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(00013) 18.01.2001 12:18

"Bucchero" - Etruskerkeramik in den RUB-Kunstsammlungen


Bochum, 18.01.2001
Nr. 14

Typisch etruskisch
Schwarz glänzende Keramik eines rätselhaften Volkes
Sonderaustellung „Bucchero“ in den RUB-Kunstsammlungen


Mit „schwarzer“ Kunst aus der Blütezeit der Etrusker
eröffnet Rektor Prof. Dr. Dietmar Petzina (Donnerstag, 1.
Februar 2001, 18 Uhr) die neu gestalteten Ausstellungsräume
in den Kunstsammlungen der RUB: Die Sonderausstellung
“Bucchero – Die Keramik der Etrusker. Nichts als schwarze
Pötte?” - organisiert von Dr. Cornelia Weber-Lehmann
(Direktorin der Antikenabteilung der Kunstsammlungen) - wird
zwei Jahre lang in Bochum 145 Gefäße aus der Antike
präsentieren. Neben Objekten der RUB und langfristigen
Leihgaben aus Sammlungen traditionsreicher Museen wie den
Antikensammlungen in Berlin, Dresden und München haben auch
mehrere Privatsammler ihre Schätze nach Bochum geschickt.
Die Öffentlichkeit ist zur Eröffnung herzlich eingeladen.

TERMIN: Vorbesichtigung für Journalisten

Kolleginnen und Kollegen aus den Medien lädt Dr.
Weber-Lehmann herzlich ein zu einer Vorbesichtigung am 31.
Januar 2001, 13 Uhr, in den Kunstsammlungen der RUB.

Foto im Internet

Zu dieser Presseinformation gibt es ein Foto (siehe unten),
das heruntergeladen werden kann.

Etrusker und Denkmälergattung

Die schwarz glänzende Keramik - “Bucchero” genannt - gehört
zu den markantesten Zeugnissen aus der Blütezeit der
etruskischen Stadtstaaten im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr.
Die Bochumer Ausstellung will über die Etrusker - dieses so
rätselhafte Volk in Mittelitalien - informieren, und sie
will die als Bucchero bezeichnete Denkmälergattung in die
übrige antike Kunstproduktion einordnen. Dabei informiert
sie, inwieweit die Bucchero Vasen tatsächlich “typisch
etruskisch” oder eben doch von allgemein mediterranen
Entwicklungen beeinflusst sind. Schwarze Keramik gibt es
auch anderenorts und aus anderen Zeiten. Aber nirgends und
nie hat man ihre Produktion so beharrlich, ausschließlich
und erfolgreich vorangetrieben wie in Etrurien. Dabei haben
die Etrusker sich naturwissenschaftlicher Empirie bedient
und technische Experimentierfreude bewiesen, neue Märkte
erschlossen und Handelswege ausgebaut.

„Bucchero“ – junges Wort für alte Kunst

Wie die Etrusker “ihre” Keramik wirklich nannten, ist aber
nicht bekannt. Das moderne Wort “Bucchero leitet sich aus
dem Portugiesischen „bucáro“ - „wohlriechende Tonerde“ - ab.
Damit bezeichneten die Eroberer Südamerikas dort
vorgefundene schwarz-graue Keramik; erst gegen Ende des 19.
Jahrhunderts, als ein aus Portugal importiertes dunkles
Geschirr in Italien beliebt wurde, wurde „Bucchero“ zum
Synonym für „grau-schwarz“ und mit dieser Bedeutung auf die
Keramik der Etrusker übertragen.

Einzigartige Leihgaben ...

Nur zehn der 145 Gefäße der Ausstellung gehören der RUB.
Allein 67 Stücke stammen aus den überreichen Beständen der
wieder vereinigten Berliner Antikensammlung, 27 aus der
Dresdner Skulpturensammlung. Hinzu kommen 25
Vergleichsbeispiele aus anderen Keramikgattungen, die teils
dem eigenen Bestand entnommen, teils ebenfalls von
Leihgebern zur Verfügung gestellt wurden. Die kollegiale
Zusammenarbeit hat es möglich gemacht, viele der Schätze,
die in diesen traditionsreichen Museen wegen laufender
Umbauten oder notorischer Platznot im Magazin eingelagert
werden müssen, nun für einen längeren Zeitraum – z. T. sogar
erstmals wieder nach dem 2. Weltkrieg – der Öffentlichkeit
zu präsentieren, der wissenschaftlichen Bearbeitung zu
erschließen und in die akademische Lehre einzubinden.

Und ... prominente Leihgeber

Das Panorama wird ergänzt und abgerundet durch weitere
Leihgaben aus folgenden Museen, Uni- und Privatsammlungen:
Antikensammlung und Glyptothek München, Kestner-Museum
Hannover, Reiss-Museum Mannheim, Akademisches Kunstmuseum
Bonn, Sammlung des Archäologischen Instituts Göttingen,
Robertinum Halle, Archäologische Sammlung der Uni Freiburg,
Herbert Cahn Basel, Werner Engelhardt Bochum, Haase
Remscheid, Knappe Freiburg, Klaus Burkhardt Moorenweis.

Gute Erfahrungen vom letzen Jahr

Dr. Cornelia Weber-Lehmann, Direktorin der Antikenabteilung
der Kunstsammlungen, hofft, auch mit der neuen Ausstellung –
ähnlich wie mit der überraschend erfolgreichen
Milet-Ausstellung vor einem Jahr – wieder eine breite an der
Antike interessierte Öffentlichkeit zu erreichen.

Öffnungszeiten

“Bucchero – Die Keramik der Etrusker. Nichts als schwarze
Pötte?”, Kunstsammlungen der RUB, 1. Februar 2001 bis 15.
Januar 2003; geöffnet: Di–Fr 12–17, Sa/So 10–18 h; Eintritt
frei.

Weitere Informationen

Dr. Cornelia Weber-Lehmann, Ruhr-Universität Bochum,
Kunstsammlungen, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-24738, E-Mail:
Cornelia.Weber-Lehmann@ruhr-uni-bochum.de







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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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