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(00059) 05.03.2001 14:45

Schmetterlinge der Meere


Bochum, 05.03.2001
Nr. 60

Schmetterlinge der Meere
Von der DNA zur Stammesgeschichte
Bochumer Zoologin untersucht Hinterkiemerschnecken


Dass Schnecken nicht nur Ekel hervorrufen, sondern auch
schön sein können, zeigt PD Dr. Heike Wägele (Spezielle
Zoologie, Fakultät für Biologie der RUB) in einem Beitrag
„Schmetterlinge der Meere. Vielfalt und Farbenpracht bei
Hinterkiemerschnecken“ für die Naturwissenschaftliche
Rundschau (Ausgabe Februar). In ihrem Beitrag präsentiert
sie die Schönheit dieser Prachtexemplare und erläutert
anhand der DNA–Sequenz–Analyse die stammesgeschichtlichen
Verwandtschaftsbeziehungen einiger Meeresschneckenarten, den
sogenannten Nudibranchia.

Fotos im Internet

Fotos (von Meeresschnecken) zu dieser Presseinformation
können im Netz heruntergeladen werden:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressemitteilungen/ (heutiges
Datum)

Tintenspritzer und Schwefelproduzenten

Wer weiß, dass der Seehase Tinte verspritzt, der
Flankenkiemer sogar Schwefel produziert? Beide schützen sich
so listig vor natürlichen Feinden. Die wehrlose Seegurke
dagegen ahmt die Warnfärbung der giftigen
Nacktkiemerschnecke nach (Mimikry)und täuscht so ihre
Gegner. Bei der antarktischen Nacktkiemerschnecke
(Bathydoris hodgsoni) fällt das Gelege besonders auf: Es
besteht aus drei riesigen Eiern, deren Kapseln drei bis vier
Zentimeter messen und eine Entwicklungszeit von zwei bis
drei Jahren benötigen. Der Beitrag der Bochumer
DFG-Heisenberg-Stipendiatin fasziniert nicht zuletzt durch
die zahlreichen Farbfotos.

In allen Gewässern

Mit rund 5.000 bis 6.000 Arten gehören die
Hinterkiemerschnecken zu den äußerst artenreichen Gruppen
innerhalb der Schnecken. Sie sind in allen Meeresteilen zu
finden, die größten leben in der Antarktis und in der
Tiefsee. Man findet sie auf dem Meeresboden, Algen, Korallen
und in Sedimentböden eingegraben. Durchschnittlich sind sie
ca. eins bis fünf cm groß, es gibt aber auch kleinere
Formen, die nur ein Millimeter groß werden, und Arten, die
bis zu zehn Zentimeter erreichen.

Stammbaum erstellt

Mit Hilfe der DNA–Sequenz–Analyse hat die Bochumer
Wissenschaftlerin die Verwandschaftsbeziehungen von 60 bis
70 Arten von Nudibranchia untersucht. Dabei hat sie nach der
genetischen Analyse anhand von aufwendigen Schnittserien
Organsysteme rekonstruiert und einen Stammbaum auf der
weiteren Grundlage von morphologischen und histologischen
Untersuchungen von Merkmalen aufgebaut.

Weitere Informationen

PD Dr. Heike Wägele, Ruhr-Universität Bochum, Fakultät für
Biologie, Spezielle Zoologie, Tel.: 0234/32-24585, Fax:
0234/32-14114, E-Mail: Heike.Waegele@ruhr-uni-bochum.de

Redaktionsadresse - Exemplare


Die Naturwissenschaftliche Rundschau kann angefordert werden
unter: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Redaktion
Naturwissenschaftliche Rundschau, Birkenwaldstr. 44, 70191
Stuttgart, Tel: 0711/2582-295, Fax: 0711/ 2582–283, E-Mail:
NR@wissenschaftliche-verlagsgesellschaft.de




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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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