Religionsunterricht als Ort der Theologie
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ROTh - Graduiertenkolleg
(in der Beantragung)

Forschungsorganisation - ein Interview im Deutschlandfunk


Der Religionsunterricht ist der wichtigste Ort in der Gesellschaft, an dem Theologie rezipiert und produziert wird. In der sozialen Debatte wird oft seine Bindung an Glaube und Bekenntnis kritisiert, in der kirchlichen seine mangelnde Effizienz in der Vermittlung von Glaubenswissen und Glaubenshaltungen.
Eine Ursache dieser widersprüchlichen Kritik besteht darin, dass der Religionsunterricht häufig nur als Anwendungsfeld von theologischen Konzepten gesehen wird, die unabhängig von ihm entwickelt worden sind. Bei dieser Sichtweise werden aber wesentliche Aspekte ausgeblendet:

Zum einen wird nicht reflektiert, welche theologische Dignität didaktische Prozesse haben, und zwar sowohl von ihren Ergebnissen, und Voraussetzungen her, als auch in ihren Methoden und Dynamiken, Problemen und Perspektiven.

Zum anderen wird übersehen, welche Bedeutung der Lernort einer Schule im demokratischen Rechtsstaat einer pluralistischen Gesellschaft für die Kommunikation und Kreation von Theologie hat, sowohl auf Seiten der Lehrenden wie auch auf Seiten der Lernenden.

Hier setzt das Graduiertenkolleg an. Es wird bei der DFG beantragt. Es erforscht den verfassungsrechtlich garantierten, aber gesellschaftlich und politisch strittigen Religionsunterricht als Fallbeispiel dafür, wie eine offene Gesellschaft mit einer verfassten Religion verfährt, die auf einem verbindlichen Bekenntnis beruht, und wie eine Religion mit Wahrheitsanspruch im Bereich der Schule auf die Herausforderungen einer pluralistischen Gesellschaft reagiert.
ROTh konzentriert sich auf den katholischen Religionsunterricht, weil das kirchliche Lehramt eine prononcierte Rolle bei der Definition von Normen spielt. Eine Ausweitung auf ökumenische Fragen ist perspektivisch geplant.