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(00213) 25.07.2001 14:11

Mehr Lebensqualität mit dem Herzschrittmacher


Bochum, 25.07.2001
Nr. 214

Neue Sensorsysteme unterstützen nach Bedarf
Mehr Lebensqualität mit dem Schrittmacher
MedRUBIN: Zweites Sonderheft erschienen

Mit neuartigen Sensoren wollen Forscher vom Lehrstuhl für
Biomedizinische Technik (Prof. Dr.-Ing. Jürgen Werner)
Herzpatienten mehr Lebensqualität ermöglichen. Ausgeklügelte
Messsysteme erfassen Daten zur aktuellen Beanspruchung des
Herz-Kreislaufsystems, so dass Schrittmacher je nach Bedarf
in das Körpergeschehen eingreifen können.

Beitrag und Bilder im Netz

Beitrag und Bilder zum Herunterladen im Internet:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/medrubin/artikel-fotos/biomedizin.htm

Das Herz schlägt nicht immer gleich

Beim Dauerlauf oder beim Treppensteigen leistet das Herz
Schwerarbeit: Die Schlagfrequenz und die Kontraktionskraft
erhöhen sich gegenüber dem normalen Rhythmus bei gesunden
Menschen von selbst, da das vegetative Nervensystem in den
vom Herzen selbsterzeugten Ablauf eingreift. Das
Zusammenziehen des Herzmuskels ist Folge elektrischer
Impulse, die im so genannten Sinusknoten entstehen und
verzögert auf die Herzkammern übergeleitet werden
(AV-Überleitungszeit). Ist dieser Mechanismus an irgendeinem
Punkt gestört, braucht der Körper Hilfe. Verschiedene Arten
von Herzschrittmachern können diese Funktion übernehmen:
Arbeitet der Sinusknoten gar nicht, passt sich die Frequenz
nicht an oder ist die Erregungsüberleitung blockiert, kann
ein klassischer Herzschrittmacher helfen. Ein
Zweikammer-Bedarfs-Schrittmacher mit zwei Sonden stimuliert
nur dann das Herz, wenn er keine herzeigene Erregung
feststellt. Bei Kammerflattern oder –flimmern hilft ein
Implantierbarer Cardioverter/Defibrillator (ICD), der mit
einem Schock dem Herzen einen Neustart ermöglicht.

Treppauf ist nicht gleich treppab

Um Patienten nicht allein das Leben zu erhalten, sondern
auch mehr Lebensqualität zu bieten, versuchen Forscher, die
Aktivitäten der Schrittmacher gut an die körperliche
Belastung anzupassen. Herkömmliche Techniken messen mittels
Beschleunigungssensoren nur die Körperbewegung: „Treppauf
ist so gleich treppab, eine Fahrt über Kopfsteinpflaster
wird als erhöhte körperliche Anstrengung gewertet“,
erläutert Prof. Werner. Intelligenter sind die
Sensorsysteme, die sich die Wissenschaftler der RUB haben
patentieren lassen. Ein Ersatzpfad überbrückt dabei die
Blockierung des Informationsflusses im Herzen. Zumeist ist
nur ein Steuerungsfaktor defekt: die Steuerung durch das
vegetative Nervensystem. Einer der beiden anderen Faktoren –
Kontraktionskraft und Überleitungszeit – ist aber intakt.
Durch die Überwachung dieser beiden Systeme lässt sich die
Herzfrequenz bedarfsgerecht anpassen.

Sensoren ermitteln den Stimulationsbedarf

Das Schrittmachersystem wird derzeit klinisch getestet. Ein
direkt im Herzen abgeleitetes EKG gibt Aufschluss über die
AV-Überleitungszeit und ermittelt die optimale
Stimulationsfrequenz aus den Abhängigkeiten zwischen
Überleitungszeit und Stimulationsfrequenz und zwischen
Überleitungszeit und Belastungsstatus. Ein anderes
Sensorsystem basiert auf den Eigenschaften von
Glasfaserkabeln: Je mehr sie gebogen sind, desto weniger
Licht gelangt bis an ihr Ende, da es in die Ummantelung
gestreut wird. Schiebt man ein solches Kabel ins Herz hinein
und versieht es mit Lichtsender und –empfänger, dann lässt
sich anhand der angekommenen Lichtmenge auf die Kontraktion
des Herzens schließen, die das Kabel biegt. Das System
eignet sich sowohl zur allgemeinen Überwachung der
Herztätigkeit als auch zur Steuerung von Stimulatoren,
Pumpen und ICDs.

MedRUBIN erschienen

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in MedRUBIN 2001, neben
anderen Themen: Und immer ist der Arzt dabei (Chirurgie);
Abwehr aus dem Gleichgewicht: Allergie durch Grippeviren
(Allergologie); Ohne Schnitt unter die Haut (Dermatologie);
Ein (Kunst-)Herz für Kinder (Herzchirurgie); Mit
Blutstammzellen gegen Krebs (Innere Medizin);
Parkinsongenetik: Schutz und Vorsorge im Blick (Neurologie);
Endlich hinein in die Lehrpläne (Ethik und Schmerz); Weniger
Stress, weniger Rückenschmerzen (Medizinische Psychologie);
„Hauptsache gesund“ (Humangenetik); Reparaturstrategien des
Gehirns: Schaden macht jung (Neurophysiologie); In der
Bäckerhefe Erbkrankheiten auf der Spur (Zellbiochemie).
MedRUBIN ist für 9 DM im Dekanat der Medizinischen Fakultät
erhältlich (Tel. 0234/32-24960).

Weitere Informationen

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Werner, Lehrstuhl für Biomedizinische
Technik der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel.
0234/32-28444, Fax: 0234/32-14117


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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