[ vorherige ] [ nächste ] [ Übersicht nach Zeit ][ alphabetische Übersicht ]

(00170) 21.06.2001 12:44

Nachlass Prof. Martin: Auf der Suche nach Chinabildern


Bochum, 21.06.2001
Nr. 171


Auf der Suche nach Chinabildern
Aus dem Nachlass Helmut Martins
Zur Kultur und Literatur Chinas und Taiwans


Pünktlich zum zweiten Todestag des bekannten Bochumer
Sinologen Helmut Martin haben nun seine Witwe Tienchi
Martin-Liao und Christiane Hammer eine große Auswahl von
Texten aus dem Nachlass herausgegeben: „Das kulturelle China
und die Chinawissenschaften. Chinabilder VII“. Helmut Martin
lehrte bis zu seinem plötzlichem Tod (8.6.1999) an der
Ruhr-Universität Bochum und als Gastprofessor an mehreren
Universitäten in Ostasien und den USA Sprache und Literatur
Chinas.

Prognose für Nobelpreisträger

Schon 1996 glaubte Helmut Martins, dass bald ein
chinesischer Dichter den Nobelpreis bekommen werde. Er
verfasste damals auf Vorrat eine Würdigung über den Lyriker
Bei Dao. Dieser Text ist nun erstmals veröffentlicht.
Darüber hinaus enthält der soeben erschienene Band
zahlreiche Aufsätze, Vorträge, Rundfunk- und Zeitungstexte
aus den Jahren 1996 bis 1999 zur Kultur und Literatur
Chinas, zur Geschichte und Kultur Taiwans sowie zur
Geschichte der Chinawissenschaften. Übrigens: Als erster
Chinese hat Gao Xingjian den Literaturnobelpreis (2000)
erhalten. Zwar ist Martins Prognose also nicht eingetroffen,
aber immerhin hat er die vier bis zur Nobelpreisverleihung
in deutscher Sprache erschienen Bücher von Gao Xingjian
herausgegeben.

Tod beendet Arbeit vorzeitig

Martin hatte seit 1998 Material für das Buch
zusammengestellt, doch durch seinen Tod wurde diese Arbeit
vorzeitig beendet - zurück blieb ein unvollendetes Werk. Die
beiden Herausgeberinnen haben Martins Textauswahl übernommen
und weitere Manuskripte, die er in den Jahren zuvor erstellt
hatte, einbezogen. Die Texte sind in der von Martin
hinterlassenen Form veröffentlicht, also nicht von ihm
überarbeitet oder aktualisiert. „Das kulturelle China“ ist
der siebte Band von Helmut Martin, der in der Reihe
„Chinawissenschaften“ erschienen ist.

Förderer der Demokratiebewegung

Helmut Martins Forschungsschwerpunkt innerhalb der Sinologie
war die moderne chinesische Literatur: Ihrer Erforschung und
Vermittlung hat er mehrere hundert Publikationen gewidmet.
In den letzten Jahren vor seinem Tod lag ihm besonders die
im Ausland wenig bekannte Literatur Taiwans am Herzen. Als
Lehrer, der um die Förderung des Nachwuchses bemüht war, hat
er eine große Zahl von Studierenden nach Bochum gezogen.
Gemeinsam mit seiner Frau Tienchi Martin-Liao ist Martin zum
wohl wichtigsten sinologischen Förderer der chinesischen
Demokratiebewegung auf dem Festland sowie auf Taiwan
geworden.

Biografie

Helmut Martin wurde 1940 in Kassel geboren. Er studierte
Sinologie und Slawistik in München, Belgrad, Paris und
Heidelberg. Seit 1997 war er Professor für Sprache und
Literatur Chinas an der Ruhr-Universität Bochum. Martin war
Gründer und erster Direktor des Landesspracheninstituts
Nordrhein-Westfalen. 1993 gründete er an der RUB das
Richard-Wilhelm-Übersetzungszentrum, das seitdem für die
Verbreitung moderner Literatur Chinas und Taiwans im
deutschen Sprachraum gesorgt hat. Helmut Martin war auch
Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Chinastudien.

Titelaufnahme

Helmut Martin: Das kulturelle China und die
Chinawissenschaften. Aufsätze 1996 – 1999. Texte aus dem
Nachlass. Hrsg. von Christiane Hammer und Tienchi
Martin-Liao Bochum, Projekt-Verlag 2001 (Chinabilder VII),
DM 50,- ISBN 3-89733-061-X

Weitere Informationen

Tienchi Martin-Liao, Ruhr-Universität Bochum,
Richard-Wilhelm-
Übersetzungszentrum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24699,
E-Mail: tienchi.martin.liao@ruhr-uni-bochum.de
Projekt Verlag, Postfach 101907, 44719 Bochum, Tel.: 0234/3
25 15 70, Fax: 0234/  3 25 15 71, E-mail:
vertrieb@projektverlag.de, Internet: www.projektverlag.de

--
RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB

Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB - RUB



zurück zur Übersicht nach Zeit | alphabetisch