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(00043) 14.02.2003 10:38

RUB-Tagung "Stufen Bilden": Bachelor und Master in der Praxis


Bochum, 14.02.2003
Nr. 43

Stufen bilden
Bachelor und Master in der Praxis
Bundesweit größte Tagung in Bochum

„In Stufen nach oben“, lautet das Ziel für zahlreiche Studierende der
Ruhr-Universität Bochum (RUB). Die RUB sammelt bereits seit zehn Jahren
Erfahrungen mit konsekutiven Studiengängen. Heute ist das Angebot an
Bachelor- und Masterstudiengängen in Bochum flächendeckend in den
Natur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften etabliert. Grund genug,
die bundesweite Tagung „Stufen bilden“ auszurichten: Über 200
Entscheider und Reformer deutscher Hochschulen trafen sich am 13. und
14. Februar 2003 in der RUB, um auf verschiedenen Foren die Chancen,
Risiken und Herausforderungen der gestuften Studiengänge zu erörtern
(Curriculumentwicklung – Schlüsselqualifikationen – Studienberatung –
Lehrerausbildung).

Tagungsergebnisse im Internet

Die Ergebnisse der Tagung werden in Kürze auf der Tagungshomepage
veröffentlicht: http://www.rub.de/gestuft2003

RUB-Priorität: Internationalisierung

An der RUB starteten gestufte Studiengänge im Jahr 1993 als
„Reformmodell zur Neustrukturierung des Magisterstudiums“ in drei
geisteswissenschaftlichen Fakultäten. Etwa 150 Studierende pro
Studienjahr konnten nach sechs Semestern den Abschluss Baccalaureus
Artium machen, nach weiteren vier Semestern den Magister Artium. Ziel
damals war, die Anzahl an Studienabbrüchen in diesen Fakultäten zu
reduzieren. „Inzwischen hat sich die Perspektive verschoben“, sagte
Prof. Dr. Notburga Ott (Prorektorin für Lehre, Weiterbildung und Medien
der RUB) auf der Tagung, „die Priorität liegt nun auf der
Internationalisierung“. Damit gerieten weitere Fächer, insbesondere aus
den Naturwissenschaften, in den Blickpunkt, so Ott. Die Ruhr-Universität
nehme unter den Hochschulen, die dem „Bologna-Prozess“ folgen, eine
besondere Rolle ein: „Das ist u. a. das Ergebnis einer konsequenten
Internationalisierungsstrategie, in die wir nahezu alle Studiengänge
einbeziehen“, sagte Ott. 43 Bachelor-Studiengänge bietet die RUB derzeit
an, davon 35 im so genannten „Zwei-Fach-Bachelor“, insgesamt 107
Bachelor- und Masterstudiengänge. Die RUB hat mittlerweile auch die
Lehrerbildung integriert, Studierende können seit dem Wintersemester
2002/03 den Abschluss „Master of Education“ (M. E.) machen.

Stifterverband: „Potenziale noch nicht genutzt“

Von vornherein beteiligt am Reformprozess in Bochum war der
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, der das
Magisterreformmodell an der RUB mit finanzierte. Dr. Ekkehard Winter
(Stellvertretender Generalsekretär des Stifterverbandes) sieht jedoch
die Potenziale der gestuften Studiengänge noch nicht ausreichend
genutzt: „Die jüngste Verwirrung über die Anerkennung des deutschen
Bachelor-Abschlusses an britischen Hochschulen zeigt, dass noch immer
große Informations- und Transparenzdefizite über die neuen Studiengänge
bestehen.“ Auf der Bochumer Tagung kritisierte Winter, dass auch
deutsche Studienbewerber über die neuen Perspektiven der konsekutiven
Studiengänge nicht hinreichend informiert seien. Außerdem herrsche in
Unternehmen nur wenig Klarheit über den tatsächlichen
Qualifikationsstand von Absolventen eines Bachelor-Studiums. Winter: „Da
mit dem Bachelor-Abschluss per Definitionem eine erste
Berufsqualifizierung nachgewiesen wird, sind alle Fachbereiche in der
Pflicht, bei der Einrichtung neuer Studiengänge klare Studienziele und
damit verbundene Berufsfelder zu definieren und für alle transparent zu
machen. Dies sollte nicht zuletzt auch in enger Abstimmung mit der
Wirtschaft erfolgen.“

Optionalbereich: Schlüsselqualifikationen bilden

Eine Bochumer Besonderheit ist der so genannte Optionalbereich: Er
vermittelt im Zwei-Fach-Bachelor Schlüsselqualifikationen aus fünf
Bereichen (Fremdsprachen, Moderation/Kommunikation/Argumentation,
Informationstechniken, Interdisziplinäre Studieneinheiten, Praktikum).
Studiendekan Prof. Dr. Manfred Tietz sieht darin drei Ziele: Studierende
eignen sich bereits während des Fachstudiums Fähigkeiten und
Fertigkeiten an, die von unmittelbarem Nutzen seien, z. B.
Zeitmanagement, Präsentation, Datenrecherche. Unter den Schlagworten
„Europafähigkeit“ und „Globalisierung“ gewännen sie Einsichten in die
Komplexität der modernen Welt, z. B. durch umfangreiche Angebote zu
europäischen und außereuropäischen „Sprachen und Kulturen“. Und
schließlich erleichterten die konkreten Schlüsselqualifikationen – „soft
skills“ – den Übergang in die Berufstätigkeit, z. B. durch
Berufspraktika und Trainings in Vertragsrecht, Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit oder Marketing.

Bologna: Die europäische Dimension

Die RUB fühlt sich der „Bologna-Erklärung“ von 1999 verpflichtet und
wirkt mit, einen einheitlichen europäischen Hochschulraum zu schaffen.
Vergleichbare und leicht verständliche Studienabschlüsse zu schaffen,
ein dreiphasiges Studiensystem einzuführen (undergraduate – graduate –
postgraduate) und die Mobilität der Studierenden zu erhöhen, seien
wesentliche Ziele in diesem Prozess, sagte Prof. Dr. Terence Nigel
Mitchell (Universität Dortmund). Sie sollen bis 2010 erreicht sein. Alle
zwei Jahre treffen sich die europäischen Bildungsminister, um zu
überprüfen, inwieweit die Ziele realisiert sind. Mitchell engagiert sich
im TUNING-Projekt der EU: Ziel ist, die Strukturen der
Hochschulausbildung in den europäischen Ländern aufeinander abzustimmen,
eine Debatte über die Inhalte von Fach-Curricula und der vermittelten
Kompetenzen anzustoßen, um letztlich die Transparenz der Lerninhalte zu
erhöhen. Mitchell wies zudem darauf hin, dass die Qualitätssicherung
eine gewichtige Rolle spiele, indem die Bachelor- und Masterstudiengänge
nach einheitlichen Kriterien akkreditiert werden müssten.

Akkreditierungsrat: Qualitätssicherung im Blick

Die Qualität von Lehre und Studium in Deutschland zu sichern, ist
Aufgabe des Akkreditierungsrats (Bonn), der auf Beschluss der
Kultusministerkonferenz eingerichtet wurde. „Damit wurde das
Akkreditierungssystem in Deutschland dauerhaft etabliert“, sagt Dr.
Angelika Schade (Geschäftsführerin des Akkreditierungsrats). Die
zentralen Ziele lauten: Qualität sichern, Studierbarkeit nachweisen,
Vielfalt ermöglichen, Transparenz schaffen. Der Akkreditierungsrat ist
der „TÜV“, der sein Qualitätssiegel an regionale Agenturen vergibt, die
ihrerseits die gestuften Studiengänge an den Hochschulen akkreditieren.
Er fungiere als Koordinator, kritischer Beobachter und als zentrale
Dokumentationsstelle, so Schade. Auf internationaler Ebene kooperiert er
mit vergleichbaren Einrichtungen anderer europäischer Länder.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Notburga Ott, Prorektorin für Lehre, Weiterbildung und Medien
der RUB, UV 3/375, Tel. 0234/32-24745, E-Mail: notburga.ott@rub.de,
Internet: http://www.rub.de/gestuft2003


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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