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(00311) 18.10.2001 12:41

Gerechter Friede auf dem Prüfstand: Seminar für Unteroffiziere in der RUB


Bochum, 18.10.2001
Nr. 309

„Gerechter Friede“ auf dem Prüfstand
Krieg und Frieden in Zeiten des Terrorismus
Tagesseminar für Unteroffiziere in der Ruhr-Universität


Kollektive Gewalt und Kriege haben ihre Gesichter verändert,
die Bedrohungen und Szenarien sind heute anders als noch zu
Zeiten des Kalten Krieges. Der zweite Golfkrieg und die
Kriege im ehemaligen Jugoslawien haben dies bereits gezeigt.
Hochaktuell sind neue Bedrohungspotenziale seit dem 11.
September 2001 und in der Folge auch neue Dimensionen des
Krieges. Das Institut für Diaspora- und Genozidforschung an
der RUB (IDG) stellt sich dieser neuen Problematik: Unter
dem Titel „Gerechter Friede“ diskutieren der berühmte
Schriftsteller Ralph Giordano (Wissenschaftlicher Beirat des
IDG), Dr. Mihran Dabag (Direktor des IDG) und Dr.
Hans-Joachim Heintze (Institut für Friedenssicherungsrecht
und humanitäres Völkerrecht der RUB) mit 30 Unteroffizieren
der Bundeswehr, die das IDG zu einem Tagesseminar in die RUB
eingeladen hat (24. Oktober, 10-17 h, Gebäude Audimax, Etage
02, Raum 1). Die Medien sind herzlich willkommen.

Neue Formen der Gewalt

Aber nicht allein die Kriege haben sich geändert: Kollektive
Gewalt und Völkermord waren in der Geschichte des 20.
Jahrhunderts Versuche, Weltentwürfe und Visionen nationaler
Homogenisierung zu verwirklichen. Die Anschläge in New York
und Washington konfrontieren die westliche Welt mit anderen
Entwürfen und einer neuen Form der Gewalt, für die bisher
noch keine analytischen Kategorien entwickelt wurden.

Bischofswort „Gerechter Friede“

Angesichts solcher neuen Herausforderungen, z. B. auch auf
dem Balkan, haben die deutschen Bischöfe im vergangenen Jahr
das Bischofswort „Gerechter Friede“ veröffentlicht: Nach der
jahrhundertealten kirchlichen Lehre vom „Gerechten Krieg“
ist es Ausdruck eines Paradigmenwechsels in der
Friedensethik, der sich schon länger abgezeichnet hatte.
Nicht mehr die Bedingungen eines „Gerechten Krieges“ stehen
im Mittelpunkt der Überlegungen, sondern die vorbeugende
Sorge um friedensfördernde Strukturen und Maßnahmen. Dabei
spielen jedoch auch militärische Möglichkeiten eine zentrale
Rolle, um Frieden zu sichern bzw. herzustellen.

Werkwoche für Unteroffiziere

Das Tagesseminar in der Ruhr-Universität ist Teil einer
Werkwoche der katholischen Militärseelsorge in
Zusammenarbeit mit der katholischen Akademie „Die Wolfsburg“
(Mülheim/Ruhr). Während dieser Woche werden die Teilnehmer
und Referenten das Papier der Bischöfe aus verschiedenen
Perspektiven auf den Prüfstand stellen – und insbesondere
vor dem realen Hintergrund militärischer Herausforderungen
überdenken. Während des eintägigen Seminars am Institut für
Diaspora- und Genozidforschung diskutieren die Teilnehmer
und Referenten über kollektive Gewalt, Genozidprävention,
Völkermord und Völkerrecht.

Weitere Informationen

Dr. Mihran Dabag, Direktor des Instituts für Diaspora- und
Genozidforschung (IDG), Ruhr-Universität Bochum, NA 6/51,
Tel. 0234/32-29700, E-Mail: mihran.dabag@ruihr-uni-bochum.de

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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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