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(00010) 11.01.2002 14:24

Seelöwen und -hunde: Orientierung unter Wasser durch Hören, Schmecken, Sehen


Bochum, 11.01.2002
Nr. 11


Orientierung unter Wasser durch Hören, Schmecken, Sehen
Ob die Sterne Wassertieren den Weg weisen
Seelöwen und Seehunde helfen RUB-Forschern


Mit knapp 1,4 Millionen Euro fördert die VolkswagenStiftung 
das neue Forschungsvorhaben von PD Dr. Guido Dehnhardt 
(Lehrstuhl Allgemeine Zoologie und Neurobiologie): Er 
beschäftigt sich in den nächsten fünf Jahren mit den 
Orientierungsmechanismen mariner Säuger unter Wasser. Die 
Biologen wollen die Verarbeitung hydrodynamischer, 
chemischer und akustischer Reize auch unter Einbeziehung der 
Astronavigation erforschen. Helfen werden ihnen dabei sieben 
Seehunde und zwei Kalifornische Seelöwen.

Nicht nur Barthaare helfen unter Wasser

Für das neue Projekt kann Dehnhardt bereits auf umfangreiche 
Vorarbeiten aufbauen: Erst kürzlich gelang es ihm, die 
Orientierung von Seehunden unter Wasser mit Hilfe ihrer 
Barthaare (Vibrissensystem) nachzuweisen. Sie verfolgen über 
weite Strecken winzige Wasserbewegungen, die z. B. ein 
U-Boot oder ein Fisch erzeugt. Die Frage lautet nun, über 
welche Entfernung Seehunde Objekte anhand der Wasserbewegung 
orten können, und ob sie auch biologische Spuren verfolgen 
können. Nachweisen konnte Dehnhardt bereits, dass die 
Seehunde ein "Salzschmeckvermögen" besitzen, das ihnen als 
chemosensorische Orientierungshilfe dient (s. 
RUB-Presseinformation Nr. 191, 05.07.2001, und 
"SCIENCE"-Ausgabe vom 05.07.2001). Sie können damit 
Salzunterschiede im Meerwasser feststellen und nutzen diese 
Information, um bestimmte Orte anzusteuern. Weitere 
Untersuchungen sollen zeigen, wie fein diese Fähigkeit 
ausgebildet ist.

Was Seehunde hören

Eine dritte mögliche Orientierungshilfe sind akustische 
Informationen. Die Fähigkeit, Geräusche exakt zu 
lokalisieren, dürfte beim Beutefang und bei der Wahrnehmung 
von Feinden eine Rolle spielen. Jedoch scheinen auch weit 
entfernt liegende "abiotische Schallquellen" von Bedeutung 
zu sein, vermuten die Wissenschaftler. Über solch eine 
weiträumige Richtungsbestimmung ist wenig bekannt: Wie 
können die Robben aus der Bewegung heraus z. B. kurze 
akustische Signale orten? Inwieweit lässt sich bei dauerhaft 
akustischen Signalen ein Bezug zur Bewegungsrichtung erkennen?

Astronavigation im Meer

Außerdem könnten sich die Tiere unter den besonderen 
Bedingungen des marinen Lebensraumes auch an visuellen 
Bezugspunkten orientieren - etwa im Sinne einer 
"Astronavigation". Die Forscher wollen feststellen, ob die 
Robben z. B. verschiedene Himmelskörper und polarisiertes 
Licht wahrnehmen und ob sie sich daran orientieren. Um diese 
Fragen zu beantworten, müssen sie u. a. das Sehfeld der 
Meeressäuger bestimmen. Die Ergebnisse sollen dadurch an 
Gewicht gewinnen, dass sie in einem letzten Schritt im 
freien Wasser überprüft werden. Dies geschieht in 
Kooperation mit Dr. Markus Horning an der Texas A & M 
University, USA.

Weitere Informationen

PD Dr. Guido Dehnhardt, Fakultät für Biologie der 
Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27709, 
Fax: 0234/32-14185, Email: 
dehnhardt@neurobiologie.ruhr-uni-bochum.de

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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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