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(00150) 01.06.2001 13:02

RUB-Publikation: Chinaforschung in Österreich


Bochum, 01.06.2001
Nr. 151

Vom Staube befreit: Sinologie seit dem 17. Jahrhundert
Forscherpersönlichkeiten im Überblick
RUB-Publikation: Chinaforschung in Österreich


„Vergessen und verloren“ scheinen viele Erinnerungen und
Forschungsergebnisse der österreichischen Chinastudien. Für
sein gleichnamiges Buch, das in der edition cathay
(Herausgeberinnen: Dr. Christina Neder, Ines-Susanne
Schilling, Fakultät für Ostasienwissenschaften der RUB)
erschienen ist, hat Bernhard Führer den Staub von alten
Büchern gewischt, persönliche Korrespondenzen,
wissenschaftliche Veröffentlichungen und unveröffentlichtes
Material gesichtet. So entstand ein Bild der
österreichischen Chinastudien und ihrer Protagonisten, das
vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart reicht.

Von Bücherwürmern und Berühmtheiten

Im Mittelpunkt des Buches, für das Führer internationale
Archive durchforstete, stehen Wissenschaftler, die in
Österreich tätig waren oder dorther stammten. Viele von
ihnen sahen sich gezwungen, ihr Heimatland wegen der
Naziherrschaft zu verlassen. Die österreichischen
Ostasienwissenschaften zeigen hier beispielhaft, wie groß
die Verluste für die deutschsprachige Geisteswelt waren, die
teilweise heute noch zu spüren sind. Doch auch aus anderen
Gründen zogen österreichische Forscher die Arbeit im Ausland
vor; und sei es nur, dass die Arbeitsbedingungen ihren
Wünschen nicht entsprachen. In getrennten Kapiteln
beschreibt Führer das Werk derer, die geblieben und derer,
die gegangen sind: Ihr Dasein als eigenbrötlerische Forscher
in der Bücherstube oder als berühmte Lehrer, ihre Ziele,
Forschungsschwerpunkte und Methoden.

Pars pro toto: Österreich als Beispiel

Das Buch ist Zeugnis einer Spurensuche: Es soll verhindern,
dass Leistungen und Erkenntnisse von Einzelnen im Lauf der
Zeit schnell in Vergessenheit geraten. Obwohl es auf den
ersten Blick in Zeiten der Internationalisierung unwichtig
erscheinen mag, eine regionale Entwicklung unter die Lupe zu
nehmen, so sind die Erkenntnisse Führers zur
österreichischen China-Forschung durchaus nicht antiquiert:
Seine Beobachtungen stellen einen exemplarischen Ausschnitt
der überregionalen Fach- und Wissenschaftsgeschichte dar.

Weitere Informationen

Dr. Christina Neder, Ines-Susanne Schilling, Fakultät für
Ostasienwissenschaften der Ruhr-Universität Bochum, 44789
Bochum, Tel. 0234/32-22993/-28876, Fax: 0234/32-14584

Titelaufnahme

Führer, Bernhard: Vergessen und verloren. Die Geschichte der
österreichischen Chinastudien. ( = edition cathay, Bd. 42),
hg. von Christina Neder und Ines-Susanne Schilling, projekt
verlag Bochum, 2001. ISBN 3-89733-017-2



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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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