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Die Nuklearmedizinische Abteilung des St. Josef-Hospitals Bochum

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Informationen

Dieser Zweig in der medizinischen Diagnostik arbeitet mit radioaktiven Stoffen. Diese radioaktiven Stoffe, auch Isotope genannt, werden meistens in die Vene gespritzt, gelegentlich auch in das Unterhautfettgewebe, manchmal geschluckt, eingeatmet oder für gelenktherapeutische Maßnahmen in das Gelenk eingebracht. Die Substanzen werden so gewählt, daß sie von dem zu untersuchenden Organ bevorzugt aufgenommen werden. Das radioaktive Isotop mit der größten Bedeutung in der Nuklearmedizin ist das Technetium. Die Halbwertzeit des Technetiums beträgt nur ca. 6 Stunden, d.h. in dieser Zeit ist die Hälfte des Materials zerfallen. Die Strahlenexposition bedingt durch die radioaktive Strahlung des Technetiums ist gering.

Es gibt zwei Hauptuntersuchungsarten in der Nuklearmedizin:

Abbildung eines Organs

Aus Form, Größe und Verteilung der radioaktiven Substanz ist zu erkennen, ob in einem Organ Krankheitsherde, Narben oder Entzündungen vorliegen.

Funktionsuntersuchung eines Organs

Dabei wird der Weg der radioaktiven Substanz durch den Körper bzw. durch das zu untersuchende Organ mit Hilfe von Meßsonden verfolgt. So wird dann beurteilt, ob das zu untersuchende Organ richtig arbeitet, oder eine Funktionsstörung vorliegt und an welcher Stelle diese Störung ist.

Die Messungen in dieser Isotopenabteilung werden mit einer Gammakamera durchgeführt. Hier wird die aus dem Körper des Patienten austretende Strahlung von der Kamera aufgenommen, so daß ein Bild zur Betrachtung entsteht. Mit der SPECT-Einrichtung (Single-Photonen-Emissions-Computer-Tomographie) der Gammakamera sind ähnlich wie in der Computertomographie auch Schnittbilder von inneren Körperstrukturen möglich. Die Bildbearbeitung findet mit einem Computer statt.

Wie schädlich sind die Untersuchungen in der Nuklearmedizin?

Die Menge der in den Körper eingebrachten radioaktiven Substanzen sind klein. Allergien und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Die Strahlenexposition des Patienten liegt bei einer Isotopenuntersuchung meistens im Bereich von vergleichbaren Röntgenuntersuchungen des Organs.
Es werden Isotope verwendet, die eine sogenannte Gammastrahlung aussenden. Nur ein geringer Teil dieser Strahlung wird vom Körper aufgenommen und biologisch wirksam. Die radioaktiven Substanzen werden in der Regel schnell vom Körper über die Nieren oder den Darm ausgeschieden.
Grundsätzlich wird nur bei strengen medizinischen Fragestellungen mit nuklearmedizinischen Methoden untersucht. Schwangere Frauen, von einem lebenswichtigen Grund abgesehen, gar nicht.

In unserer Abteilung werden folgende Organe untersucht:
Schilddrüse, Skelett, Nieren, Herz, Lunge, Gehirn, Verdauungssystem und Leber. Wir bieten wir auch die Therapie von Gelenken an, die sogenannte Radiosynoviorthese.


 

Knochenszintigramm

Die szintigrafische Darstellung von Knochen wird mit der radiopharmakologischen Verbindung 99m Technetium-Phosphonat erreicht. Die Phosphonate reichern sich vorübergehend in den Knochen an, in Abhängigkeit von Dicke, Durchblutung und Knochenstoffwechsel. Durch den Einsatz von Technetium als radioaktive Substanz ist auch hier die Strahlenbelastung äußerst gering. In der Szintigraphie können Ganzkörper- oder Teilkörperansichten aufgenommen werden. Skelettszintigramme werden bei Entzündungen, Verletzungen und Tumoren angefertigt.


 

Schilddrüsen – Szintigramm

Die Darstellung der Schilddrüse mit einem radioaktiven Stoff, auch Szintigraphie genannt, erlaubt Aussagen über Form, Lage Größe und Funktion der einzelnen Teile. Die Untersuchung erfolgt 20 – 30 Minuten nach Einspritzung von einer geringen Dosis 99m Technetiums. Danach stellt sich die Schilddrüse als etwas asymmetrische Schmetterlingsfigur dar, die sich in der Halsregion befindet.

Warum führt man ein Schildrüsenszintigramm durch?

Bei Erkrankungen der Schilddrüse, wird das Erscheinungsbild der Schilddrüse charakteristisch verändert und die Hormonproduktion kann gestört sein. Es kann eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse vorliegen. Eine optimale Diagnostik der Schilddrüse ist eine Kombination aus dem Schilddrüsenszintigramm in Verbindung mit einer Ultraschalluntersuchung und einer Hormonuntersuchung.

Eine Schildrüsenvergrößerung, im Volksmund Kropf genannt, eine auffällige Ultraschalluntersuchung oder eine Störung des Schilddrüsenhormonhaushaltes sind der häufigste Anlaß für eine Schilddrüsenszintigraphie. Typische szintigraphische Befunde sind die Struma diffusa, der „heiße- oder kalte“ Knoten. Heiße Knoten sind eine häufige Ursache der Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Sie lassen sich entweder chirugisch entfernen, oder durch Verabreichung radioaktiver Substanzen, bei z. B. inoperablen Patienten, in höherer Dosierung (Radio-Jod-Therapie) behandeln.
Auch Autoimmunerkrankungen wie z. B. der Morbus Basedow können abgeklärt werden.

(Christine Grefe-Kramer)


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