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(00134) 21.05.2002 13:21

Beitrag zur Klimadebatte: Globale Erwärmung - der Wasserdampf ist schuld


Bochum, 21.05.2002
Nr. 132


Globale Erwärmung: Der Wasserdampf ist schuld
RUB-Forscher bezweifelt die Rolle von CO2 als Treibhausgas
Prof. Jan Veizer hält Vortrag im Bergbaumuseum


Zweifel an der Rolle von CO2 als Treibhausgas hat Prof. Dr.
Jan Veizer (Fakultät für Geowissenschaften der RUB):
Entgegen allen Rechenmodellen, die von einem direkten
Zusammenhang zwischen dem CO2-Gehalt der Atmosphäre und
ihrer Temperatur ausgehen, haben seine Untersuchungen
ergeben, dass in der Vergangenheit Wasserdampf die treibende
Kraft hinter globalen Klimaschwankungen war. Veizer
bezweifelt daher auch, dass der durch den Menschen
verursachte Anstieg der CO2-Konzentrationen zu einer
globalen Klimaerwärmung um 2-4°C in den nächsten 100 Jahren
führen wird. Über seinen Standpunkt referiert er am Samstag,
25. Mai 2002 (11 Uhr, Deutsches Bergbaumuseum, Am
Bergbaumuseum 28, 44791 Bochum) im Vortrag „4 Milliarden
Jahre Kohlenstoffzyklus: Lehren für die heutige
Klimadebatte“.

CO2 beeinflusst das Klima der Vorzeit nicht

Um die Klimageschichte der Erde zu erforschen, untersuchen
Prof. Veizer und seine Mitarbeiter an der RUB und in Kanada
Gesteine, die sich vor Millionen von Jahren aus
Meeressedimenten und Muschelschalen gebildet haben. Aus der
Zusammensetzung der darin enthaltenen Sauerstoff- und
Kohlenstoffatome lässt sich berechnen, welche Temperaturen
und CO2-Konzentrationen in der damaligen Erdatmosphäre
geherrscht haben. Meistens war der CO2-Gehalt der
Erdatmosphäre deutlich höher als heute – aber dies steht in
keiner Beziehung zum Klima in der Vorzeit. „Vielmehr gibt es
deutliche Hinweise dafür, dass warme Phasen in der
Vergangenheit durch einen erhöhten Wasserdampfgehalt in der
Atmosphäre verursacht wurden, kalte Phasen dagegen durch
geringe Wasserdampfgehalte“, so Prof. Veizer. Verantwortlich
für die Wasserdampfschwankungen sind geologische Prozesse
wie die Plattentektonik. Dem unsichtbaren Wasserdampf in der
Atmosphäre verdanken wir es hauptsächlich, dass unsere Erde
kein so unwirtlicher Platz wie der Mond ist, sondern ein
wohl temperiertes „Treibhaus“.

Erst kommt der Wasserdampf, dann das CO2

Prof. Veizer ist der Ansicht, dass der CO2-Gehalt in der
Atmosphäre erst als Folge der Erwärmung steigt. So setzt
erwärmtes Ozeanwasser CO2 frei wie eine Sprudelflasche im
Sonnenschein. Auch die Humusvorräte in Böden werden bei
höheren Temperaturen verstärkt zu CO2 abgebaut. In
Kaltzeiten nehmen die Weltmeere dagegen mehr CO2 auf, Humus
reichert sich in den Böden an. Durch die Verbrennung von
Kohle, Öl und Gas sowie Abholzung oder Brandrodung ist der
CO2-Gehalt in der Atmosphäre in den letzten 150 Jahren um 30
Prozent gestiegen, und dieser Trend hält weiter an. Doch
Prof. Veizer bezweifelt, dass dies zu einer deutlichen
Temperaturerhöhung führt, solange wir nicht auch noch den
globalen Wasserkreislauf massiv beeinflussen. „Im Verhältnis
zu dem, was geologische Prozesse hier bewirken können, ist
der Mensch davon glücklicherweise noch weit entfernt“,
schätzt er.

Reihe zum Jahr der Geowissenschaften

Der Vortrag ist Teil der Reihe „Mensch-Erde: Ein globales
Kräftespiel“ aus Anlass des Jahres der Geowissenschaften. In
vier Wochen am 22. Juni wird Prof. Bernd Marschner am
gleichen Ort nähere Erläuterungen zum globalen
Kohlenstoffhaushalt geben. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen

Dr. Thomas Steuber, Fakultät für Geowissenschaften der
Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22307,
Fax: 0234/32-14571, E-Mail:
thomas.steuber@ruhr-uni-bochum.de


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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