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(00231) 07.08.2001 15:17

RUB trauert um Prof. em. Hans Ludwig Jessberger


Bochum, 07.08.2001
Nr. 229

RUB trauert um Prof. em. Hans Ludwig Jessberger
Hochschullehrer der ersten Jahre gestorben
Große Verdienste um die Fakultät für Bauingenieurwesen

Die Fakultät für Bauingenieurwesen trauert um Prof. em.
Dr.-Ing. Hans Ludwig Jessberger, der am 3. August 2001 im
Alter von 68 Jahren unerwartet verstorben ist. Mit ihm
verliert die Ruhr-Universität einen Hochschullehrer der
ersten Jahre. Jessberger, der seit 1972 den Lehrstuhl für
Grundbau und Bodenmechanik innehatte, hat sein Fachgebiet in
Lehre und Forschung aufgebaut und war Ende der 70erjahre
Dekan der Fakultät. Zu seinen besonderen Verdiensten zählen
der Aufbau des in Deutschland einmaligen Zentrifugenzentrums
und die Erfahrung seiner Antarktis-Expedition. Vielen ist
Jessberger als Initiator des jährlichen Bochumer
Altlastenseminars bekannt, das seit 1985 stattfindet.

Bewegte Kindheit

Prof. Jessberger wurde am 20. Dezember 1932 in Saarbrücken
geboren. Nach einer bewegten Kindheit in Wien, Eisenach,
Thüringen, Bielefeld und Hamburg studierte er von 1952 bis
1957 an der TU München, wo er bis zu seiner Promotion 1960
wissenschaftlicher Mitarbeiter blieb. Danach folgten drei
Jahre praktischer Arbeit bei der Firma Karl Bauer KG in
Schrobenhausen, während derer er an seiner Habilitation an
der TU München arbeitete. Von 1963 bis 1966 war Jessberger
wissenschaftlicher Angestellter am Bayrischen Geologischen
Landesamt München. 1967 wurde er Hochschuldozent der
dortigen TU und war von 1967 bis 1972 wissenschaftlicher
Rat. 1969 zum apl. Professor der TU München ernannt, wurde
er 1972 zum ordentlich Professor für Grundbau und
Bodenmechanik der Ruhr-Universität Bochum ernannt.

Studienreisen

Seine Forschungen führten Jessberger unter anderem nach
Kanada, China, in die CSSR und in die USA. 1979/80 nahm er
an der deutschen Anarktis-Expedition teil. Nach dem
erfolgreichen Aufbau seines Bochumer Lehrstuhls gründete er
zusammen mit Partnern ein Ingenieurbüro in Bochum, das mit
seinen 15 über Deutschland verteilten Niederlassungen über
300 Mitarbeiter beschäftigt.

Gefrierverfahren, Altlastenseminar und Großzentrifuge

Besonders vertieft hat sich Jessberger seit seiner Münchner
Zeit dem Gefrierverfahren zur Herstellung von Schächten und
Tunneln gewidmet: Traditionell wenden Ingenieure dieses
Verfahren im Bergbau an, wenn sie tiefe Schächte in
Lockergestein herstellen. Es eignet sich aber auch zur
Herstellung von Tunneln im Grundwasser. Seit 1985 findet auf
seine Initiative das jährliche Bochumer Altlastenseminar
statt. Ebenfalls Jessbergers Verdienst ist die erste
Bochumer geotechnische Großzentrifuge, die 1987 in Betrieb
genommen wurde. Sie ermöglicht Modelluntersuchungen unter
realistischen Spannungsbedingungen. Wegen des großen Erfolgs
wurde das Zentrifugenzentrum 1992 um eine weitere Zentrifuge
ergänzt.



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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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