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Aortenprothese

Informationen

Die gestiegene Lebenserwartung in den Industrieländern geht einher mit einem Anstieg klassischer Alterserkrankungen. Zu diesen gehören die degenerativen Gefäßerkrankungen, unter anderem die Erweiterung der Hauptschlagader ( Aortenaneurysma ). Die Erkrankung betrifft circa 1-3% aller über 65jährigen.

Video zur Demonstration: hier klicken (ca. 1,1 MB)

Komplikationen des Aortenaneurysmas?

In den meisten Fällen verursachen diese Gefäßerweiterungen keine subjektiven Beschwerden; gefürchtet sind jedoch insbesondere zwei mit dieser Erkrankung einhergehende Komplikationen:

1. Die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben) in dem sackartig erweiterten Gefäß, die dann z.T. mit dem Blutstrom fortgetragen werden und kleinere Gefäße verschließen können ("Embolie").

2. Die Ruptur des Gefäßes, deren Risiko mit zunehmender Erweiterung des Gefäßes steigt und die in der Mehrzahl der Fälle tödlich verläuft. Statistisch verstirbt die Hälfte der Patienten mit einem Aortenaneurysma über 5- 6 cm Durchmesser an einer Gefäßruptur.

Wie funktioniert der Eingriff?

Als Behandlungsverfahren existiert neben der "klassischen" Operation, bei der über einen Bauchschnitt das Gefäß aufgesucht und das erkrankte Gefäßsegment durch eine Kunststoffprothese ersetzt wird, die Möglichkeit, eine Aortenprothese minimal-invasiv einzubringen.

Über kleine Hautschnitte in der Leiste wird durch die Beckengefäße (endovaskulär) eine ummantelte Stentprothese (s. Bild) in die Aorta eingeführt, die erst an der vorgesehenen Stelle im Gefäß entfaltet wird.

Dieses Verfahren ist für Patienten geeignet, bei denen eine Erweiterung der Bauchschlagader unterhalb der Nierenarterien vorliegt. Da die Belastung bei dieser Therapie deutlich geringer ist, können hiermit auch Patienten behandelt werden, denen eine "klassische" Operation nicht zumutbar ist. Die Patienten können das Krankenhaus schon nach wenigen Tagen verlassen.

Nach dem minimal-invasiven Eingriff sind - wie nach einer Operation des Gefäßes- in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen nötig, um Komplikationen oder erneute Gefäßerweiterungen rechtzeitig zu erkennen.

Welche Komplikationen des Eingriffs gibt es?

1. Verschluß / Einengung der Nierenarterien:
Da die Erweiterung der Bauchschlagader häufig dicht unterhalb der Nierenarterienabgänge beginnt, muß die Prothese zur sicheren Abdichtung des Aneurysmas z.T. auch unmittelbar unter den Nierengefäßen eingesetzt werden. Eine Fehllage des Stents kann zu einer Verlegung der Nierengefäße führen, die eine offene Operation notwendig machen oder eine dauerhafte Funktionsschädigung der Nieren bewirken kann.

2. Fortbestehende Durchblutung des Aneurysmas:
Durch einen undichten Abschluß der Prothese am oberen oder unteren Ende kann es zu einem fortdauernden Bluteinstrom in das Aneurysma kommen; hierbei besteht die Möglichkeit, die Prothese mit einem Ballon an die Wand anzudrücken oder mit weiteren Stents abzudichten. Auch über aus dem Aneurysma hervorgehende Gefäße kann es zu einem weiteren Bluteinstrom in das Aneurysma kommen; in solchen Fällen können die Gefäße mittels
einer Katheterbehandlung verschlossen werden.

Langzeitergebnisse?

Solche sogenannten endovaskulären Prothesen werden seit ca. 15 Jahren eingesetzt, so dass noch keine sehr langen Verlaufsbeobachtungen existieren. Bisherige Untersuchungen zeigen allerdings, dass die Erfolgsrate bei beiden Verfahren (offen-chirurgisch / endovaskulär) vergleichbar ist.


Weitere Bilder:


CT-Darstellung eines Aortenaneurysmas


Computerunterstütze Rekonstruktion eines Aortenaneurysmas mittels CT


Katheterdarstellung der Aorta (DSA) vor Prothesenimplantation


Katheterdarstellung der Aorta (DSA) nach Prothesenimplantation


Computerunterstützte Rekonstruktion einer Aortenprothese mittels CT

 


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