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(00313) 19.10.2001 13:25

Esser-Preise 2001: Flughunde und Delphine, Professorinnen und indische Mythen


Bochum, 19.10.2001
Nr. 211

Flughunde und Delphine, Professorinnen und indische Mythen
Fünf junge RUB-Forscher ausgezeichnet
Esser-Preise fördern den Abschluss der Promotion

Fünf junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und
–wissenschaftler sind kürzlich mit den Wilhelm und Günter
Esser-Preisen 2001/2002 ausgezeichnet worden. Für den
sorgenfreien Abschluss ihrer Promotionsarbeiten erhalten sie
zwischen vier und zehn Monate lang ein monatliches
Stipendium von 1250 DM. Die Urkunden überreichte der
Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde der RUB Fritz Bahlo
bei einer Feierstunde im Haus der Freunde.

Flughunde auf den Philippinen

Viel exotisches berichteten die jungen Forscher den
Mitgliedern der GdF und des Rektorats der RUB über den Stand
ihrer Untersuchungen: Dipl.-Biologe Jochen Reiter führte
seine Promotion auf die Philippinen, wo er Flughunde mit
Radiosendern ausstattet und sie nächtelang verfolgte um ihr
Verhalten und ihre Aufenthaltsorte zu ermitteln. Besonderes
Augenmerk legt er dabei auf die Wechselbeziehungen zwischen
der Tierart und dem Wald, in dem sie lebt. Dadurch, dass
manche der Tiere ausschließlich in Baumhöhlen des
Primärwaldes schlafen, ist ihr Überleben bedroht. Der Wald
wird auf den Philippinen illegal abgeholzt oder
brandgerodet. Die Bedrohung der Tiere wiederum wirkt sich
auf den Restwald aus, denn sie verbreiten den Samen der
Feigenfrüchte, die sie fressen.

Wie Delphine denken

Dipl.-Biologin Sevgi Yamann befasst sich in Spanien mit
Delphinen. Durch vergleichende Verhaltensforschung an großen
Tümmlern will sie biologische Grundprinzipien der Arbeit des
Gehirns verstehen und auch Rückschlüsse auf den Menschen
ziehen. Sie überprüft z. B., ob Delphine durch die
Beobachtung von Artgenossen lernen, ob sie visuell Mengen
unterscheiden können, und ob ihre Gehirnhälfte wie beim
Menschen und bei vielen Landtieren unterschiedliche Aufgaben
wahrnehmen (Lateralisation).

Wahre Gestalten hinter dem Mythos

In die Geschichte Indiens blickt die Islamwissenschaftlerin
Claudia Preckel. Sie verfolgt die Spur von Muhammed Siddiq
Hasan Han (1832-1890), dem Ehemann einer der weiblichen
Herrscherinnen des islamischen Fürstenstaates Bhopal. Er
veröffentlichte als Gelehrter viele Bücher und unterhielt
Kontakte zu Gelehrten weit über die Grenzen Indiens hinaus;
seine Ansichten missfielen jedoch den Kolonialbehörden. So
wurde er instrumentalisiert und aller seiner Ämter enthoben.
Seine wahre Gestalt verschwindet hinter einem schillernden
Mythos. Claudia Preckel vollzieht z.B. seine Kontakte zu
anderen Gelehrten im In- und Ausland nach und rekonstruiert
so sein wahres Leben und Wirken.

Türkische Professorinnen

Die Pädagogin Cigdem Gür erforscht Frauenkarrieren an
Hochschulen im Vergleich zwischen Deutschland und der
Türkei. 20 Prozent der Professoren in den großen türkischen
Universitäten sind Frauen – hierzulande sind es gerade 7
Prozent – der Anteil an Lehrstuhlinhaberinnen ist in der
Türkei weltweit am höchsten. Anhand von historischen Daten
aus der Türkei zwischen 1900 und 2000 und etwa 450
Lebensläufen türkischer Professorinnen versucht sie, die
Ursachen für diesen Unterschied zu ergründen.

Bildunterzeile:

v.l.: Der Rektor der RUB Prof. Dietmar Petzina, der
Geschäftsführer der GdF Fritz Bahlo, die Preisträger Jochen
Reiter, Cigdem Gür und Claudia Preckel, Prorektor Prof.
Gerhard Wagner.


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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