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(00214) 25.07.2001 14:18

Geschlechterpolitik: Pro und Contra der Globalisierung


Bochum, 25.07.2001
Nr. 215

Frauenbewegung: Die Haustür weit aufmachen
Pro und Contra der Globalisierung
Chancen und Risiken für die Geschlechterpolitik

Die neue Sonderausgabe der „Zeitschrift für Frauenforschung
und Geschlechterstudien“ (Hg. von Prof. Dr. Ilse Lenz,
Fakultät für Sozialwissenschaft der RUB und Helen Schwenken,
Universität Kassel) will in Deutschland die Debatte um die
internationale Dimension der Frauenbewegung forcieren.
Entscheidungen auf EU-Ebene stehen vor der deutschen Haustür
und bringen neue Möglichkeiten für die lokale und nationale
Frauenpolitik, vielleicht aber auch neue Risiken mit. „Wer
sich einmischen will, sollte die Tür weit aufmachen und
mitdiskutieren“, unterstreicht Ilse Lenz das Anliegen des
Hefts.

Internationale Programme kommen nach Deutschland

Die Geschlechterpolitik und die Frauenbewegungen haben sich
globalisiert, die Diskussion darüber steht hier hingegen
noch am Anfang. So wurde z.B. Gender Mainstreaming (die
Gleichstellungsverpflichtung der EU) zunächst international
von Frauenbewegungen entwickelt, dann in den EU Vertrag von
Amsterdam aufgenommen und damit verbindlich. Nun fängt die
Umsetzung in der Bundesrepublik erst an.

Lernen von den anderen

Die neue Internationalität bietet ein breites
Experimentierfeld. Frauenbewegungen aller Länder entwerfen
verschiedene Wege zur Gleichheit, aus denen die anderen auch
lernen können. Mit den globalen feministischen Netzwerken
haben sich transnationale Räume für Information,
Kommunikation und Koalitionen entfaltet – um so wichtiger,
sich einzumischen und an der Diskussion zu beteiligen.

Finanzpolitik geschlechterdemokratisch reformieren

Dieses Ziel hat das neue Sonderheft. Die Autoren diskutieren
zunächst Globalisierung und den Einfluss von
Frauenbewegungen vor allem auf Europa. Dann fragen sie etwa,
ob die internationale Finanzpolitik und die
Welthandelsorganisation (WTO) geschlechterdemokratisch zu
reformieren sind. Sie stellen Fraueninterventionen in die
internationale Politik zusammenfassend dar und untersuchen
an mehreren Beispielen die lokale, nationale und globale
Vernetzung von Frauenbewegungen. Schließlich befragen sie
neue Ansätze der Demokratietheorie wie Staatsbürgerschaft
und Zivilgesellschaft daraufhin, wie man sie für das
Verständnis von Frauenbewegungen fruchtbar machen kann.

Der Pionierin der Sozialwissenschaftlerinnen gewidmet

Die Beiträge gehen aus einem Workshop in Bochum im März 2001
hervor, den die Marie Jahoda Gastprofessur gemeinsam mit dem
Promotionskolleg „Geschlechterdemokratie und
Organisationsform im globalen Kontext“ (Universität
Bielefeld und RUB) veranstaltete. Das Heft ist Marie Jahoda
(1907-2001) gewidmet, einer Pionierin für Frauen in der
Wissenschaft. Zu den Autorinnen gehören neben Ilse Lenz auch
Alison Woodward (Brüssel), Brigitte Young (Mitglied der
Kommission zur Globalisierung des deutschen Bundestags),
Christa Wichterich, Helen Schwenken, Regina Dackweiler und
Susanne Schunter-Kleemann.

Titelaufnahme

Lokal, national, global? Frauenbewegungen,
Geschlechterpolitik und Globalisierung. Sonderheft der
Zeitschrift für Frauenforschung & Geschlechterstudien (2001)
Kleine Verlag Bielefeld
Postfach 101668, 33516 Bielefeld; KV@Kleine-Verlag.de

Weitere Informationen

Prof. Dr. Ilse Lenz, Fakultät für Sozialwissenschaft der
Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-25413,
Fax: 0234/32-14502, Email: ilse.lenz@ruhr-uni-bochum.de


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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