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Frauengastprofessorin lehrt Visuelle Kultur



Bochum, 23.10.1996
Nr. 194

Unsichtbares sichtbar machen mit ,Visueller Kultur"
Prof. Irit Rogoff ist 6. Marie-Jahoda-Gastprofessorin
Kunsthistorikerin aus der University of California, L.A.


Prof. Dr. Irit Rogoff von der University of California in Los
Angeles ist die sechste Gastprofessorin auf der
Marie-Jahoda-Gastprofessur der Ruhr-Universitaet Bochum. Die
Kunsthistorikerin ist seit Anfang Oktober in Bochum und wird bis zum
Ende des Wintersemesters 1996/97 bleiben. Der Forschungsschwerpunkt
von Prof. Rogoff ist die ,Visuelle Kultur", eine Wissenschaft, die
Theorien der Geschlechterdifferenz mit Postkolonialismus und neueren
kritischen Debatten von Minoritaeten sowie der Kunstgeschichte
verknuepft.

Bilder bestimmen die Wahrnehmung

Bilder legen zu einem Grossteil unsere Wahrnehmung und unser Denken
fest; zudem spiegeln sie in ihren Auspraegungen in Werbung, Medien
oder Kunst bestimmte Sichtweisen und Hierarchien wider, selten aber
die ganze Wahrheit. Ein Spaziergang durch die Stadt kann diesen
abstrakt formulierten Umstand schnell verdeutlichen: Blickt man auf
die zahlreichen Werbeplakate, erkennt man, dass es sich bei den dort
abgebildeten Menschen zumeist um junge (oft zudem gutaussehende)
Maenner und Frauen handelt, die ausserdem ,nordeuropaeisch" aussehen
- in jedem Fall spiegeln sie die augenblickliche
Bevoelkerungsstruktur in Deutschland in keinster Weise wider.
UEberhaupt werden vermeintliche Randgruppen (zu der neben
beispielsweise Obdachlosen, aelteren Menschen, Kinder,
auslaendischen Mitbuergern auch Frauen gehoeren koennen) in der
(offiziellen) visuellen Darstellung des oeffentlichen Lebens
ausgeklammert. Das Motto koennte lauten: ,Was man nicht sieht, ist
auch nicht da!"

Visuelle Kultur: ein Wissenschafts-Mix

Es ist aber ,da", und ,es" sichtbar zu machen, ist eines der
Anliegen der Kunsthistorikerin Prof. Dr. Irit Rogoff, seit Anfang
Oktober sechste Marie-Jahoda-Gastprofessorin an der RUB. Ihr
Forschungsgebiet ist die ,Visuelle Kultur", eine Wissenschaft, die
Theorien der Geschlechterdifferenz mit Ansaetzen des
Postkolonialismus und neueren kritischen Debatten von Minoritaeten
sowie der Kunstgeschichte verknuepft.

Gegenseitige Beeinflussung verschiedener Kulturen

In diesem Kontext beschaeftigt sich Irit Rogoff auch mit den
veraenderten Beziehungen von Menschen und Orten, analysiert dabei
Kategorien wie ,Land", ,Nationalitaet" oder ,Staatsangehoerigkeit",
aber auch Konzepte eines kulturellen Pluralismus und geschlechtlich
ausdiffenzierter Raeume. Ihre These: Auch in Deutschland ist die
gegenseitige Beeinflussung der verschiedenen Kulturen bereits viel
weiter fortgeschritten als es die offiziellen Ausdrucksformen (s.o.)
vermuten lassen. Prof. Rogoff kann dafuer einen sehr plastischen
Beweis nennen: das Essen. Seit ihren ersten Deutschlandbesuchen
Mitte der 70er Jahre sei es wesentlich besser und halt
,internationaler" geworden. In ihren verschiedenen Seminaren (im WS
,Terra Infirma - Geographie und Blickstruktur", mittwochs 14-16 Uhr,
GA 03/49), Vorlesungen und Workshops moechte die Kunsthistorikerin
zeigen, dass sich die gegenseitige Beeinflussung nicht auf das Essen
beschraenkt und gleichzeitig Wege erarbeiten, die Beeinflussung
,sichtbar" zu machen.

Weitere Informationen

Weitere Termine und Infos unter 0234/700-2267 oder -5413. 


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Mit freundlichen Gruessen 

Dr. Josef Koenig 
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum 
- Pressestelle - 
44780 Bochum 
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@rz.ruhr-uni-bochum.de 

Schauen Sie doch bei uns mal rein: 
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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