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(00218) 30.07.2001 13:12

MedRUBIN: Angeborene Herzfehler bei Kindern


Bochum, 30.07.2001
Nr. 219

Behandelbar: Angeborene Herzfehler bei Kindern
Überbrückung bis zur Transplantation
MedRUBIN: Zweites Sonderheft erschienen

Mit einem Kunstherz, das außerhalb des Körpers schlägt,
überbrücken Ärzte schon lange die Zeit bis zur rettenden
Herztransplantation – bei Erwachsenen. Bei kleinen Kindern
ist das problematischer, weil es bislang an gut auf ihre
Bedürfnisse abgestimmten Systemen und Antrieben mangelte.
Durch ein neues Kunstherz mit hydraulischem Antrieb, der
jetzt vom Herzzentrum Bad Oeynhausen (Prof. Dr. Reiner
Körfer, Dr. Nils Reiß) und dem Institut für Organphysiologie
der RUB (Prof. Dr. Peter Scheid) zum Patent angemeldet
wurde, verbessert sich die Lage: Die Blutmenge, die bei
einem Schlag des künstlichen Herzens gepumpt wird, lässt
sich flexibel und genau regulieren.

Beitrag und Bilder im Netz

Beitrag und Bilder zum Herunterladen im Internet:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/medrubin/artikel-fotos/herzchirugie.htm

Während der Überbrückung werden Patienten fit

Ein angeborener Herzfehler, der nicht operiert werden kann,
bedeutete noch vor wenigen Jahren den sicheren Tod. Heute
helfen Kreislaufunterstützungssysteme, die Wartezeit auf ein
funktionsfähiges Herz zu überbrücken. Eine künstliche
Herzkammer und ein pneumatischer Antrieb arbeiten außerhalb
des Körpers des Patienten und sind über Gefäßprothesen mit
seinem Herzen bzw. seiner Hauptschlagader verbunden. Ist das
System implantiert, kann sofort eine Therapie zum
Muskelaufbau beginnen: Die herzschwachen, meist
bettlägerigen Patienten werden durch Bewegung so fit, dass
sie die spätere Herztransplantation – die bei Erwachsenen
durchschnittlich nach 205, bei Kindern nach 63 Tagen
Wartezeit erfolgt – gut überstehen. Der jüngste mit dem
herkömmlichen System behandelte Patient war bereits zehn
Jahre alt.

Genaue Anpassung an kindliche Bedürfnisse

Bei kleineren Kindern und Säuglingen macht die Verwendung
pneumatisch betriebener Systeme oft Schwierigkeiten. Solche
Systeme haben einen entscheidenden Nachteil: Die künstliche
Herzkammer kann nur entweder ganz voll oder ganz leer sein
(full-empty-Modus). So können die Ärzte das Schlagvolumen
weder an die aktuellen Bedürfnisse des kleinen Patienten
anpassen, noch im Verlauf einer längeren Überbrückungsphase
verändern. Die Pumpleistung lässt sich nur unzureichend
regeln: Das Arbeitsmedium Gas, das sich im Gegensatz zum
Blut „zusammendrücken“ lässt, verbietet eine 1:1-Regelung.
Daher entwickelten die Forscher einen hydraulischen Antrieb.
Hier ist das Arbeitsmedium eine Flüssigkeit wie das Blut.
Das neue System erlaubt außerdem auch eine nur partielle
Füllung der künstlichen Herzkammer (filled-empty-Modus). So
können Mediziner seine Leistung individuell auch an die
Bedürfnisse sehr kleiner Kinder anpassen. Schon in ein bis
zwei Jahren soll das neue System den kleinen Patienten
helfen.

MedRUBIN erschienen

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in MedRUBIN 2001, neben
anderen Themen: Und immer ist der Arzt dabei (Chirurgie);
Abwehr aus dem Gleichgewicht: Allergie durch Grippeviren
(Allergologie); Ohne Schnitt unter die Haut (Dermatologie);
Mit Blutstammzellen gegen Krebs (Innere Medizin);
Parkinsongenetik: Schutz und Vorsorge im Blick (Neurologie);
Endlich hinein in die Lehrpläne (Ethik und Schmerz); Weniger
Stress, weniger Rückenschmerzen (Medizinische Psychologie);
„Hauptsache gesund“ (Humangenetik); Dicht am Herzschlag
(Biomedizinische Technik); Reparaturstrategien des Gehirns:
Schaden macht jung (Neurophysiologie); In der Bäckerhefe
Erbkrankheiten auf der Spur (Zellbiochemie). MedRUBIN ist
für 9 DM im Dekanat der Medizinischen Fakultät erhältlich
(Tel. 0234/32-24960).

Weitere Informationen

Dr. Nils Reiß, Prof. Dr. Reiner Körfer, Universitätsklinik
für Thorax- und Kardionvaskulärchirurgie, Herzzentrum NRW,
Georgstraße 11, 32545 Bad Oeynhausen, Tel. 05731/97-1331,
Fax: 05731/97-1820, Email: herzchirurgie@hdz-nrw.de
Prof. Dr. Peter Scheid, Institut für Organphysiologie der
Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-29100,
Fax: 0234/32-14191, Email: peter.scheid@ruhr-uni-bochum.de


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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