Vertebroplastie
Informationen
Was ist das?
Die Vertebroplastie ist ein Behandlungsverfahren zur Stabilisierung
von Wirbelkörpern.
Das Verfahren wird vornehmlich zur Schmerzbehandlung bei Wirbelkörperbrüchen
eingesetzt. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um
Brüche im Rahmen einer Osteoporose, aber auch gutartige und
bösartige Tumoren von Wirbelkörpern können ebenso
wie Brüche bei Patienten nach hochdosierter Kortisontherapie
behandelt werden.
Hierbei kann in 80-90% der Fälle eine oft unmittelbar nach
Behandlung einsetzende Schmerzreduktion bis hin zur Schmerzfreiheit
erreicht werden.
Die Stabilisierung des Wirbelkörpers sowie die Schmerzreduktion
eröffnen in vielen Fällen die Möglichkeit einer sofortigen
Mobilisation des Patienten. Hierdurch können unter Umständen
lange Liegezeiten und deren Komplikationen wie Lungenentzündungen
oder Thrombosen verhindert werden.
Wie ist der Ablauf?
Bei dem Verfahren wird in örtlicher Betäubung eine spezielle
Punktionsnadel unter Röntgenkontrolle vom Rücken her durch
die Haut in den gebrochenen Wirbelkörper eingebracht. Anschliessend
wird, ebenfalls unter röntgenologischer Kontrolle, zunächst
flüssiger Knochenzement über diese Nadel in den porösen
Wirbelkörper eingespritzt. Dabei genügen schon wenige
Milliliter des Knochenzementes, um dem Wirbelkörper wieder
Festigkeit zu verleihen. Innerhalb von Minuten härtet der Zement
aus, dadurch kommt es zu einer inneren Stabilisierung des Knochens
und zu einer schnellen und andauernden Schmerzlinderung. Ein weiteres
Zusammensinken des ehemals gebrochenen Wirbelkörpers wird durch
die Behandlung in der Regel verhindert.
Tut das weh?
Durch die lokale Betäubung und durch ein zusätzlich gegebenes
Schmerzmittel ist diese Behandlungsform nahezu schmerzfrei.
Weitere Informationen?
Obwohl das Verfahren bereits 1987 erstmals von Gallibert und Deramont
beschrieben und seitdem erfolgreich in Frankreich und den USA angewandt
wird, ist es hierzulande bislang kaum verbreitet. Wenngleich wissenschaftliche
Studien mit großen Patientenzahlen noch nicht vorliegen, so
sind die bislang gemachten Erfahrungen doch vielversprechend. Aufgrund
der noch eingeschränkten Erfahrungen in Deutschland werden
die Patienten zur Zeit auch in unserer Klinik noch sehr sorgfältig
nach genau definierten Kriterien ausgewählt. Hierzu gehören
Brüche der Wirbelkörper infolge von Knochenschwund (Osteoporose)
oder auch Knochenmetastasen (Absiedlung von bösartigen Tumoren).
In jüngster Zeit werden auch vermehrt akute Brüche bei
fehlendem konservativem Behandlungserfolg therapiert.
Aufgrund der positiven Erfahrungen ist zu erwarten, daß das
zu behandelnde Patientenspektrum bei allein in Deutschland geschätzten
250.000 Wirbelkörberbrüchen pro Jahr in Zukunft mehr und
mehr ausgeweitet wird.
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