
MOVE 2013 - Mobilitäts- und Verkehrsstrategie
Angesichts der von Studierenden und Beschäftigten artikulierten Probleme und einer perspektivischen Entwicklung der Ruhr-Universität hat diese Strategie folgende Ziele:
- die Reduzierung der Nachfrage nach Parkmöglichkeiten,
- die Reduzierung der Auslastung im ÖPNV zu Stoßzeiten,
- die Reduzierung von Problemen des zu erwartenden zusätzlichen Pendelverkehrs im Rahmen des Doppelten Abiturjahrgangs 2013
- und die stärkere Berücksichtigung der Erfordernisse für eine nachhaltige Mobilitätskultur bei der baulichen Campusentwicklung.
Um die Ziele zu erreichen, müssen zahlreiche Maßnahmen in verschiedenen Handlungsfeldern durchgeführt werden, die in der Summe die gewünschten Veränderungen erzielen. Diese Maßnahmen sind in sechs verschiedene Handlungsfelder aufgeteilt.
Handlungsfelder
Zu Fuß
Die Attraktivität, Sicherheit und Barrierefreiheit des Campus für Nutzer aller Art (z. B. auch Eltern mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Sehbehinderte) soll gefördert werden. Hierzu zählen sowohl mittel- als auch langfristige Maßnahmen im Rahmen der Campussanierung, eine verstärkte Berücksichtigung der Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen sowie kurzfristige Maßnahmen, die die Nutzbarkeit des Campus für die oben genannte Gruppe verbessern. Gleichzeitig sollen auch Maßnahmen externer Akteure koordiniert werden, die die fußläufige Erreichbarkeit des Campus bei allen Witterungsbedingungen und Tageszeiten verbessern.
Fahrrad
Um die Attraktivität der Fahrradnutzung für die Studierenden und Beschäftigten der RUB mit einem Wohnort in maximal ca. 10 km Entfernung von der RUB zu erhöhen, sind Maßnahmen im Bereich der Infrastruktur des fließenden und ruhenden Fahrradverkehrs erforderlich. In Kooperation mit den in diesem Radius betroffenen Kommunen (Bochum, Hattingen, Witten) sollen die Interessen der Radfahrerinnen und Radfahrer an der Ruhr-Universität vertreten werden, damit im Rahmen der kommunalen Planung die externe Erschließung der Ruhr-Universität mit dem Fahrrad verbessert wird. Auf dem Gelände der Ruhr-Universität sollen kurzfristige, mittelfristige und langfristige Maßnahmen für die Verbesserung der stufenlosen Passierbarkeit des Campus für Radfahrer durchgeführt werden sowie Angebote für Fahrradabstellmöglichkeiten nachfragegerecht ausgeweitet werden.
ÖPNV
Dem ÖPNV kommt eine Schlüsselrolle für die Entlastung des Parkraums durch die Verlagerung von Pkw-Nutzern auf den ÖPNV zu. Aus diesem Grund muss eine allgemeine Attraktivitätssteigerung des ÖPNV erfolgen. Hierzu zählen insbesondere die Dämpfung der Nachfragespitzen durch organisatorische Maßnahmen an der Ruhr-Universität – z.B. durch die Staffelung von Vorlesungszeiten – aber auch das Anpassen von Kapazitäten und die Prüfung alternativer Routen zur U35. Um den ÖPNV für Beschäftigte attraktiver zu gestalten, werden insbesondere Möglichkeiten geprüft, die die Konditionen für den Erwerb eines Ticket-Abos verbessern.
Motorisierter Individualverkehr (MIV)
Die ergriffenen Maßnahmen in den übrigen Handlungsfeldern werden dazu beitragen, den Anteil des MIV bei Studierenden und Beschäftigten zu senken. Gleichzeitig sind zusätzliche Maßnahmen in diesem Handlungsfeld erforderlich, die diesen Anteil weiter sinken lassen können, aber auch eine bessere Abwicklung des ruhenden Pkw-Verkehrs ermöglichen. Hierzu zählen die Prüfung von neuen Konzepten für ein Parkraummanagement und eine Parkraumbewirtschaftung sowie die Vermeidung der Fehlnutzung von Parkplätzen.
Wohnen
Die Steigerung des Potenzials für das zu Fuß Gehen sowie die Fahrrad- und ÖPNV-Nutzung soll durch die Bereitstellung von Informationen zum universitätsnahen und verkehrsgünstigen Wohnen erzielt werden. Daher sollen Maßnahmen und Initiativen RUB-externer Akteure ideell unterstützt und initiiert werden, die diese beiden Formen des Wohnens zum Ziel haben.
Kommunikation und Information
Alle Maßnahmen werden von einem umfangreichen Kommunikations- und Informationsangebot begleitet. Ein Ziel soll dabei sein, Informationen zu allen Bereichen von Mobilität und Verkehr an der RUB noch vor Studien- bzw. Arbeitsbeginn an neue Studierende und Beschäftigte zu versenden, damit die betreffenden Personen ihre Wohn- und Anreiseentscheidung vom ersten Tag an umfassend und gut informiert treffen können.
Evaluation und Fortschreibung
Die im Rahmen dieser Strategie durchgeführten Maßnahmen werden auf ihre Wirkung und Akzeptanz hin überprüft. Dazu zählt die regelmäßige Absprache mit den Interessenvertretern und Akteuren an der RUB (namentlich PR, WPR, AStA, SBV, SZB, Gleichstellungsbeauftragte), externen Akteuren wie dem AKAFÖ, der Bogestra und der Stadt Bochum, aber auch eine empirische Evaluation. Diese Evaluation wird im Januar 2014 stattfinden, um mögliche Bewertungsveränderungen in den unterschiedlichen Handlungsfeldern zu erhalten. Gleichzeitig werden die Auswirkungen und der Erfolg bezüglich der Ziele 1 und 2 durch Veränderungen des Anteils der jeweiligen Verkehrsmittel (Modal Split) gemessen. Als Ausgangslage werden die folgenden aus der Umfrage vom Januar 2012 ermittelten Werte festgelegt:
| Beschäftigte | Studierende | |
| zu Fuß | 2,1% | 3,9% |
| Fahrrad | 4,8% | 1%< |
| ÖPNV | 30,5% | 61,1% |
| ÖPNV + Fahrrad | 1,5% | 2,6% |
| ÖPNV + MIV | 0,8% | 4,9% |
| MIV Fahrer | 59,4% | 25,8% |
| MIV Mitfahrer | 1,0% | 0,7% |
Ausgangslage Modal-Split, Differenzen zu 100% entstehen durch die Rundung der Befragungswerte, basierend auf Antworten von 1903 Beschäftigten und 5598 Studierende
Nicht nur die Verringerung des Anteils der Personen, die als Hauptverkehrsmittel den Pkw nutzen, dient dem Erreichen von Ziel 1. Alle Personen, die auch regelmäßig ein alternatives Verkehrsmittel zum Pkw nutzen, z. B. einmal pro Woche das Fahrrad, tragen in der Summe zur Reduzierung des Parkraumdrucks bei. Daher wird bei der Evaluation auch berücksichtig, ob mehr Personen regelmäßig ein anderes Verkehrsmittel nutzen. Der Anteil der Personen, die aktuell kein weiteres Verkehrsmittel regelmäßig nutzen, liegt bei den Beschäftigten aktuell bei 74% und bei den Studierenden bei 58%.
Die Ergebnisse der Evaluation im Januar 2014 werden genutzt, um eine Folgestrategie für einen dann sinnvollen Zeithorizont zu verabschieden. Dabei wird die Zielformulierung an die erreichten Veränderungen und neu entstandenen Herausforderungen angepasst.