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(00359) 22.11.2001 12:14
Förderpreis des BMBF für Diabetes-"Spürnase"
Bochum, 22.11.2001
Nr. 356
Proteine in der Haut zeigen Diabetes an
Förderpreis des BMBF für Medizintechnik-Projekte
Kooperation zwischen Ruhr-Uni, ISAS Dortmund und FH Iserlohn
Eine "Spürnase" für Diabetes entwickeln das Dortmunder
Institut für Spektrochemie und Angewandte Spektroskopie
(ISAS), die Dermatologische Universitätsklinik der RUB im
St. Josef-Hospital und die FH Iserlohn in einem gemeinsamen
Projekt. Mit zuckerhaltigen Proteinen, die in der Haut von
Patienten eingelagert werden, wollen die Forscher Diabetes
möglichst frühzeitig erkennen - und zwar ohne aufwendige und
invasive Diagnosewege. Das neue Verfahren erhielt heute
einen der Förderpreise des Bundesministeriums für Bildung
und Forschung (BMBF) in Düsseldorf. Das BMBF unterstützt das
Projekt "Entwicklung einer nicht-invasiven Diagnosemethode
zur Diabetes-Früherkennung mittels
Nah-Infrarot-Spektrometrie" mit insgesamt 659.000 Mark. Die
Dermatologische Klinik der RUB gehört damit zu den
diesjährigen Gewinnern des Innovationswettbewerbs zur
Förderung der Medizintechnik.
Optisches Messverfahren aus Dortmund, ...
Ein Forscherteam um Dr. Herbert Michael Heise (ISAS) wird
einen Infrarot-Sensor entwickeln, der eine schonende und
schnelle Diagnose von Diabetes ermöglicht. Das Gerät basiert
auf einem optischen Messverfahren, das die Messergebnisse
sofort anzeigen soll. Es wird wie ein Stethoskop auf die
Haut aufgesetzt und erfasst die Veränderung zuckerhaltiger
Proteine, die über mehrere Wochen in der Haut eingelagert sind.
... klinische Tests in Bochum ...
Die klinischen Tests des Verfahrens führt die
Dermatologische Universitätsklinik der RUB durch - unter der
Leitung von Professor Dr. Peter Altmeyer und Oberarzt Dr.
Markus Stücker. Die Bochumer Forscher werden Diabetiker in
verschiedenen Stadien der Krankheit mit gesunden Probanden
vergleichen. Ist der Zuckerstoffwechsel bei Diabetikern
gestört, zeigen die Proteine dies an, und zwar lange bevor
die ersten Symptome der Krankheit auftreten (z. B.
Schädigungen an Gefäßen, Augen oder Nieren).
... und Auswertung in Iserlohn
Die Messdaten der Probanden wird das Labor für Umwelttechnik
der Märkischen Fachhochschule Iserlohn (Professor Dr. Dieter
F. Ihrig) auswerten. Anhand der Ergebnisse werden die
Iserlohner Forscher das Konzept des Messverfahrens optimieren.
Das Ende aufwendiger Diagnosen
Diabetes gilt als Volkskrankheit, etwa vier Prozent der
Deutschen leiden daran, weitere zwei bis drei Prozent gelten
als nicht diagnostiziert, aber dringend
behandlungsbedürftig. Viele Patienten umgehen zudem die
regelmäßigen Kontrollen mit Blutabnahmen und aufwendigen
Tests. Das neue Verfahren hat den Vorteil, dass es
nicht-invasiv ist und die Messergebnisse rasch vorliegen.
Nicht-invasive Hautdiagnostik
Die Dermatologische Klinik der Ruhr-Universität im St.
Josef-Hospital sammelt seit vielen Jahren Erfahrungen mit
der nicht-invasiven Hautdiagnostik. Sie ist ein weltweit
führendes Zentrum in der Entwicklung und Anwendung moderner
Messverfahren. Die Bochumer Forscher können das gesamte
Spektrum krankhafter Hautveränderungen nicht-invasiv
erfassen und das untersuchte Gewebe zuverlässig
charakterisieren.
Marktreife in zwei Jahren
Das BMBF fördert das Projekt zunächst für ein halbes Jahr,
die Weiterförderung für insgesamt zwei Jahre ist jedoch in
Aussicht gestellt. Die Gewinner des Innovationswettbewerbs
wollen in diesem Zeitraum ihr Projekt bis zur Marktreife
entwickeln. Dann soll der nicht-invasive Ansatz, Proteine in
der Haut optisch zu messen, in die klinische Routine münden
und in - zumindest größeren - Arztpraxen der Frühdiagnose
von Diabetes dienen.
Preisverleihung auf der MEDICA 2001
Mit dem Preis fördert das BMBF Projekte, die zugleich die
Medizin entscheidend voranbringen, verlässlich und
ökonomisch sinnvoll sind. Jährlich zeichnet das Ministerium
bis zu acht Projekte mit dem Innovationspreis aus, insgesamt
werden rund drei Millionen Mark unter den Forscherteams
verteilt. Die Preisverleihung fand auch in diesem Jahr
wieder während des MEDICA-Kongresses (Messe Düsseldorf) statt.
Weitere Informationen
Dr. med. Markus Stücker, Dermatologische Klinik der
Ruhr-Universität Bochum im St. Josef-Hospital, Gudrunstr.
56, 44791 Bochum, Tel. 0234/509-3448, Fax: 0234/509-3409,
E-Mail: m.stuecker@derma.de
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Mit freundlichen Gruessen
Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de
Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle
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