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(00079) 29.03.2000 14:34

RUB und UniDO beschließen gemeinsame Zukunft


Bochum, Dortmund, 1. April 2000
Nr. 78


Erste Universitätsfusion in Deutschland
RUB und UniDO beschließen gemeinsame Zukunft
Transrapide auf dem Weg zur "echten" Ruhr-Universität


Was den Energiekonzernen RWE und VEW oder den Großbanken
Deutsche Bank und Dresdener Bank recht ist, ist den
Universitäten Bochum und Dortmund nur billig: Sie
fusionieren zur "Ruhr-Universität BODO". Durch diese erste
Verschmelzung zweier deutscher Universitäten entsteht im
Ruhrgebiet mit rund 63.000 Studierenden und mehr als 700
Professoren die größte und mit mehr als 130 Fächern die am
breitesten ausgefächerte deutsche Universität. Ihr
Gesamtetat wird rund 900 Millionen DM betragen. Einen
gemeinsam verfassten Antrag übergeben die Rektorate beider
Universitäten persönlich im NRW-Wissen-schaftsministerium
(MSWWF) am 1.4.2000 in Düsseldorf.

Vom NRW-Qualitätspakt angeregt

Die Fusion der Nachbarhochschulen Bochum und Dortmund
erfolgt vor dem Hintergrund, dass beide Universitäten
einzelne, insbesondere kleine oder nur wenig ausgelastete
Fächer hätten aufgeben müssen, weil diese am ausgestreckten
Arm des MSWWF zu verhungern drohen. Begründet ist diese
Furcht durch den Abbau von zusammen mehr als 350 Stellen im
Rahmen des NRW-Qualitätspaktes. Mit der Fusion gewinnt die
neue "Ruhr-Universität BODO" erhebliche Flexibilität auch
auf diesem Gebiet.

Aussicht auf erhebliche Synergieeffekte

Aber auch die Hoffnung leitete beide Rektorate bei der
Fusion, dass von ihr erhebliche Synergieeffekte für die neue
Hochschule wie das Ruhrgebiet hervorgehen werden. Hier nur
einige Beispiele: So wird die neu entstehende
"Ruhr-Universität BODO" die Lehrerausbildung für alle
Schulformen und Stufen - von der Primarstufe bis zur
Berufsschule - in allen Fächern anbieten können. Die
Kern-Fusion nebeneinander bestehender Ingenieurfächer stärkt
ihre Konkurrenzfähigkeit gegenüber der übermächtigen
Aachener Universität. Die Bochumer Publizistik bekommt eine
Blutauffrischung durch die gute Dortmunder
Journalistenausbildung. Umgekehrt profitieren die Dortmunder
von den Bochumer Erfahrungen bei den erfolgreichen
Studienreformen mit den modernen BA/MA-Abschlüssen.

Neuer Studiengang "Verwaltungswesen" mit bewährten
Praktikern

Der Clou der Fusion ist aber die Ergänzung des
Studienangebots durch den auf zunächst fünf Jahre angelegten
Modellversuch eines in dieser Form wohl einmaligen
Studiengangs "Verwaltungswesen". Weil im öffentlichen Dienst
Freisetzungen aus betrieblichen Gründen unüblich sind, wird
dieser Studiengang von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
der nun überausgestatteten Verwaltungen getragen. Sie werden
zukünftig zwecks forscher Lehre zwischen Büro und Hörsaal
pendeln. Ihren Studierenden bieten sie eine nah an der
Praxis orientierte Ausbildung in Fächern wie "Kameralistik
und Haushaltsrecht", "Sensibilität in Personalplanung und
Mitarbeitermotivation", "Verwaltungshandeln in flexiblen
autonomen Abteilungen", "Controlling in an-/hier-archischen
Organisationen" und "PR mit und ohne Profil" anbieten. Die
Mitarbeiter/innen werden für diesen Zweck derzeit bereits in
Präsentationstechniken und Didaktik geschult. Der Zweck
dieser Unterweisungen wird ihnen allerdings erst heute
offenbar.

Kühne Transport-Ideen damit die Studierenden profitieren

Die Studierenden werden von der Fusion besonders
profitieren. Für sie entfällt die bislang kostspielige
Doppeleinschreibung, um in manchen Studiengängen geforderte
Nebenfächer in der Nachbaruniversität studieren zu können.
Und damit der Studienbetrieb auch über die Entfernung von 18
km Luftlinie reibungslos funktioniert, verhandeln die
Hochschulen gegenwärtig im NRW-Verkehrsministerium über die
Trasse des geplanten Transrapids im Ruhrgebiet. Dem Vater
der Dortmunder H-Bahn, seit einem Monat Vorstandsvositzender
der neuen Projekt Ruhr GmbH, wird gar eine kühne Variante
nachgesagt: Er könnte in seiner neuen Funktion die jetzige,
an einer Stahlschiene hängende Bahn zwischen dem Campus Nord
und Campus Süd der Dortmunder Uni bis zum Campus der
Bochumer Uni verlängern. Es wäre ein Leichtes, den
Transrapid dann als Obergeschoss auf vorhandenen Pylonen zu
montieren. Die H-Bahn würde dann mit dem Semesterticket
kostenfrei nutzbar sein, während Professoren die Mehrkosten
für den Transrapid-Transit aufzubringen hätten, um den
rechtzeitigen Beginn der Veranstaltungen zu sichern.

Ein Verdienst von Kanzler/in

Der Fusionsantrag ist in Geheimgesprächen zwischen beiden
Rektoraten zustande gekommen. Vorbereitet wurde er vom
Bochumer Kanzler, der immerhin fast zehn Jahre
Personaldezernent der UniDO gewesen ist, und seiner
Dortmunder Kollegin, immerhin eine Absolventin der RUB und
Doktorandien eines früheren Bochumer Rektors. Beraten wurden
sie vom vormaligen RUB-Kanzler, der selbst als Kanzler der
Pädagogischen Hochschule Ruhr die Fusion mit der Universität
Dortmund miterlebt hat. 

Neues Logo: "BODOs" Beitrag zum neuen
NRW-Gleichstellungsgesetz

Nur am Rande sei vermerkt, dass auch über das zukünftige
Logo eine Einigung bereits erzielt wurde: Das Dortmunder
Logo nimmt die mythologischen Figuren des Bochumers
gleichsam auf die "Schüppe". Bei dieser Gelegenheit
verabschieden sich auch die Bochumer von ihrem bis zuletzt
ungeliebten Epimetheus. Als Zeichen der erfolgreichen Fusion
und als Beitrag der Ruhr-Universität BODO zum neuen
NRW-Gleichstellungsgesetz steigt nun Epimetheus' Gemahlin
Pandora auf und blickt zukünftig auf ihren Schwager
Prometheus im gemeinsamen Wappen herab (siehe Bild). In
Dortmund heißt es Abschied nehmen von der erst vor wenigen
Tagen beschlossenen Internet-Bezeichnung U_DO. Keine Frage,
dass BODO der Mann der Zukunft ist. Übrigens: Manche
behaupten, dass der Layouter im Schriftzug des neuen Siegels
bewusst Platz für die Abkürzungen E (Essen) und DU
(Duisburg) gelassen hat.


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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