ROTh - Das Konzept
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ROTh - Das Konzept

Deutsch:

Gegenstand: Das Graduiertenkolleg ROTh erforscht den verfassungsrechtlich garantierten, aber gesellschaftlich und politisch strittigen Religionsunterricht als Fallbeispiel dafür, wie eine offene Gesellschaft mit einer verfassten Religion verfährt, die auf einem verbindlichen Bekenntnis beruht, und wie eine Religion mit Wahrheitsanspruch im Bereich der Schule auf die Herausforderungen einer pluralistischen Gesellschaft reagiert.
ROTh konzentriert sich auf den katholischen Religionsunterricht, weil das kirchliche Lehramt eine prononcierte Rolle bei der Definition von Normen spielt. Eine ökumenische Komparatistik liegt perspektivisch in einer Weiterführung des Projektes.

These: Der Religionsunterricht ist ein wichtiger, aber unterschätzter Ort der Theologie: ein Ernstfall reflektierter Religiosität in der offenen Gesellschaft. Im Religionsunterricht wird Theologie nicht nur rezipiert, sondern auch produziert: durch die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler und durch die wissenschaftliche Reflexion dieser Dynamik. Die Bedingungen und Erfolge, aber auch die Widersprüche und Grenzen des konfessionellen RU haben paradigmatische Bedeutung für die Klärung des Verhältnisses von Normativität und Pluralität, das in der Katholischen Theologie traditionell prekär ist.

Ziel: ROTh eruiert, aus welchem Grund, in welchen Formen und mit welchen Effekten der Religionsunterricht als ein „Ort der Theologie“ beschrieben werden kann. Dadurch wird das katholische Verständnis von „Theologie“ dynamisiert und anschlussfähig gemacht für Fragen der Bildungsforschung.

Methode: ROTh identifiziert an Knotenpunkten der historischen Entwicklung paradigmatische Konstellationen religiöser Bildungsprozesse und erschließt in systematischem Interesse wesentliche Aspekte religiöser Bildungskonzepte in Relation zu den Realitäten vergangenen und aktuellen Religionsunterrichts.
Im Qualifizierungsprogramm von ROTh, das mit der Research School Bochum (RURS) vernetzt ist, wird durch die Doktoranden und Doktorandinnen die über die Theologie hinausgreifende Interdisziplinarität gefördert und durch internationale, interkonfessionelle und interreligiöse Kontakte vertieft.

English:

Object of research: ROTh explores religious education in schools, which in Germany is guaranteed by the constitution but politically disputed, as a case example for:
• how an open society, in school, deals with a formed religion that relies on a firm confession
• and how a religion with the claim of truth reacts on educational challenges in a pluralistic society.
ROTh focuses on Catholic religious education because within the didactic field there is a strong agent, namely the magisterium. In the long run, an ecumenical comparatist perspective is envisaged for a continuation of the project.

Assumption: Religious education is an important, yet underestimated place of theology: a case of reflected religiousness within an open society. In the religious education, theology is not only received but also produced: in the processes of learning of the students and in the scientific reflexion of that dynamic. The conditions and successes, but also the contradictions and limitations, of confessional religious education bear paradigmatic significance for the question of the relation between normativity and plurality, which has traditionally been precarious for catholic theology.

Aim: ROTh investigates for what reasons, in which forms and to what effect religious education can be described as a locus theologiae. By doing that, the catholic notion of theology is developed and at the same time communication with educational research takes place.

Method: ROTh defines paradigmatic constellations of processes of religious education at nodal points in history. It thus opens up, by means of systematic problematisation, seminal aspects of concepts of religious education in relation to the realities of past and present religious education. In the ROTh qualification program, which is linked to the Research School in Bochum (RURS), the doctoral students enhance extra-theological interdisciplinarity, and intensify interconfessional and interreligious contacts.