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(00106) 19.04.2002 11:09
Ausstellung: Künstler dokumentiert seine Wahrnehmungsstörung
Bochum, 19.04.2002
Nr. 106
Fremde Welten erleben
Künstler dokumentiert seine Wahrnehmungsstörung
Ausstellungseröffnung in der Oase
Zum Eintauchen in fremde Erlebniswelten lädt die Oase (Selbsthilfe- und
Kommunikationszentrum der RUB) ein: Markus Jöhring, der am
Irlen-Syndrom, einer Wahrnehmungsstörung leidet, präsentiert am 25.
April 2002 (20 Uhr, Buscheyplatz 3, 44801 Bochum) die Ausstellung „So
kann man sich irren“. Irlen-Patienten sind überempfindlich gegen
bestimmte Lichtanteile, sehen verzerrte Bilder und Farben. Jöhrings
Werke dokumentieren seine Erfahrungen im Alltag.
Gesichter werden Fratzen, Häuser bewegen sich
Bis Markus Jöhring erfuhr, dass er am 1981 entdeckten Irlen-Syndrom
leidet, vergingen 35 Jahre mit falschen Diagnosen und Behandlungen und
gesundheitlichen Zusammenbrüchen. Heute trägt er eine farbige
„Irlen-Brille“, die seine Wahrnehmungsstörung allmählich korrigiert. Mit
ihr sieht er die Welt zum ersten Mal so, wie sie wirklich ist. „Häuser
bewegen sich nicht mehr, Gesichter verändern sich nicht permanent zu
grotesken Masken und die starken Schmerzen, hervorgerufen durch das
Licht, werden weniger.“ Ca. zehn Prozent der Bevölkerung sind von
unterschädlichen Ausprägungen des Irlen-Symptoms betroffen, bei ca. 47
Prozent der Menschen mit Lese- und Rechtschreibschwäche ist die
Behandlung mit einer Irlen-Brille erfolgreich.
Comichafte Bilder zeigen Alltagssituationen
Seit Juli 2001 arbeitet Jöhring an der Dokumentation seiner Erkrankung.
Seine Grafiker-Ausbildung und digitale Bildbearbeitungsprogramme
ermöglichen ihm eine realistische Umsetzung seiner Wahrnehmung. Durch
die Gegenüberstellung von normalen und verzerrten Bildern
veranschaulicht er sein Erleben. Seine Werke sind farbintensive,
comichafte Bilder, die er mit kurzen Textbotschaften verbindet. Sie
zeigen z. B. verzwickte Alltagsbotschaften, etwa „Meine letzten
Nervenzellen – neulich bei Plus“, und die Verständnislosigkeit des
modernen Menschen wie „Die innere Struktur eines Hundes, wenn er lacht“.
Biografisches
Markus Jöhring, geboren 1966 in Recklinghausen, studierte an der FH
Dortmund, war von 1984 bis 1993 Schüler von Pit Moog und machte 1993
seinen Abschluss als Diplom Designer. Seit 1995 arbeitet er
freiberuflich in der Werbung.
Weitere Informationen
Markus Jöhring, Schillerstr. 8, 45657 Recklinghausen, Tel. 02361/108646,
Fax: 02361/108647, Email: markus.joehring@nel.de, ein Informationsabend
zum Irlen-Syndrom findet am 16. Mai. 2002, 19.15 Uhr in der Oase statt.
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Mit freundlichen Gruessen
Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de
Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle
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