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(00364) 27.11.2001 13:13

Buchveröffentlichung: Vermittler zwischen Deutschland und der arabischen Welt


Bochum, 27.11.2001
Nr. 361

Fische im Sand züchten
RUB-Studie: Arabischsprachige Korrespondenten in Bonn
Vermittler zwischen Deutschland und der arabischen Welt

Als Brückenbauer zwischen den Kulturen ist die Rolle
arabischer Auslandskorrespondenten in der westlichen Welt
heute wichtiger denn je: Sie vermitteln das Ansehen
westlicher Staaten und das Verständnis für fremde
Gesellschaften in ihren Heimatländern. Die Arbeitsweise und
die Einstellungen arabischsprachiger Korrespondenten in
Deutschland lassen auf einen toleranten Dialog der Kulturen
hoffen, stellt der Bochumer Kommunikationswissenschaftler
Jamal Nazzal, M.A. fest. Seine Studie (Betreuer und
Herausgeber: Prof. Dr. Franz R. Stuke) „Vermittler zwischen
Deutschland und der arabischen Welt“ ist jetzt im Buchhandel
erhältlich.

Berichterstatter drücken ihren Stempel auf

Selbst wenn sich der freie Informationsfluss zwischen
Staaten von politischen und wirtschaftlichen Zwängen befreit
– dem Einfluss durch den Berichtenden selbst kann sich keine
Berichterstattung entziehen. „Selbstbild, Berufseinstellung
und die persönliche Sicht des Gastlandes fließen in jeden
Bericht eines Auslandskorrespondenten ein und prägen so die
Meinung seines Publikums“, so Jamal Nazzal.
Arabischsprachige Korrespondenten müssen oft erklärend
berichten. „Die Erwartung, dass das Publikum Ereignisse in
einem fremden Land ohne Hintergrundwissen richtig einordnet,
kommt dem Versuch gleich, Fische im Sand zu züchten“, so
Nazzal. Um Verständnismöglichkeiten zwischen Deutschland und
der arabischen Welt auszuloten, hat er arabischsprachige
Korrespondenten in Deutschland nach ihren
Arbeitsbedingungen, ihrer Zufriedenheit, ihren
Informationsquellen und ihrem Mediennutzungsverhalten
befragt.

Arabischsprachige Journalisten haben Verständnis

Seine Befunde wecken Hoffnungen: Die meisten befragten
Korrespondenten sind mit ihrer Arbeit insgesamt zufrieden.
Sie wurden offen empfangen und zeigen sich tolerant
gegenüber der westlichen Gesellschaft. Der
Kommunikationsprozess, in dem sie sich befinden, ist
zweiseitig: Sie vermitteln zum einen ihr Bild Deutschlands
in ihre Heimatländer und zum anderen im Gespräch mit
deutschen Politikern und meinungsbildenden Personen auch das
Bild ihrer Heimatländer nach Deutschland. Ihrer prägenden
Rolle sind sich die Korrespondenten bewusst. „Für
historische Prozesse in Deutschland haben sie Verständnis
und möchten die Zusammenhänge deutscher Politik und
Wirtschaft für arabische Medien verständlich darstellen –
keiner von ihnen spricht vom ‚Zusammenprall der Kulturen’“,
stellt Jamal Nazzal fest.

Aus eigener Erfahrung

Jamal Nazzal wurde 1971 in Palästina geboren und studierte
Kommunikationswissenschaft an der RUB. Er arbeitete selbst
als Korrespondent und Kolumnist für das arabische Magazin
Falastin Al Thawra und die Londoner Zeitung Al-Quds Al
Arabi.

Titelaufnahme

Nazzal, Jamal: Vermittler zwischen Deutschland und der
arabischen Welt (= Kommunikationsforschung aktuell Bd. 5,
hg. von Franz R. Stuke), Bochumer Universitätsverlag 2001,
ISBN 3-934453-28-7, 185 S., 29 DM

Weitere Informationen

Prof. Dr. Franz R. Stuke, Sektion für Publizistik und
Kommunikation, Fakultät für Philosophie, Pädagogik,
Publizistik der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel.
0234/32-28131, Fax: 0234/32-14241


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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