Wintersemester 2014/2015

Vorlesungen


Hauptseminare


Oberseminar



Glauben lernen? Einführung in die Religionspädagogik

Zeit: Fr 10-12 | Raum: GA 03/149
Beginn: 10.10.2014 | VSPL: (Nr. 020097)
BA: Modul VI
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Den Glauben lehren und lernen zu wollen birgt unter den Bedingungen einer pluralisierten und globalisierten Welt enorme Herausforderungen. Gängige Muster der Glaubensweitergabe sind deutlich an ihre Grenzen gelangt. Religiöse Milieus sind ausdifferenziert. Kulturelle, kirchliche und lebensweltliche Verwurzelungen des Glaubens sind verblasst, ohne dass Religion verschwunden ist. Religion ist einerseits unsichtbar geworden, drängt aber andererseits mit Macht in die Öffentlichkeit. Wie soll unter solchen Bedingungen von Pluralisierung und Säkularisierung Glaube gelernt werden können ? Welche Lernorte des Glaubens gibt es und welche innere Logik des Glaubenlehrens und Glaubenlernens findet sich dort? Was passiert mit Religion und Glaube, wenn sie in Bildungskontexte eintreten?
Die Vorlesung will nach einer Ausleuchtung des Kontextes gegenwärtigen Glaubenlehrens und Glaubenlernens im Lichte bildungstheoretischer Überlegungen Konzepte, Dimensionen und Prinzipien der Religionsdidaktik und der Katechese diskutieren.


"Was Hänschen nicht lernt...!?" Einführung in Religiöses Lernen

Zeit: Di 14-16 | Raum: GA 03/149
Beginn: 14.10.2014 | VSPL: (Nr. 020098)
MEd (2005/2013): Modul A | MA: Modul I
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Religionsunterricht ist in der öffentlichen Schule ein ordentliches Lehrfach. Er hat Teil am Bildungsauftrag der Schule und ordnet sich ein in deren institutionelle Bedingungsgefüge. Implizit wird damit freilich etwas behauptet, was pädagogisch wie theologisch keineswegs selbstverständlich ist: die Lehrbarkeit und Lernbarkeit von Religion. Wenngleich zwischen Religion und Glaube zu unterscheiden ist, stellen sich doch bereits hinsichtlich der Religion erhebliche Zweifel an deren Erlernbarkeit an. Kann man Religion lernen? Oder erschließen sich nur Teilaspekte dem Lernprozessm während andere - vielleicht sogar die elementarsten - vom Lernprozess gerade nicht erfasst werden können? Was bedeutet Lernen im Bereich Religion, wozu dient es? Gibt es Bezüge zwischen der biographischen Entwicklung des Denkens und bestimmten Formen religiösen Lernens?
Diesem komplexen Gefüge widmet sich die Vorlesung in vier Schritten. Nach einer Auseinandersetzung mit dem Rleigionsbegriff und dem Begriff des Lernens werden Aspekte religiösen Lernens und der Zusammenhang zwischen Religionspädagogik und Bildung behandelt.

Von Gott reden, aber wie? Einführung in das Thema Gotteslehre in der Schule

Zeit: Di 12-14 | Raum: GA 6/134
Beginn: 07.10.2014 | VSPL: (Nr. 020107)
BA: Modul VI
Dozent: Marcin Morawski

Reden Menschen von Gott, so spielen ihre Gottesbilder dabei eine zentrale Rolle. Diese selbst sind von zahlreichen Faktoren geprägt, wie z.B. der (religiösen) Sozialisation oder entwicklungspsychologischen Aspekten. Gottesbilder sind dabei nicht starr, sondern durchlaufen im Laufe des Lebens zahlreiche Wandlungen, insbesondere im Kindes- und Jugendalter. Die Entwicklung verläuft von anthropomorphen hin zu symbolischen oder abstrakten Vorstellungen. Die Entwicklung der Gottesbilder erfolgt nicht automatisch, ein Stehenbleiben auf der antropomorphen Stufe ist möglich. Möchte man mit Schülerinnen und Schülern über Gott reden, ist dies zu berücksichtigen und die Fragen nach dem "wie, womit und wohin" von zentraler Bedeutung. Es wird zu diskutieren sein, wie man als Lehrer mit den Gottesbildern der Schülerinnen und Schülern umgehen sollte, inwiefern "Brucherfahrungen" bezüglich der Gottesbilder der Schülerinnen und Schüler von seiten der Lehrkraft initiiert werden sollten, welche Methoden dazu geeignet sind und welche Ziele das Reden von Gott im Unterricht haben kann. In dem Hauptseminar soll es daher darum gehen, Möglichkeiten des Redens von Gott in der Schule unter der Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Faktoren und der Vorgaben der Lehrpläne zu entwickeln und zu erproben und die Möglichkeiten und Grenzen des Redens von Gott in der Schule auszuloten. Die Auseinandersetzung mit biblischen Gottesbildern, mit dem Bilderverbot Ex 20, 1-11, mit Gottesbildern in der Mystik, mit Gottesbildern anderer Religionen sowie auch mit religionskritischen Aspekten soll ebenfalls Gegenstand des Seminars sein. Aktive Mitarbeit wird vorausgesetzt.

Mit Pluralität leben. Interreligiöses Lernen

Zeit: Fr 14-16 | Raum: GABF 04/714
Beginn: 10.10.2014 | VSPL: (Nr. 020096)
MEd (2005): Modul B
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Wahrscheinlich gibt es derzeit kaum eine größere Herausforderung für religiöse Bildungsprozesse als die Nähe des Fremden in einer pluralen Gegenwart. Vor allem mit anderen Religionen und Kulturen sind wir konfrontiert. Was für die einen eine enorme Bereicherung darstellt, führt bei anderen nicht selten zu Irritation und Unsicherheit. Wie kann ein Religionsunterricht mit diesem Phänomen umgehen? Welche religionstheologischen Positionen gibt es? Welche religionspädagogischen Konzepte führen weiter? Welche Kompetenzen werden angezielt? Das vorliegende Seminar setzt sich mit dieser spannenden Debatte auseinander und führt ein in den Horizont einer pluralitätsfähigen Religionspädagogik, die ihre Relevanz gerade im Kontext interreligiösen Lernens unter Beweis stellen muss.
Von den Teilnehmern wird aktive Mitarbeit erwartet. Dazu zählt die vorbereitende Lektüre der im Blackboard eingestellten Texte.

Bildungsgerechtigkeit als Thema für den RU

Zeit: Fr 12-14 | Raum: GABF 04/714
Beginn: 10.10.2014 | VSPL: (Nr. 020095)
MEd (2005): Modul E
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Bildungsgerechtigkeit stellt nicht zuletzt in Deutschland ein brisantes Problem dar. Nach neuesten Bildungsstudien zeigt sich, dass in kaum einem anderen Land die Bildungserfolge so stark vom Status der Eltern abhängig und in einem eklatanten Maße Bildungschancen ungleich verteilt sind. Dies bildet sich auch im Schulsystem selber und in den unterschiedlichen Schulformen ab.
Derzeit wird deshalb in vielen Wissenschaften Bildungsgerechtigkeit intensiv erforscht. Die Religionspädagogik hat hier jedoch erheblichen Nachholbedarf. Ein solches Desiderat fällt umso schwerer ins Gewicht, als es gerade die Religionspädagogik sein müsste, die sich aus ihren Basisaxiomen der Gottesebenbildlichkeit und der Subjektorientierung mit Bildungsgerechtigkeit beschäftigen müsste. Immerhin geht es dieser zentral um die Mündigkeit und Autonomie der Lernenden. Ein Menschenrecht auf Bildung wird damit zur religionspädagogischen Sache selbst.
Stattdessen jedoch bemüht sich zwar die Religionspädagogik um Heterogenitätsfähigkeit und Pluralitätsfähigkeit, scheint aber dabei in einer kulturalistischen Verengung die soziokulturellen Faktoren religiösen Lernens abzublenden und ihre eigene Standortgebundenheit in einem bildungsbürgerlichen Milieu zu übersehen. Es kann sein, dass dadurch der Religionsunterricht das eigene Postulat der Subjektorientierung als einer „Sprachschule der Freiheit“ unterläuft und selber zur Bildungsungerechtigkeit beiträgt. Darum müsste die Auseinandersetzung damit grundlegend eingehen in religionspädagogische und religionsdidaktische Konzeptbildung. Sie müsste Konsequenzen haben für die Lehrerbildung, für die Planung und Gestaltung des RU bis in Ansätze der Kinder und Jugendtheologie hinein.
Dieses Seminar begreift die Bildungsgerechtigkeit als eine massive Herausforderung für religiöse Bildung in Schule und Gemeinde. Es analysiert besonders eklatante Bereiche der Bildungsungerechtigkeit, bewertet diese im Lichte eines interdisziplinär gewonnenen Gerechtigkeitsbegriffs und nimmt bildungstheoretische und unterrichtspraktische Aspekte religiösen Lehrens und Lernens in den Blick.
Von den Teilnehmern wird aktive Mitarbeit erwartet. Dazu zählt die vorbereitende Lektüre der im Blackboard eingestellten Texte.


Schöpfung und Ethik

Zeit: Mo 08-10 | Raum: GA 6/134
Beginn: 06.10.2014 | VSPL: (Nr. 020110)
MEd (2005): Modul C
Dozent: Marcin Morawski

Die Zahl biotechnologischer Entwicklungen ist in den letzten Jahrzehnten rasant angestiegen. Genetische Manipulation, Klonen und Präimplantationsdiagnostik sind nur einige Beispiele hierfür. Die Qualität dieser Technologien ist neu, greifen diese in einem bisher nie gewesenem Ausmaß in die Schöpfung ein und stellen zugleich das bisherige Verständnis von Mensch und Natur in Frage. Der Mensch spielt zunehmend die Rolle des Schöpfers. Wie lässt sich dies ethisch bewerten? Wie positioniert sich die christliche Ethik hierzu, die von der Welt als Schöpfung spricht und den Menschen als Ebenbild Gottes ansieht? In diesem Seminar sollen zunächst die Grundlagen christlicher Ethik beleuchtet werden, wie das o.g. Menschenbild der biblischen Schöpfungsberichte sowie des Neuen Testaments. In einem zweiten Schritt soll eine Auseinandersetzung mit den o.g. ethischen Herausforderungen der Gegenwart aus christlicher wie auch nichtchristlicher Sichtweise stattfinden, wobei verschiedene ethische Modelle berücksichtigt werden. Eine Aufgabe wird es hierbei sein, diese Thematik für den Religionsunterricht praxisnah aufzubereiten.



Religionsdidaktik und -methodik

Zeit: Fr 10-12 | Raum: GA 6/134
| VSPL: 31.08.2014 (Nr. 020116)
MEd (2005): Modul A
Dozentin: Stephanie Dahm

Was erwartet mich im Praktikum? Wie plane ich eine Religionsstunde? Was unterscheidet den Religionsunterricht von anderen Fächern und was macht ihn so besonders für Schülerinnen und Schüler als Subjekte schulischen Lernens?
Ziel des Seminars, das auf das vierwöchige Kernpraktikum vorbereiten soll, ist es für die theoriegeleitete Organsiation und Planung von Religionsunterreicht vorzubereiten und zugleich eine Sensibilität für die Durchführrung von Religionsunterricht zu entwickeln, indem einzelne Methoden und die einzelnen Phasen des Unterrichts durch Simulationen erforscht und in ihrem Anschluss reflektiert werden.
Gemeinsam werden im Seminar die Operatoren erarbeitet sowie die einzelnen Kompetenzbereiche des Kernlehrplanes NRW, die zur Formulierung von Zielen für Unterrichtsstunden notwendig sind.

In Vorbereitung auf das Referendariat wird die Prüfungsleistung eine Verschriftlichung der Reflexion über die Sitzung/Simulation sein, die auf den inhaltsfeldübergreifenden Kompetenzen des Kernlehrplans NRW basiert.


Erfahrungen mit dem Religionsunterricht

Zeit: *) 9-15 | Raum: GA 6/131
Beginn: *) | VSPL: 01.08.2014 (Nr. 020115)
MEd (2005): Modul A
Dozentin: Stephanie Dahm

*) Blockseminar: 11.10. bzw. 18.10.2014 von 9 bis 15 Uhr. Anmeldung über die Dozentin. Teilnehmer des Seminars ,,Religionsdidaktik- und -methodik" des SoSe 2014 sind automatisch angemeldet!

Gemeinsames Ziel dieses Blockseminares ist die Reflexion der Konzepte und der Austausch über die Methoden und persönlichen Erfahrungen mit der Rolle als Religionslehrer und den Schülerinnen und Schülern, die in diesem Seminar ausführlich reflektiert werden und als Impulse für den anstehenden Praktikumsbericht dienen sollen.
Die Inhalte des Seminars orientieren sich somit nicht nur an die Kompetenzmodelle und Theorien, die im Vorbereitungsseminar erarbeitet wurden, sondern lassen auch Raum für eigene Gesprächsanliegen zu.
Die Diskussionen und Beiträge sollen als Grundlage für die Reflexion dienen, die in Form des Praktikumsberichtes im Anschluss an das Seminar zur Kreditierung der Veranstaltung geschrieben werden soll.


"Ein Haus voll Glorie, schauet" - Kirche im Religionsunterricht

Zeit: Di 08-10 | Raum: GABF 04/352
Beginn: 07.10.2014 | VSPL: (Nr. 020109)
MEd (2013): Modul C
Dozentin: Marcin Morawski

"Die Bindung an die Kirche ist gelockert, bei vielen, bei der Mehrheit der Jugend zerbrochen." (Noelle-Neummann/Köcher). Wie ist das Verhältnis zwischen Kirche und Jugend heute? Kann Kirche noch Jugendliche ansprechen und einen Beitrag zum religiösen Lernen leisten? Wie kann das Thema Kirche Jugendlichen im Religionsunterricht vermittelt werden? In dem Hauptseminar soll diesen Fragestellungen praxisbezogen nachgegangen werden. Dabei soll "Kirche" aus unterschiedlichen Blickpunkten behandelt werden, u.a. Kirche als Ort religiöser Sozialisation, Kirche als Institution, Kirche in ihrer Verantwortung für die Welt, Kirchenkritik sowie die "Theologie" von Kirchenbauten.

Sprache im Religionsunterricht vor dem Hintergrund der Bildungsgerechtigkeit

Zeit: Di 10-12 | Raum: GA 6/134
Beginn: 07.10.2014 | VSPL: (Nr. 020108)
MEd (2013): Optionalbereich
Dozentin: Marcin Morawski

Die Sprache spiegelt die (soziale) Herkunft eines Menschen, Sprache ist Grundlage für den Aufstieg im sozialen Raum (Bourdieu). Die Pisastudien haben gezeigt, dass in Deutschland die soziale Herkunft in besonderem Maße über den Schulerfolg entscheidet. Fokussiert wird im Hauptseminar die Fragestellung, welche Rolle Sprache im Religionsunterricht vor dem Hintergrund einer Bildungsgerechtigkeit spielen kann. Ausgewählte religionsdidaktische Konzepte wie z.B. die Symboldidaktik sollen diesbezüglich erforscht und geprüft werden. Daneben sollen auch neue Möglichkeiten erörtert werden, wie Sprache im Religionsunterricht zur Bildungsgerechtigkeit beitragen kann.

Aktuelle Diskussionen der Religionspädagogik

Zeit: n.V. | Raum: wird durch Aushang bekannt gegeben
Beginn: wird durch Aushang bekannt gegeben | VSPL: (Nr. 020094)
Dozent: Prof. Dr. Bernhard Grümme

Im Oberseminar sollen aktuelle Debatten der Religionspädagogik wahrgenommen, diskutiert und kritisch beurteilt werden. Es richtet sich an Interessierte aus höheren M.Ed-Semestern, Examenskandidaten und Doktoranden.
Die Veranstaltungen finden jeweils Dienstags, 16-20 Uhr statt. Beginn und Daten werden noch bekannt gegeben.