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(00015) 16.01.2002 13:10

Thesen, Titel und Dämonen – Europatag der Kath. Theologie


Bochum, 16.01.2002
Nr. 16

Erst EURO, dann Europatag
Das Christentum – ein Wegbereiter für Europa
Thesen, Titel und Dämonen – Europatag der Kath. Theologie

Religion ist nicht Sache eines Volkes, sie ist völkerübergreifend. Das
war nicht immer so. Erst das Christentum leitete die Wende ein. „Der
Beitrag des Christentums zum vereinten Europa“ steht im Mittelpunkt des
Europatages der Katholisch-Theologischen Fakultät am 23. Januar 2002,
9.00 bis 17.00 Uhr, im HZO 10 der RUB. Den Höhepunkt des Tages bildet
die feierliche Verleihung der Ehrendoktorwürde an den renommierten
Augustinus-Forscher Prof. Dr. Dr. Goulven Madec, Institut catholique,
Paris. In seinem Festvortrag fragt er „Ist Augustinus der böse Dämon
Europas?“ Die Medien sind herzlich eingeladen (Programm s. Rückseite).

Gebete: „Geist und Wahrheit“ vor heiligen Stätten

„Es wird eine Zeit kommen, da wird man weder auf dem Berg Garizim noch
in Jerusalem, sondern im Geist und in der Wahrheit anbeten“ – Jesu
Gespräch mit der Samariterin am Jakobsbrunnen wird heute als ein
deutlicher Beleg dafür angesehen, dass das Christentum die Religion und
Gottesverehrung von der Bindung an das Volk löst und so einen religiösen
Universalismus einleitet. Der Europatag der Katholisch-Theologischen
Fakultät greift diesen Gedanken auf und diskutiert die These: Erst das
Christentum ermöglicht ein vereintes Europa. Denn die erste und
wichtigste Bedingung dafür ist, den Nationalismus zu überwinden und die
unterschiedlichen Völker durch ein gemeinsames geistiges Band – die
christliche Religion im christlichen Abendland – zu vereinen.

Religion völkerübergreifend

Diesem ersten grundlegenden Schritt geht der Mediaevist und
Kirchenhistoriker Prof. Dr. Arnold Angenendt, Münster, in seinem Vortrag
„Entethnisierung im Christentum“ nach. Die große religionsgeschichtliche
Revolution in der Antike besteht darin, dass das Christentum nicht mehr
an ein Volk oder einen Stamm gebunden ist. An Stelle des Blutes tritt
das Wasser der Taufe, an Stelle der Eltern die Paten, an Stelle der
Großfamilie die Kirche. Der Entethnisierungsprozess bildet die naturalen
Beziehungen auf geistiger Ebene neu ab.

Statements und Podiumsdiskussion

Im Laufe der Geschichte gab und gibt es immer wieder Rückfälle in ein
ethnisiertes Christentum (Uganda, Nordirland, Balkan). Auf diese
Gefährdungen und mögliche Rückfälle machen Prof. Dr. Wilhelm Bleek
(Politische Wissenschaft, Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB) und
Prof. Dr. Lucian Hölscher (Neuere Geschichte, Fakultät für
Geschichtswissenschaft der RUB) in ihren Statements aufmerksam. Dabei
geht es insbesondere um den Nationalstaat des 19. Jahrhunderts und die
Einbindung bzw. die starke Identifizierung mit religiösen Elementen
sowie um geschichtliche Beispiele für ein ethnisiertes Christentum in
Deutschland. Dem heutige Stand der Ethnisierung, wie auch der
Vereinigung Europas ist eine Podiumsdiskussion gewidmed, die von Prof.
Dr. Wilhelm Damberg (Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit,
RUB) moderiert wird.

Ehrendoktor: Augustinus verbindet mit der RUB

Mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde an Prof. Dr. Goulven Madec ehrt
die Katholisch-Theologische Fakultät einen der weltbesten
Augustinuskenner. Wie nur wenige Forscherpersönlichkeiten kennt Madec
Augustinus und die augustinische Tradition bis in die Gegenwart. Die
faszinierenden Denkansätze dieses Heiligen des christlichen Altertums –
zugleich einer Person mit Brüchen und Schwächen - prägen bis heute die
christlichen Konfessionen und geben immer wieder Anlass zu verschiedenen
Augustinusdeutungen. Die Augustinusforschung verbindet Prof. Dr. Goulven
Madec seit vielen Jahren mit der Bochumer Katholisch-Theologischen
Fakultät.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Wilhelm Geerlings, Katholisch-Thologische Fakultät der
Ruhr-Universität, Alte Kirchengeschichte, Patrologie, Tel.:
0234/32-24703

Programm

Europatag (HZO 10, Mittwoch, 23. Januar 2002)
9.30 Uhr: Begrüßung durch den Dekan der Katholisch-Theologischen
Fakultät, Prof. Dr. H.J.F. Reinhardt
Grußwort des Rektors, Prof Dr. D. Petzina
9.45 Uhr: Prof. Dr. A. Angenendt (Münster): ,,Entethnisierung im
Christentum“
10.30 Uhr: Prof Dr. W. Bleek, Prof. Dr. L. Hölscher (Bochum):
,,Statements“
11.30 Uhr: Podiumsdiskussion, Moderation: Prof. Dr. W. Damberg (Bochum)
15.00 Uhr: Feierliche Verleihung der Ehrendoktorwürde an Professor Dr.
Dr. G. Madec (Paris)
Prof. Dr. W. Geerlings: Laudatio
Überreichung der Urkunde durch den Dekan  der Katholisch-Theologischen
Fakultät
Prof. Dr. Dr. G. Madec: Festvortrag „Études Augustiniennes, Institut
catholique, Paris, “Ist Augustinus der böse Dämon Europas?’“

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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

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