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(00014) 18.01.2001 12:19

Evangelisation wieder im Kommen


Bochum, 18.01.2001
Nr. 15

Nicht mehr nur nebenbei: Evangelisation
Umstrittenes kirchliches Handlungsfeld untersucht
RUB-Magisterarbeit ausgezeichnet


Die Evangelisation – die Verkündigung des Evangeliums auch
außerhalb des Gottesdienstes – hat Martin Werth M.A. in
seiner Magisterarbeit „Evangelisation – historische,
ökumenische und praktisch-theologische Aspekte eines
(umstrittenen) kirchlichen Handlungsfelds“
(Evangelisch-Theologische Fakultät) beschäftigt. Einerseits
seit 2000 Jahren eine selbstverständliche Lebensäußerung der
Kirche löst der Begriff andererseits auch Assoziationen der
Bekehrung von Menschen durch psychischen Druck aus. Martin
Werth hat das Phänomen von allen Seiten beleuchtet und
festgestellt, dass die Evangelisation gegenwärtig nicht mehr
nur nebenbei betrieben sondern in Kirchenleitungen und
Synoden diskutiert wird. Für seine Arbeit hat er nun einen
der Preise an Studierende 2000 erhalten.

Neues Interesse an Evangelisation

Die Evangelisation gewinnt heute auch für die, die sich vor
zehn oder 20 Jahren noch nicht damit befasst hätten, an
Interesse: Denn zunehmend bildet sich der Eindruck heraus,
dass das Ideal einer Volkskirche, der alle Menschen
angehören, und eines christlichen Abendlandes, in dem
christliche Werte für das gesellschaftliche Zusammenleben
konstitutiv sind, der Vergangenheit angehört, wenn es nicht
schon immer eine Illusion war.

Es gibt sie noch - und wichtiger denn je

Bei seiner Annäherung an das Thema Evangelisation macht
Martin Werth zwei Beobachtungen: Zum einen wird sie nach wie
vor praktiziert, wenn auch nur am Rande der Großkirche.
Kreise und Gruppen der Kirche, freie Werke, Freikirchen und
christliche Zusammenschlüsse betreiben sie. Solche Gruppen
organisieren sich sowohl an einzelnen Orten für
gelegentliche Aktionen als auch auf regionaler Ebene wie das
Projekt „neu anfangen“ und auf Bundesebene, wie etwa das
Christival, das 2002 zum vierten Mal stattfinden wird, oder
den „Pavillon der Hoffnung“ auf der EXPO in Hannover. Zum
anderen steht die Evangelisation in neuer Qualität auf der
Tagesordnung der Evangelischen Kirche selber. Zwar hat sie
immer eine Rolle gespielt (in allen Landeskirchen gibt es
Ämter für „Evangelisation und Gemeindeaufbau“ oder ähnliche
Organisationen); neu ist aber, dass sie nun auf der
Tagesordnung von Kirchenleitungen und Synoden steht, und das
nicht nur nebenbei. „Evangelisation und Mission“ waren das
Schwerpunktthema der EKD-Synode im Herbst 1999 in Leipzig.

Junge Kirchen bringen sich ein

Der Untertitel der Arbeit ist Programm: Martin Werth kann
historisch zeigen, warum der Begriff Evangelisation in der
Großkirche in die Krise geraten ist und warum und wie er
dennoch unaufgebbar zum Kernbestand christlicher
Terminologie gehört. Aktuell ist es in erster Linie die
Ökumene, die in der Lage scheint, die großkirchlichen
Vorbehalte gegenüber der Evangelisation abzubauen. Besonders
die jungen Kirchen in Afrika und Asien, die sich im 20.
Jahrhundert von der westlichen Bevormundung befreien
konnten, konnten ihre Positionen in das Gespräch zum Thema
einbringen. Schließlich stellt Werth praktisch-theologisch
fest, dass es viele methodisch höchst unterschiedliche
Konzepte von Evangelisation gibt, die bisher noch nicht
ausreichend theoretisch reflektiert sind.

Weitere Informationen

Martin Werth M.A., Am Nordpark 13, 42281 Wuppertal, Tel.
0202/502484, Email: EuMWerth@aol.com



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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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