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(00234) 11.10.1999 14:43
Das Reden von Gewalt - Tagung zur Genozidforschung
Bitte beachten Sie ab 1. Oktober 1999 unsere
neue Telefonnummer: 0234/32-22830
neue Fax-Nummer: 0234/32-14136
Bochum, 11.10.1999
Nr. 228
Das Reden von Gewalt
NRW-Ministerpräsident Clement eröffnet Festakt
5 Jahre Diaspora- und Genozidforschung an der RUB
Verbunden mit einem Festakt anläßlich seines fünfjährigen
Bestehens und der Anerkennung als wissenschaftliche
Einrichtung an der Ruhr-Universität Bochum veranstalten das
Institut für Diaspora- und Genozidforschung eine
internationale Tagung: Das Thema "Das Reden von Gewalt" (26.
bis 28.11.1999 im Museum Bochum, Kortumstr. 147, 44777
Bochum) fordert bekannte Wissenschaftler aus dem In- und
Ausland heraus, Perspektiven der Geschichtswissenschaft,
Sozialwissenschaft, Literaturwissenschaft, Psychologie und
Politik zu formulieren. Den Festakt am 27.11. wird
Ministerpräsident Wolfgang Clement eröffnen, nach Grußworten
vom OB der Stadt Bochum, Ernst-Otto Stüber, und Rektor Prof.
Dr. Dietmar Petzina hält Prof. Dr. Zygmunt Bauman (Leeds,
Großbritannien) den Festvortrag über Verfolgung und Gewalt
im 20. Jahrhundert. Gemeinsam geteilte Erfahrungen?
Was wissen wir über kollektive Vernichtungsstrukturen?
Haben sich die Wissenschaften den Herausforderungen, die von
den Ausbrüchen kollektiver Gewalt, von Krieg und Genozid
ausgehen, wirklich gestellt? Was wissen wir tatsächlich über
die Entscheidungsprozesse, die zur Vernichtung ganzer
Bevölkerungsgruppen führen? Wie schreibt man die Geschichte
eines Völkermords? Welche Konzepte und Perspektiven muß eine
interdisziplinäre Gewaltforschung entwickeln, um einen
Zugang zu anderen Tätergesellschaften zu finden, ohne die
Singularität der einzelnen Opfer zu relativieren?
"Ethnische Säuberungen" auch noch am Ende des 20 Jhdts
Die Hoffnung, durch Erinnerung an die Opfer der
Vergangenheit künftigen Ge-waltereignissen vorbeugen zu
können, scheint sich nicht erfüllt zu haben. Auch das 20.
Jahrhundert endet mit kollektiver Verfolgung und Gewalt und
spricht von "ethnischer Säuberung" oder von "noch nicht
erreichten modernen Zivilgesell-schaften". Können aus der
Diskussion, die den Primat der Politik mit einem Primat der
Menschlichkeit konfrontiert, Konzeptionen erwachsen, die
unsere Wachsamkeit gegenüber Menschenrechtsverletzungen
erhöhen und dazu beitragen, der Gewalt vorzubeugen, Gewalt
gegen große Menschengruppen zu verhindern?
Weitere Informationen
Institut für Diaspora- und Genozidforschung, Eva Bartz,
Tel.: 0234/70 79 78, Fax 70 80 79, idgbochum@aol.com,
idg@ruhr-uni-bochum.de.
Programm
Freitag, 26.11.1999
9.00 Uhr, Begrüßung und Einführung, Dr. Hans Günter
Golinski, Direktor des Museum Bochum, Dr. Mihran Dabag,
Direktor des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung,
Bochum
Lineaturen, Sektionsleitung: Dr. Mihran Dabag, Bochum
09.15 Uhr, Prof. Dr. Lucian Hölscher, Bochum: Gewalt als
historische Herausforderung und als Herausforderung für die
Geschichtswissenschaft
10.45 Uhr, Prof. Dr. Claus-E. Bärsch, Duisburg: Normative
Aspekte im modernen Vernichtungswillen. Der Wille zur Gewalt
als Folge der religiösen Dimensionen der
nationalsozialistischen Anschauung von Welt und Volk
Identifizierungen, Sektionsleitung: Prof. Dr. Axel
Schölmerich, Bochum
13.30 Uhr, Prof. Dr. Robert Hettlage, Regensburg Gewalt und
Ehre - Soziologische Erklärungsperspektiven
15.00 Uhr, PD Dr. Jürgen Straub, Erlangen: Gewalt und
Zeichen des Anderen - Psychologische Erklärungsperspektiven
Sinnmuster, Sektionsleitung: Prof. Dr. Käte Meyer-Drawe,
Bochum
16.45 Uhr, Kristin Platt, Institut für Diaspora- und
Genozidforschung, Bochum: Der Zeitzeuge und der Überlebende
18.15 Uhr, PD Dr. Burkhard Liebsch, Essen: »Endlösung« ohne
Ende
Festakt des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung
anläßlich des fünfjährigen Bestehens und der Anerkennung als
wissenschaftliche Einrichtung an der Ruhr-Universität Bochum
Musikalischer Beitrag Ara Malikian, Violine, Serouj
Karadjian, Flügel
Grußworte: Ernst-Otto Stüber, Oberbürgermeister der Stadt
Bochum,
Prof. Dr. Dietmar Petzina, Rektor der Ruhr-Universität
Bochum
Ansprache, Wolfgang Clement, Ministerpräsident des Landes
NRW
Festvortrag, Prof. Dr. Zygmunt Bauman, Leeds: Verfolgung und
Gewalt im 20. Jahrhundert. Gemeinsam geteilte Erfahrungen?
Musikalischer Beitrag, anschl. Empfang und Buffet
Strukturen, Sektionsleitung: Prof. Dr. Wilhelm Bleek, Bochum
14.15 Uhr, Prof. Dr. Eric Markusen, Marshall/Minnesota:
Genozidpolitik: Strukturen und Legitimationen
15.45 Uhr, Staatsminister Dr. Michael Naumann (angefragt):
Kollektive Gewalt und Öffentlichkeit
Ikonen, Sektionsleitung, NN
17.15 Uhr, Prof. Dr. Peter Gendolla, Siegen:
Gewalt-Simulationen. Vom Nutzen und Nachteil der Modelle für
das Leben
18.45 Uhr, Prof. Dr. Gert Mattenklott, Berlin: Über Sprache
und Gewalt. Vom »Wörterbuch des Unmenschen« zur »politisch
korrekten« Sprache
Spuren, Sektionsleitung: NN
09.15 Uhr, Prof. Dr. Kurt Röttgers, Hagen: Spuren der Macht
und Lineatur der Gewalt
10.30 Uhr, Prof. Dr. Anselm Haverkamp, New York/ Frankfurt
a.d. Oder: »Die Zukunft der Gewalt« (Macbeth I.v.58)
Diskurse, Sektionsleitung: Prof. Dr. Bernhard Waldenfels,
Bochum
12.15 Uhr, Prof. Dr. Jan Assmann, Heidelberg: Zur
politischen Theologie der Gewalt
Schlußwort
14.00 Uhr, Ende der Tagung
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Mit freundlichen Gruessen
Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 32-22830, -23930
Fax: + 49 234 32-14136
Josef.Koenig@ruhr-uni-bochum.de
Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle
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