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(00198) 12.07.2001 13:19

Offene Beine sollen schneller heilen


Bochum, 12.07.2001
Nr. 199

Offene Beine sollen schneller heilen
RUB-Studie: Spezialverbände und Enzymsalben im Test
Patienten als Teilnehmer gesucht

Mit täglich gewechselten Spezialverbänden und einer
Enzymsalbe versuchen Mediziner der Dermatologischen
Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum im St. Josef
Hospital (Direktor: Prof. Dr. Peter Altmeyer, Oberarzt: Dr.
Markus Stücker) offenen Beinen besser beizukommen. Eine
Studie soll nun zeigen, ob die chronischen Wunden mit der
neuen Methode schneller abheilen. Die Wissenschaftler suchen
Patienten, die an der Studie teilnehmen möchten.

Pfenniggroße Wunde wird schnell handtellergroß

Venenerkrankungen sind in Industrienationen eine
Volkskrankheit: Allein in Deutschland leiden ca. 12
Millionen Menschen an Krampfadern, eine Million an einem
Unterschenkelgeschwür (offenes Bein, Ulcus cruris) als Folge
eines Venenleidens oder einer Thrombose. Bei diesen
Krankheiten ist der Rückfluss des Bluts zum Herzen gestört –
die Heilungsbereitschaft der Haut ist durch die verminderte
Durchblutung sehr gering. Schon bei leichten Verletzungen
wie Stoßen oder Kratzen kann ein Unterschenkelgeschwür
entstehen, das zwar anfangs oft nur Pfenniggröße hat, jedoch
sehr schnell wächst und sich im Extremfall sogar um das
ganze Bein herumziehen kann. Besteht die Wunde länger,
stellen sich häufig chronische Schmerzen ein, oft kommt es
auch zu bakteriellen Infektionen, die in eine Wundrose
übergehen kann.

Vier Wochen lang täglich Salbe und Spezialverband

Die Therapie des offenen Beins stützt sich vor allem auf
Verbände mit so genannten Kurzzugbinden. Sie fachgerecht
anzulegen ist allerdings nicht einfach – Patienten sind
damit oft überfordert. Vor allem ältere Betroffene sind auf
Hilfe von ambulanten Pflegediensten angewiesen, die jedoch
in der Regel nur an wenigen Tagen pro Woche kommen können.
Die Uni-Hautklinik testet daher nun eine neue
Therapiemethode: Über vier Wochen kommen geschulte
Pflegekräfte täglich zu den Teilnehmern der Studie nach
Hause und legen einen Spezialverband mit Wattepolsterung an.
Außerdem verwenden sie eine Enzymsalbe (Kollagenase). Einmal
pro Woche bietet die Hautklinik dazu einen Kontrolltermin
an, bei dem Fachärzte die Wunde genau analysieren und für
die weitere Auswertung mit einer Digitalkamera
fotografieren. Anhand der Bilder werden sie dann den
Abheilungsverlauf computergestützt auswerten.

Patienten können teilnehmen

An der Studie können alle Patienten teilnehmen, die aufgrund
einer Venenerkrankung an einem Unterschenkelgeschwür leiden.
Eine Überweisung ist dazu nicht nötig, so dass die Teilnahme
allen Patienten aus Bochum und dem mittleren Ruhrgebiet
offen steht. Fragen von Betroffenen und Angehörigen
beantwortet Dr. Markus Stücker.

Weitere Informationen

Dr. Markus Stücker, Abteilung für Gefäßerkrankungen der
Dermatologischen Universitätsklinik der Ruhr-Universität
Bochum im St. Josef Hospital, Gudrunstraße 56, 44791 Bochum,
Tel. 0234/509-1, Fax: 0234/509-3409, Email:
markus.stuecker@ruhr-uni-bochum.de


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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