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Erklaerung der AG TU/THs



Bochum, 19.11.1996
Nr. 211

Interkultureller Weitblick statt Spezialisierung
Was die Industrie vom Hochschulabsolventen der Zukunft erwartet
Gemeinsame Erklaerung der Arbeitsgemeinschaft der TU/TH


Absolventen ingenieur- bzw. naturwissenschaftlicher Studiengaenge
sollten nicht aelter als 25 Jahre sein und neben fachspezifischen
Kenntnissen ueber eine Reihe zusaetzlicher Qualifikationen
verfuegen: Grundkenntnisse der Betriebswirtschaft werden ebenso
vorausgesetzt wie Teamfaehigkeit in interdisziplinaeren
Arbeitsgruppen, hoher Praxisbezug, familiaere Mobilitaet und
berufliche Risikofreudigkeit, Marketing- und Managementwissen sowie
ueber das Englische hinausgehende Sprachen. Dieses Idealbild der
jungen Nachwuchskraft entwarfen jetzt auf Initiative der
Arbeitsgemeinschaft der Technischen Universitaeten und Hochschulen
(AG TU/TH) fuehrende Vertreter grosser Industrieunternehmen.

Industrie will mehr Praxisbezug

Die Vorstandsmitglieder Knuth Henneke (ABB AG), Heiner Tropitzsch
(Mercedes Benz AG), Professor Dr. Walter Kunerth (Siemens AG),
Professor Dr. Karlheinz Roesener (Thyssen AG) und Dr. Wolfram
Wagner, Leiter der Technischen Entwicklung/Angewandte Physik der
Bayer AG, formulierten diese Zusatzqualifikationen als wichtige
Voraussetzung fuer die Berufsfaehigkeit zukuenftiger Absolventen
ingenieur- und naturwissenschaftlicher Faecher. Demnach erhielten
diese Ausbildungsbausteine einen aehnlichen Stellenwert wie die
Promotion. Ausserdem beduerfe die Industrie im internationalen
Wettbewerb juengerer Nachwuchskraefte mit hoeherer sozialer
Kompetenz und ,interkulturellem Weitblick". Die Spezialisierung im
Studium sei gegenueber konkretem Praxisbezug eher zurueckzustellen.
Ausserdem forderten die Wirtschaftsvertreter einen
erfolgsorientierten Aufbau des Studiums mit staerkeren Festlegungen
bis zum Vordiplom und eingeschraenkteren
Wiederholungsmoeglichkeiten. Die Hochschulausbildung muesse sich
ferner der Internationalisierung der Maerkte anpassen und
fremdsprachige Studienbausteine - Aufenthalte im Ausland oder
englische bzw. franzoesische Seminare und Vorlesungen -
beguenstigen.

Schneller studieren

Die Rektoren der TU/TH griffen diese Forderungen zur internen
Diskussion gerne auf. Sie versaeumten aber nicht, auf die
umfassenden Aufgaben hinzuweisen, welche die Hochschulen in der
Verbindung von Forschung und Lehre zu leisten haben. In den
Fakultaeten der Technischen Hochschulen und Technischen
Universitaeten sollen die Vorschlaege eingehend diskutiert und nach
Moeglichkeit rasch in Studienverlaufsplaene und Pruefungsordnungen
eingebunden werden. Es bestand zwischen Rektoren und Managern aber
auch Einigkeit darueber, dass nicht nur die Technischen
Universitaeten ein schnelleres Studium und damit juengere
Absolventen gewaehrleisten koennen. Dies sei zum Beispiel auch durch
den Wegfall des 13. Schuljahres zu erreichen. Daher ist zur
Staerkung der Wettbewerbsfaehigkeit deutscher Universitaetsabgaenger
ist fuer die Umsetzung dieser Faktoren auch die Politik gefordert.




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Mit freundlichen Gruessen 

Dr. Josef Koenig 
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum 
- Pressestelle - 
44780 Bochum 
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@rz.ruhr-uni-bochum.de 

Schauen Sie doch bei uns mal rein: 
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