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(00121) 08.05.2001 11:57

Bochumer Studiengang als Exportschlager


Bochum, 08.05.2001
Nr. 122

Bochumer Studiengang als Exportschlager
Entwicklungsmanager werden auch in Südafrika ausgebildet
Afrikanische und deutsche Dozenten lehren gemeinsam


Die Ruhr-Universität Bochum steigt ins Exportgeschäft ein.
Als erste deutsche Hochschule transferiert sie einen
kompletten Studiengang ins Ausland. Der vom RUB-Institut für
Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik (IEE)
angebotene “Master of Arts in Development Management”
(Entwicklungsmanagement) startet im Sommer 2002 an der
University of the Western Cape im südafrikanischen
Bellville. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD)
fördert das Projekt zunächst bis Ende 2003 mit 1,4 Mio. DM.

Handfeste Vorteile für Südafrika

Für die RUB stellt der Export - eigentlich ein Joint Venture
- einen Meilenstein bei der Schärfung ihres internationalen
Profils und Renommees dar; sie nimmt nun in Deutschland eine
absolute Vorreiterrolle beim internationalen Transfer von
Lehre und Forschung ein. Die handfesten Vorteile liegen
allerdings bei den südafrikanischen Partnern. Sie erhalten
direkt einen erheblichen Teil der Fördersumme (u.a. für
Personal- und Materialkosten) und in regelmäßigen Abständen
hoch qualifizierte Entwicklungsmanager, die dabei helfen
werden, die wirtschaftliche Situation in der Region weiter
zu verbessern.

Einziges geisteswissenschaftliches Projekt

Hintergrund der Kooperation ist eine Initiative des DAAD,
die kürzlich für neue internationale Projekte insgesamt 8,4
Mio. DM auslobte. Sämtliche deutschen Hochschulen waren
eingeladen, geeignete Projekte einzureichen. Von weit über
200 Vorschlägen nahm der DAAD rund 40 in die engere Wahl und
gab schließlich neun von ihnen den Zuschlag. Meist handelt
es sich dabei um kleinere Projekte. Allein die Vorhaben der
TU München und der TU Dresden erreichen in etwa die Bochumer
Dimension. Zudem ist das RUB-Projekt das Einzige aus den
Geisteswissenschaften und das Einzige in Afrika.

Fahrplan steht bereits fest

Vor allem wird das Vorhaben des Bochumer IEE als Erstes
umgesetzt. Als hilfreich erweisen sich hierbei die Kontakte
zum künftigen Partnerinstitut an der University of the
Western Cape, der School of Government, die kurz vor der
Ausschreibung des DAAD geknüpft wurden. In großen Teilen
steht der Fahrplan bereits fest: Vom 14. bis 16. Mai wird
der Leiter der School of Government, Prof. Chris Tapscott,
an der RUB sein und mit dem IEE die Details des
Kooperationsvertrages festlegen. Weiter geht es im kommenden
Wintersemester. Zum einen bieten Bochumer Dozenten in
Bellville bestimmte Module des Entwicklungsmanagement an,
die in dort bestehende Studiengänge passen. Zum anderen
werden afrikanische Dozenten in Bochum und in Bellville auf
den eigentlichen Start des Studiums vorbereitet. Dieser
erfolgt im Sommersemester 2002.

Doppelter Master

Ab dann werden 30 junge Menschen aus dem südlichen Afrika
drei Semester lang zum Entwicklungsmanager ausgebildet. Die
Kurse (darunter auch Deutschunterricht) werden sowohl von
afrikanischen als Bochumer Dozenten auf Englisch gehalten.
Nach dem ersten Semester kommen die Studierenden für ein
Vierteljahr nach Deutschland. In den ersten vier Wochen
nehmen sie an der RUB an einer Summer School teil,
anschließend absolvieren sie Praktika bei in Deutschland
ansässigen international tätigen Unternehmen oder
Organisationen. Dann geht es zurück nach Bellville. Die im
dritten und letzten Semester zu schreibenden Master-Arbeiten
werden jeweils von einem afrikanischen und einem Bochumer
Dozenten betreut. Zur Belohnung winkt am Ende ein doppelter
Master. Die Förderung des DAAD gilt zunächst bis Ende 2003
und damit für einen Kurs.

Junger Studiengang

Den englischsprachigen Studiengang “Master of Arts in
Development Management” bietet das IEE selbst erst seit dem
Wintersemester 2000/2001 an – und kann sich vor Nachfragen
kaum retten. Nur etwa jeder zehnte Bewerber konnte
aufgenommen werden. Die 21 aktuellen Studierenden aus aller
Welt werden ihren Mastertitel am Ende des kommenden
Wintersemesters erwerben. Bis dahin werden sie fit gemacht
in den Methoden des Programm- und Projektmanagements. Das
interdisziplinäre Lehrangebot umfasst Veranstaltungen der
Ökonomie, Sozial- und Politik-, Rechts- sowie
Geowissenschaften. Neben Dozent/innen der RUB sind externe
Referenten – Praktiker aus der Entwicklungszusammenarbeit –
an der Lehre beteiligt. Diese Verknüpfung von theoretischen
und praktischen Elementen der Ausbildung ist neben einer
sehr individuellen Betreuung ein wichtiges Kennzeichen des
neuen Studiengangs. Genau wie ihre künftigen Kommilitonen in
Südafrika absolvierten die angehenden Entwicklungsmanager
der RUB zwischendurch ein einschlägiges Praktikum in
Deutschland.

Bochum School of Development Management

Der Export des Studienganges nach Südafrika stellt für die
RUB nur einen Zwischenschritt dar, und das gleich in
zweifacher Hinsicht. Zum einen soll das aktuelle Projekt in
die Gründung eines Zentrums mit Namen “Bochum School of
Development Management” an der University of the Western
Cape münden. Zum anderen verfügt die Ruhr-Uni als Pionierin
beim Einrichten gestufter Studiengänge inhaltlich und
strukturell über eine breite Palette exportfähiger
Studiengänge.

Weitere Informationen

Dr. Wilhelm Löwenstein, Geschäftsführer des Instituts für
Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik, Ruhr-Uni
Bochum, GB 1/60, 44780 Bochum, Tel.: 0234 / 32-22418, Fax:
0234 / 32-14294, E-Mail: ieeoffice@ruhr-uni-bochum.de,
Internet: www.ruhr-uni-bochum.de/iee/



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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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