Wintersemester 2017/2018

Vorlesungen


Hauptseminare


Oberseminar



Glauben lernen? Einführung in die Religionspädagogik

Zeit: Fr. 10-12 | Raum: GA 03/149
Beginn: 20.10.2017 | VSPL: Nr. 020091
BA: Modul VI | Magister Theologiae: Modul IV
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Den Glauben lehren und lernen zu wollen birgt unter den Bedingungen einer pluralisierten und globalisierten Welt enorme Herausforderungen. Gängige Muster der Glaubensweitergabe sind deutlich an ihre Grenzen gelangt. Religiöse Milieus sind ausdifferenziert. Kulturelle, kirchliche und lebensweltliche Verwurzelung des Glaubens sind verblasst, ohne dass Religion verschwunden ist. Religion ist einerseits unsichtbar geworden, drängt aber andererseits mit Macht in die Öffentlichkeit. Wie soll unter solchen Bedingungen von Pluralisierung und Säkularisierung Glaube gelernt werden können? Welche Lernorte des Glaubens gibt es und welche innere Logik des Glaubenlehrens und Glaubenlernens findet sich dort? Was passiert mit Religion und Glaube, wenn sie in Bildungskontexte eintreten?
Die Vorlesung will nach einer Ausleuchtung des Kontextes gegenwärtigen Glaubenlehrens und Glaubenlernens im Lichte bildungstheoretischer Überlegungen Konzepte, Dimensionen und Prinzipien der Religionsdidaktik und der Katechese diskutieren.

Einführung ins religiöses Lernen

Zeit: Di. 12-14 | Raum: NA 3/99
Beginn: 17.10.2017 | VSPL: Nr. 020092
MEd nach alter Ordnung: Modul A | MEd nach neuer Ordnung: Modul A
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Religionsunterricht ist in der öffentlichen Schule ein ordentliches Lehrfach. Er hat Teil am Bildungsauftrag der Schule und ordnet sich ein in deren institutionelles Bedingungsgefüge. Implizit wird damit freilich etwas behauptet, was pädagogisch wie theologisch keineswegs selbstverständlich ist: die Lehrbarkeit und Lernbarkeit von Religion. Wenngleich zwischen Religion und Glaube zu unterscheiden ist, stellen sich doch bereits hinsichtlich der Religion erhebliche Zweifel an deren Erlernbarkeit ein. Kann man Religion lernen? Oder erschließen sich nur Teilaspekte dem Lernprozess, während andere - vielleicht sogar die elementarsten - vom Lernprozess gerade nicht erfasst werden können? Was bedeutet Lernen im Bereich Religion, wozu dient es? Gibt es Bezüge zwischen der biographischen Entwicklung des Denkens und bestimmten Formen religiösen Lernens?
Diesem komplexen Gefüge widmet sich die Vorlesung in vier Schritten. Nach einer Auseinandersetzung mit dem Religionsbegriff und dem Begriff des Lernens werden Aspekte religiösen Lernens und der Zusammenhang zwischen Religionspädagogik und Bildung behandelt.

Einführung in die Religionsdidaktik

Zeit: Fr. 16-18 | Raum: GA 03/149
Beginn: 20.10.2017 | VSPL: Nr. 020090
BA: Modul VII | Magister Theologiae: Modul XIII
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Glauben lehren als Akt geistlicher Gewalt oder Hilfe zur Menschwerdung des Menschen? Welcher Stellenwert kommt dabei dem Religionsunterricht zu? Fungiert er als letzte Bastion kirchlicher Sozialisation in der allgemeinen "Verdunstung des Glaubens"? Oder steht er vielleicht doch im Dienste der Mündigkeit der Schülerinnen und Schüler angesichts ihrer "unsichtbaren Religion" (Luckmann) und hätte damit durch seinen Beitrag zum schulischen Bildungsauftrag seinen unverzichtbaren Platz in der öffentlichen Schule? Reicht aber dazu eine reine Information über Religion aus oder müsste dieser Religionsunterricht nicht doch konfessionell geprägt sein?

Ein breites Themenspektrum eröffnet sich angesichts dessen für die Vorlesung. Vor dem Hintergrund der Erarbeitung eines pluralitätsfähigen Religionsbegriffs werden religionsdidaktische Konzepte ebenso in näheren Augenschein genommen wie Begründungen und Zielsetzungen des Religionsunterrichts und die Rolle der Schülerinnen und Schüler wie der Unterrichtenden.

Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit im Kontext von Gewalt

Zeit: Blockseminar (s.u.) | Raum: wird noch bekannt gegeben
Beginn: 08.12.2017 | VSPL: Nr. 020093
BA: Modul VI | MEd nach alter Ordnung: Modul E | MEd nach neuer Ordnung: Modul E und C| Magister Theologiae: Modul XIII
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sind nicht nur Gegenstand zentraler Auseinandersetzungen in der Gotteslehre. Wie ist Gott? Gerecht, einer, der das Recht gegen die Mächtigen für die Schwachen durchsetzt? Aber zeigt sich Gott im Alten und im Neuen Testament nicht immer auch als barmherziger Gott? Wie ist beides zu vermitteln? Dürfen die Tyrannen der Geschichte Barmherzigkeit erwarten, auch dann, wenn dies zu Lasten der Gerechtigkeit ginge? Das sind Fragen, die ebenfalls für die Religionspädagogik wichtig sind. Nicht nur als Thema, sondern auch bis in die Gestaltung des Unterrichts hinein, ist dies von Belang.
Besondere Anschärfung erfährt das Thema, wenn man es in bestimmten gesellschaftlichen Kontexten ansiedelt. Insbesondere in den Kontexten Lateinamerikas, in denen Gewalt und extreme soziale Spaltung vorherrschen, ist dies virulent. Aber auch in den wachsenden sozialen Spannungen des Ruhrgebietes zeigt sich - wenn auch unter anderen Voraussetzungen - dessen Relevanz.
Dieses Hauptseminar führt systematisch-theologische, religionspädagogische und pädagogische Perspektiven auf diesem Feld zusammen, indem Zugänge aus der Befreiungstheologie, aus der Befreiungspädagogik und aus einer kontextuellen Religionspädagogik bearbeitet werden. Damit ist es sowohl ein interdisziplinär wie interkulturell ausgerichtetes Seminar, weil es von dem namenhaften Befreiungstheologien Brasiliens, Prof. Dr. Erico Hammes, sowie dem Lehrstuhlinhaber der RUB geleitet wird.

Seminarzeiten:
08.12.17 | 12 - 14 Uhr Einführung/Organisatorisches
15.12.17 | 12 - 16 Uhr Thematischer Block I: Gotteslehre
12.01.18 | 12 - 16 Uhr Thematischer Block II: Befreiungspädagogik Paule Freire
19.01.18 | 12 - 18 Uhr Thematischer Block III: Religionspädagogik
20.01.18 | 10 - 16 Uhr Bündelung / Perspektiven der Weiterarbeit

Interreligöses Lernen

Zeit: Fr. 8-10 | Raum: GABF 04/714
Beginn: 20.10.2017 VSPL: Nr. 020094
MEd nach alter Ordnung: Modul B | MEd nach neuer Ordnung: Modul E | Magister Theologiae: Modul IV
Dozent: Patrik Dzambo

Wahrscheinlich gibt es derzeit kaum eine größere Herausforderung für religiöse Bildungsprozesse als die Nähe des Fremden in einer pluralen Gegenwart. Vor allem mit anderen Religionen und Kulturen sind wir konfrontiert. Was für die einen eine enorme Bereicherung darstellt, führt bei anderen nicht selten zu Irritation und Unsicherheit. Wie kann ein Religionsunterricht mit diesem Phänomen umgehen? Welche religionstheologischen Positionen gibt es? Welche religionsdidaktischen Konzepte führen weiter? Welche Kompetenzen werden angestrebt?
Das vorliegende Seminar setzt sich mit dieser spannenden Debatte auseinander und führt ein in den Horizont einer pluralitätsfähigen Religionspädagogik, die ihre Relevanz gerade im Kontext interreligiösen Lernens unter Beweis stellen muss.


Inklusion und Religionspädagogik

Zeit: Do. 08-10 | Raum: wird noch bekannt gegeben
Beginn: 19.10.2017 | VSPL: Nr.
MEd nach alter Ordnung: Modul E | MEd nach neuer Ordnung: Modul C
Dozent: Claudia Wilhelm

In diesem Seminar werden religionspädagogische Methoden im inklusiven RU exemplarisch betrachtet. Ebenso werden die Entwicklung von Unterrichtssequenzen und konzeptionelle Fragestellungen für einen gelingenden RU in heterogenen Lerngruppen thematisiert.

Begleitung/Nachbereitung Praxissemster

Zeit: Fr. 10-12 | Raum: wird noch bekannt gegeben
Beginn: n.V. | VSPL: Nr. 020097
MEd nach neuer Ordnung: Modul A
Dozent: Marcin Morawski

Dieses Seminar dient dazu, Erfahrungen im Praxissemester zu thematisieren und im Kontext religionspädagogischer Theorien zu reflektieren. Darüber hinaus erhalten die Studierenden Gelegenheit, ihre Konzepte für theoriegeleitete Erkundungen vorzustellen und kritisch zu diskutieren.

Sprache im Religionsunterricht vor dem Hintergrund der Bildungsgerechtigkeit

Zeit: Mi. 16-18 | Raum: GABF 04/714
Beginn: 18.10.2017 | VSPL: Nr. 020095
BA: Optionalbereich
Dozent: Marcin Morawski

In diesem Seminar soll es zunächst darum gehen, Bildungsgerechtigkeit im theoretischen Kontext zu erschließen, wobei Bildungstheorien sowie Theorien der Gerechtigkeit Gegenstand der Auseinandersetzung sein sollen.
Im zweiten Schritt soll die Bedeutung von Sprache für den Religionsunterricht herausgestellt werden, um schließlich Konzepte zur Sprachförderung im Religionsunterricht zu untersuchen, zu bewerten und gemäß aktueller Ansätze der Sprachförderung im Fach selbst zu entwickeln.

Religionspädagogisches Vorbereitungsseminar auf die Praxis

Zeit: Fr. 12-14 | Raum: GABF 04/714
Beginn: 20.10.2017 | VSPL: Nr. 020096
MEd nach alter Ordnung: A | MEd nach neuer Ordnung: A
Dozent: Marcin Morawski

Dieses Seminar dient sowohl der Vorbereitung auf das Blockpraktikum als auch auf das Praxissemester. Es sollen hierbei ausgewählte religionspädagogische Konzepte hinsichtlich ihrer Relevanz für die Praxis untersucht werden. Diese können Grundlage für theoriegeleitete Erkundungen im Rahmen des Praxissemesters bzw. für den Beobachtungsschwerpunkt im Rahmen des Blockpraktikums sein.
Planung, Durchführung und Reflexion von Religionsunterricht sind ebenfalls Gegenstand des Seminars. Dabei sollen u.a. folgende Fragestellungen berücksichtigt werden: Welche Vorgaben findet man in den Curricula? Wie wird ein Unterrichtsgegenstand zu einem Thema? Wie findet und formuliert man Unterrichtsziele? Wie lassen sich diese operationalisieren? Welche Materialien und Methoden eigenen sich, um die gesetzten Lernziele zu erreichen? Welche Kompetenzen können die Schüler erlangen? Wie baut man eine Stunde auf? (...)


Von der Vielfalt religiöser Erfahrung

Zeit: Fr. 8-10 | Raum: GA 6/134
Beginn: 20.10.2017 | VSPL: Nr. 020098
BA 2004/2012: Modul VII
Dozent: Marcin Morawski

Von der Vielfalt religiöser Erfahrung
Klassiker der Religionswissenschaft, Religionsphilosophie und der Religionspsychologie für Religionspädagogen



Aktuelle Diskussionen der Religionspädagogik

Für weitere Informationen bitte den Aushang vor den Räumen GA 7/40-42 beachten.
VSPL: Nr. 020100
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Im Oberseminar sollen aktuelle Debatten der Religionspädagogik wahrgenommen, diskutiert und kritisch beurteilt werden. Es richtet sich an Interessierte aus höheren Fachsemestern, Examenskandidaten und Doktoranden.