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(00345) 13.11.2001 12:49
Interdisziplinäres Symposium "Organic Computing"
Bochum, 13.11.2001
Nr. 342
Voneinander lernen: Technik und Biologie
Organisation von Genaktivität und Datenverarbeitung
Interdisziplinäres Symposium "Organic Computing"
Die Organisationsprinzipien zielgerichteter Prozesse - wie
sie in lebenden Zellen, im Organismus und im Gehirn ablaufen
- und ihre Nutzung für die Informationstechnologie sind die
Hauptthemen des interdisziplinären Symposiums "Organic
Computing" am 23. und 24. November 2001 im
Heinz-Nixdorf-Museum Paderborn. Rund 40 Forscher
verschiedener Fachrichtungen, darunter Informatiker,
Molekularbiologen, Bio- und Neuroinformatiker und
Neurowissenschaftler, werden dort zusammenkommen. Das
Symposium, das als Teil des Rahmenprogramms der
Sonderausstellung "Computer.Gehirn" unter der
Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und
Forschung steht, wird durch die VolkswagenStiftung und einen
Zuschuss der Ruhr-Universität finanziert. Organisatoren sind
Hanspeter Herzel, Christoph von der Malsburg, Werner von
Seelen und Rolf Würtz.
Zusammenspiel von Millionen Schaltprozessen
Mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms wird die
Frage nach der Koordinierung und Regulierung der Aktivität
Tausender von Genen plötzlich aktuell und brisant. "Bisher
hat die Molekularbiologie diese Frage sträflich
vernachlässigt und sich immer nur auf die Erforschung
einzelner Reaktionswege beschränkt. Von da bis zum
Verständnis der Organisation einer ganzen Zelle ist es ein
weiter Weg", so Prof. Dr. Christoph von der Malsburg
(Institut für Neuroinformatik der RUB). Die Forscher hoffen,
dass die Analogie zwischen biologischen Regelungsprozessen
und der Technologie elektronischer Datenverarbeitung für die
Molekularbiologie nützlich sein kann. Denn auch bei der
Datenverarbeitung geht es um das Zusammenspiel von Millionen
einzelner Schaltprozesse. Umgekehrt erwarten sie, dass die
Informatik vom Vorbild lebendiger Strukturen lernen kann.
Die lebende Zelle übertrifft die heutige Technik mit
Eigenschaften wie Anpassungsfähigkeit, Flexibilität,
Fehlertoleranz und Autonomie noch bei weitem. "Besonders das
Gehirn von Mensch und Tier sollte hier als Vorbild dienen
können. Die Neurowissenschaften haben die wichtige Aufgabe,
die von ihr erforschten Organisationsprinzipien so weit
aufzubereiten, dass sie einerseits im Rahmen der
Molekularbiolgie, andererseits in dem der
Informationstechnik einsetzbar werden", erklärt Prof. von
der Malsburg.
Aktivitäten koordinieren
Das Symposium geht davon aus, dass es universelle Prinzipien
der Selbstorganisation zielgerichteter Prozesse gibt, die
spezielle Forschungsrichtungen schon heute formulieren und
untersuchen. Viele dieser Disziplinen werden durch die
eingeladenen Wissenschaftler vertreten sein. Ziel des
Symposiums ist es, eine gemeinsame Sprache zu finden und
vorhandene Aktivitäten zu koordinieren. Ein weiteres
Anliegen der Forscher ist es, organisatorische
Randbedingungen zu schaffen, die jungen interessierten
Wissenschaftlern Arbeits- und Karrieremöglichkeiten
eröffnen. "Sowohl die Molekularbiologie als auch die
Informationstechnologie steht vor fundamentalen
intellektuellen Fragen, die gegenwärtig durch fehlende oder
fehlgeleitete Aktivitäten blockiert sind. In beiden Gebieten
geht es dabei um Gelder in der Größenordnung ungezählter
jährlicher Milliarden", betont Prof. von der Malsburg.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Christoph von der Malsburg, Institut für
Neuroinformatik der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel.
0234/32-27997, Fax: 0234/32-14210, Email:
christoph.von.der.Malsburg@neuroinformatik.ruhr-uni-bochum.de
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Mit freundlichen Gruessen
Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de
Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle
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