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(00123) 06.05.2002 13:14

Prof. em. Dr. Ferdinand Seibt feiert seinen 75. Geburtstag


Bochum, 06.05.2002
Nr. 121

Spannende Mittelalterforschung mit Bestseller-Format
Prof. em. Dr. Ferdinand Seibt feiert seinen 75. Geburtstag
Historiker lehrte 23 Jahre lang an der Ruhr-Uni Bochum

Prof. em. Dr. Ferdinand Seibt (Geschichte des späteren Mittelalters,
Fakultät für Geschichtswissenschaft der RUB) vollendet am kommenden
Donnerstag (9. Mai 2002) seinen 75. Geburtstag. Der Historiker hatte von
1969 bis 1992 an der Ruhr-Uni gelehrt und geforscht. Sein Fachgebiet,
die Mediävistik, verstand er als Gesellschaftsgeschichte der
mittelalterlichen Jahrhunderte. Zu seinen bekanntesten Publikationen
zählen die Standardwerke „Handbuchs der Europäischen Geschichte“ und
„Glanz und Elend des Mittelalters“. Seine Kaiserbiographien über Karl
IV. und Karl V. wurden sogar zu Bestsellern.

Werdegang

Ferdinand Seibt wurde am 9. Mai 1927 im nordböhmischen Strischowitz
geboren. Nach der Aussiedlung folgten Studium und Promotion über
lateinische Literatur im hochmittelalterlichen England an der Uni
München. 1953 legte er das Staatsexamen in Deutsch, Geschichte und
Erdkunde ab und unterrichtete zehn Jahre lang an Münchener Gymnasien. In
dieser Zeit entwickelte er seinen dritten großen Forschungsbereich neben
der Geschichte der Geschichtswissenschaft bzw. der vergleichenden
Geschichte des Mittelalters: Böhmische Geschichte Mitteleuropas. Mit
einer Analyse zur hussitischen Revolution habilitierte er sich 1964 in
München für mittlere und neuere Geschichte. 1969 wurde er, unter den
damals geltenden Bedingungen ohne Bewerbung und Probevorlesung, an die
RUB berufen.

Deutsch-tschechiche Verständigung

Ferdinand Seibt kam mit dem gebotenen Optimismus gegenüber einem
Reformunternehmen an die erste Uni des Ruhrgebiets, „Die Reformation in
Europa“ hieß seine erste Vorlesungsreihe. Europäisches Denken setzte er
auch wissenschaftlich und organisatorisch in Taten um. Seit 1980 führt
er den Vorsitz im Collegium Carolinum, einem vom Bayrischen
Kultusministerium geförderten Forschungsinstitut für Kultur und
Geschichte der böhmischen Länder. Im Dienst von
Vergangenheitsbewältigung und Verständigung zwischen Tschechen und
Deutschen war Prof. Seibt in bilateralen Schulkommissionen tätig und
Mitglied der tschechoslowakisch?deutschen Historikerkommission. Für
seine wissenschaftlichen Leistungen fand Prof. Seibt internationale
Anerkennung. 1981 wurde ihm der Verdienstorden des Großherzogtums
Luxemburg verliehen, 1990 erhielt er in Prag die
Frantizek?Palacky-Plakette, die höchste Auszeichnung der
Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften.

Standardwerke und Bestseller

Ferdinand Seibt gestaltete sein Fachgebiet zur gegenwartsoffenen und
spannend erzählten Wissenschaft. In Fachkreisen fanden seine
Publikationen, namentlich sein Mittelalterband „Handbuch der
Europäischen Geschichte“, weitreichende Beachtung; zudem stellte er in
seinen Büchern auch sein literarisches Gestaltungsvermögen unter Beweis
und machte so ein größeres Publikum mit dem Mittelalter bekannt. Seine
Kaiserbiographien über Karl IV. und Karl V. wurden zu Bestsellern,
gleiches gilt für sein prallvolles Lesebuch zur europäischen
Gesellschaftsgeschichte: „Glanz und Elend des Mittelalters“.
Wissenschaftlich wandte sich Seibt in seinen letzten aktiven Jahren
neuen Ansätzen, Methoden und Fragestellungen der Geschichtsforschung zu.
Unter seiner Führung öffnete sich sein Lehrstuhl für interdisziplinäre
Kontakte und aktuelle Forschung.

Weitere Informationen

Prof. em. Dr. Ferdinand Seibt, Collegium Carolinum e.V., Hochstraße
8/II, 81669 München, Tel. 089/4488393


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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