Sommersemester 2016

Vorlesungen


Hauptseminare




Einführung in Religiöses Lernen

Zeit: Fr 12-14 | Raum: GA 03/149
Beginn: 29.04.2016 | VSPL: (Nr. 020091)
MEd (2005): Modul A | MEd (2013): Modul A
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Religionsunterricht ist in der öffentlichen Schule ein ordentliches Lehrfach. Er hat Teil am Bildungsauftrag der Schule und ordnet sich ein in deren institutionelles Bedingungsgefüge. Impliziert wird damit freilich etwas behauptet, was pädagogisch wie theologisch keineswegs selbstverständlich ist: die Lehrbarkeit und Lernbarkeit von Religion. Wenngleich zwischen Religion und Glaube zu unterscheiden ist, stellen sich doch bereits hinsichtlich der Religion erhebliche Zweifel an deren Erlernbarkeit ein. Kann man Religion lernen? Oder erschließen sich nur Teilaspekte dem Lernprozess, während andere – vielleicht sogar die elementarsten – vom Lernprozess gerade nicht erfasst werden können? Was bedeutet Lernen im Bereich Religion, wozu dient es? Gibt es Bezüge zwischen der biographischen Entwicklung des Denkens und bestimmten Formen religiösen Lernens?
Diesem komplexen Gefüge widmet sich die Vorlesung in vier Schritten. Nach einer Auseinandersetzung mit dem Religionsbegriff und dem Begriff des Lernens werden Aspekte religiösen Lernens und der Zusammenhang zwischen Religionspädagogik und Bildung behandelt.

Religion unterrichten. Einführung in die Religionsdidaktik

Zeit: Fr 10-12 | Raum: GA 03/149
Beginn: 29.04.2016 | VSPL: (Nr. 020090)
BA: Modul VII
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Glauben lehren als Akt geistlicher Gewalt oder Hilfe zur Menschwerdungen des Menschen? Welcher Stellenwert kommt dabei dem Religionsunterricht zu? Fungiert er als letzte Bastion kirchlicher Sozialisation in der allgemeinen „Verdunstung des Glaubens“? Oder steht er vielleicht doch im Dienste der Mündigkeit der Schülerinnen und Schüler angesichts ihrer „unsichtbaren Religion“ (Luckmann) und hätte damit durch seinen Beitrag zum schulischen Bildungsauftrag seinen unverzichtbaren Platz in der öffentlichen Schule? Reicht aber dazu eine reine Information über Religion aus oder müsste dieser Religionsunterricht nicht doch konfessionell geprägt sein?

Ein breites Themenspektrum eröffnet sich angesichts dessen für die Vorlesung. Vor dem Hintergrund der Erarbeitung eines pluralitätsfähigen Religionsbegriffs werden religionsdidaktische Konzepte ebenso in näheren Augenschein genommen wie Begründungen und Zielsetzung des Religionsunterrichtes und die Rolle der Schülerinnen und Schüler wie der Unterrichtenden.

Ethisches Lernen

Zeit: Di 14-16 | Raum: GA 6/131
Beginn: 19.04.2016 | VSPL: (Nr. 020092)
MEd (2005): Modul C | MEd (2013): Modul D
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Kann man Ethik lernen? Was ist überhaupt damit gemeint im Unterschied zu Moral? Wo sind die Bezüge zum Religionsunterricht, wo das Spezifische ethischen Lernens im Kontext von Religion?

Dieser komplexen Problematik geht das Hauptseminar nach.

Religionsunterricht denken. Neue Konzeption zum Religionsunterricht

Zeit: Fr 14-16 | Raum: GA 6/131
Beginn: 29.04.2016 | VSPL: (Nr. 020093)
BA: Modul VI
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Die Religionspädagogik ist in Bewegung gekommen. Eine Vielzahl an neuen Konzepten und Entwürfen zum Religionsunterricht ist entstanden. Man traut Konzepten zu, den oft in Misskredit geratenen Religionsunterricht zu verbessern. Andere hingegen sprechen bereits von einer „Neuen Unübersichtlichkeit“. Manche glauben gar, in der Vielzahl neu entstehender Konzepte vor allem das modische Diktat wohlfeiler Marktförmigkeit oder gar die Profilierungssucht ihrer Autoren erkennen zu können, währen man andernorts die Relevanz von Konzepten für die konkrete Planung, Durchführung und Reflexion grundsätzlich in Frage stellt.
Das Seminar will in dieser Situation einen Überblick über aktuelle Konzeptionen zum Religion erarbeiten und dabei der Frage nachgehen, inwiefern die Konzepte einen Beitrag zu einem guten Religionsunterricht leisten.
Von den Teilnehmern wird aktive Mitarbeit erwartet. Dazu zählt die vorbereitende Lektüre der im Blackboard eingestellten Texte.

Von Gott sprechen - aber wie? Einführung in die Gotteslehre aus religionspädagogischer Perspektive

Zeit: D0 10-12 | Raum: GA 04/354
Beginn: 21.04.2016 | VSPL: (Nr. 020098)
BA: Modul VII
Dozent: Marcin Morawski

Reden Menschen von Gott, so spielen ihre Gottesbilder dabei eine zentrale Rolle. Diese selbst sind von zahlreichen Faktoren geprägt, wie z.B. der (religiösen) Sozialisation oder entwicklungspsychologischen Aspekten. Gottesbilder sind dabei nicht starr, sondern durchlaufen im Laufe des Lebens zahlreiche Wandlungen, insbesondere im Kindes- und Jugendalter. Die Entwicklung verläuft von anthropomorphen hin zu symbolischen oder abstrakten Vorstellungen. Die Entwicklung der Gottesbilder erfolgt nicht automatisch, ein Stehenbleiben auf der antropomorphen Stufe ist möglich. Möchte man mit Schülerinnen und Schülern über Gott reden, ist dies zu berücksichtigen und die Fragen nach dem "wie, womit und wohin" von zentraler Bedeutung. Es wird zu diskutieren sein, wie man als Lehrer mit den Gottesbildern der Schülerinnen und Schülern umgehen sollte, inwiefern "Brucherfahrungen" bezüglich der Gottesbilder der Schülerinnen und Schüler von seiten der Lehrkraft initiiert werden sollten, welche Methoden dazu geeignet sind und welche Ziele das Reden von Gott im Unterricht haben kann. In dem Hauptseminar soll es daher darum gehen, Möglichkeiten des Redens von Gott in der Schule unter der Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Faktoren und der Vorgaben der Lehrpläne zu entwickeln und zu erproben und die Möglichkeiten und Grenzen des Redens von Gott in der Schule auszuloten. Die Auseinandersetzung mit biblischen Gottesbildern, mit dem Bilderverbot Ex 20, 1-11, mit Gottesbildern in der Mystik, mit Gottesbildern anderer Religionen sowie auch mit religionskritischen Aspekten soll ebenfalls Gegenstand des Seminars sein. Aktive Mitarbeit wird vorausgesetzt.


Mit Pluralität leben. Interreligiöses Lernen

Zeit: Fr 10-12 | Raum: GABF 04/714
Beginn: 22.04.2016 | VSPL: (Nr. 020094)
MEd nach alter Ordnung: Modul B | MEd nach neuer Ordnung: Modul E | Magister Theologiae: M22
Dozent: Patrik Dzambo

Religiöse Pluralität markiert ein wesentliches Signum unserer Zeit. Durch die Vielfalt an religiösen Orientierungssystemen und Sinnkonzepten sieht sich nicht zuletzt auch religionspädagogisches Denken und Handeln mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Doch wie gestaltet sich diese Pluralität und welche Antworten wurden hierauf gefunden? Wie kann ein Religionsunterricht mit diesen Phänomenen umgehen? Welche religionstheoretischen Positionen gibt es hierzu? Welche Konzepte führen weiter?
Im folgenden Seminar soll in diese Debatte eingeführt und damit der Horizont einer pluralitätsfähigen Religionspädagogik eröffnet werden, die ihre Relevanz gerade im Kontext interreligiösen Lernens unter Beweis stellen muss.

Begleitung/Nachbereitung des Praxissemsters

Zeit: Fr 10-12 | Raum: GA 7/42
Beginn: n.V. | VSPL: (Nr. 020096)
MEd nach neuer Ordnung: Modul A
Dozent: Marcin Morawski

Dieses Seminar dient dazu, Erfahrungen im Praxissemster zu thematisieren und im Kontext relgionspädagogischer Theorien zu reflektieren. Darüber hinaus erhalten die Studierenden Gelegenheit, ihre Konzepte für theoriegeleitete Erkundungen vorzustellen und kritisch zu diskutieren.

Erfahrungen mit dem Religionsunterricht

Zeit: 23.04.2015 9-16 Uhr (Blockveranstaltung)| Raum: GA 6/131
Beginn: 23.04.2016 | VSPL: (Nr. 020095)
MEd (2005): Modul A
Dozent: Marcin Morawski

Das Seminar richtet sich an die Studierenden, die das Seminar Religionsdidaktik- und Methodik besucht und das vierwöchige Praktikum absolviert haben.
Die Studierenden erhalten Gelegenheit, sich über ihre Erfahrungen im Praktikum auszutauschen, ihre Lehrerrolle sowie ihre gehaltenen Unterrichtsstunden zu reflektieren und Lösungsansätze für mögliche Probleme und Schwierigkeiten zu entwickeln.
Des Weiteren bietet sich die Gelegenheit, einen Materialpool anzulegen.

Kinder und Jugendliche als Christologen

Zeit: Do 8-10 | Raum: GABF 04/714
Beginn: 21.04.2016 | VSPL: (Nr. 020097)
MEd (2005): Modul D | MEd (2013): Modul B
Dozent: Marcin Morawski

„Kinder sind die wahren Philosophen“ sagte einst Karl Jaspers. Wer Gelegenheit hatte, mit Kindern und Jugendlichen über theologische Fragestellungen ins Gespräch zu kommen, wird bestätigen, dass diese auch großartige Theologen sind. Aus dem Bauch heraus stellen sie die großen Fragen der Theologie wie z.B.: „War Jesus ein Mensch, Gott oder beides? Warum ist er am Kreuz gestorben? Warum hat Gott dies nicht verhindert? Was heißt Auferstehung?“ Als Theologe gerät man leicht in Verlegenheit, versucht man darauf Antworten zu finden, die der Sache gerecht werden und dem Verständnishorizont und Entwicklungstand der Kinder und Jugendlichen entsprechen sollen.
In diesem Seminar soll der Fokus auf christologische Fragestellungen gerichtet werden.
Dabei soll aus religionspädagogischer Perspektive untersucht werden, wie diese Kindern und Jugendlichen vermittelt werden können. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die Kinder- und Jungendtheologie gerichtet werden. Diese nimmt Kinder und Jugendliche als Subjekte der Theologie ernst und sucht nach Wegen, wie ihre theologischen Fragenstellungen für Lernprozesse fruchtbar gemacht werden können.

Religionspädagogisches Vorbereitungsseminar auf die Praxis

Zeit: Mi 8-10 | Raum: GABF 04/714
Beginn: 20.04.2016 | VSPL: (Nr. 020099)
MEd (2005): Modul A | MEd (2013): Modul A
Dozent: Marcin Morawski

Dieses Seminar dient sowohl der Vorbereitung auf das Blockpraktikum als auch auf das Praxissemster. Es sollen hierbei ausgewählte religionspädagogische Konzepte hinsichtlich ihrer Relevanz für die Praxis untersucht werden. Diese können Grundlage für theoriegeleitete Erkundungen im Rahmen des Praxissemesters bzw. für den Beobachtungsschwerpunkt im Rahmen des Blockpraktikums sein.
Planung, Durchführung und Reflexion von Religionsunterricht sind ebenfalls Gegenstand des Seminars. Dabei sollen u.a. folgende Fragestellungen berücksichtigt werden: Welche Vorgaben findet man in den Curricula? Wie wird ein Unterrichtsgegenstand zu einem Thema? Wie findet und formuliert man Unterrichtsziele? Wie lassen sich diese operationalisieren? Welche Materialien und Methoden eignen sich, um die gesetzten Lernziele zu erreichen? Welche Kompetenzen können die Schüler erlangen? Wie baut man eine Stunde auf? (...)

Sprache im Religionsunterricht vor dem Hintergrund der Bildungsgerechtigkeit

Zeit: Fr 8-10| Raum: GABF 04/354
Beginn: 22.04.2016 | VSPL: (Nr. 020101)
BA: Optionalbereich
Dozent: Marcin Morawski

In diesem Seminar soll es zunächst darum gehen, Bildungsgerechtigkeit im theoretischen Kontext zu erschließen, wobei Bildungstheorien sowie Theorien der Gerechtigkeit Gegenstand der Auseinandersetzung sein sollen.

Im zweiten Schritt soll die Bedeutung von Sprache für den Religionsunterricht herausgestellt werden, um schließlich Konzepte zur Sprachförderung im Religionsunterricht zu untersuchen, zu bewerten und gemäß aktueller Ansätze der Sprachförderung im Fach selbst zu entwickeln.