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Armenien-Tagung



Bochum, 18.10.1996
Nr. 189

Ein Land zwischen den Fronten
Armenien und die Nationalitaetenkonflikte
Tagung: ,Deutschland - Kaukasus von 1878 bis zur Gegenwart"


Nationalitaetenkonflikte nehmen wieder verstaerkt zu. Insbesondere
im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, des ehemaligen Jugoslawien
oder in der Tuerkei stellt sich die Frage nach nationaler,
kultureller und ethnischer Identitaet. Auf der Konferenz
"Deutschland, Armenien und der Kaukasus von 1878 bis zur Gegenwart"
(23.10.- 25.10.96 im IBZ, Internationales Begegnungszentrum,
"Beckmarmshof") befassen sich auf Einladung der Bochumer
Wissenschaftler Prof. Dr. Fikret Adanir (Geschichte Suedosteuropas)
und Prof. Dr. Bernd Bonwetsch (Geschichte Osteuropas) Historiker aus
Armenien, den Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik, mit der
besonderen Stellung dieses Christlichen Volkes inmitten
kaukasisch-islamischer Voelker. (Die Medien sind herzlich
willkommen)

Aufbau der Kaukasusforschung an der RUB

Die Idee zur Tagung entstand im Oktober 1994 waehrend der Deutschen
Kulturwochen im Kaukasus. Die beiden Bochumer Historiker entwarfen
damals auf Veranlassung des Auswaertigen Amtes ein historisches
Kolloquium in Jerewan mit dem Ziel, die wissenschaftliche
Zusammenarbeit zwischen Historikern beider Laender auf eine neue
Basis zu stellen. Nach der Aufloesung der Sowjetunion im Jahr 1989
hatte sich ein neues, umfangreiches Themenspektrum der Forschung
geoeffnet. Als Reaktion auf diese AEnderung alter Machtverhaeltnisse
beschlossen die beiden Historiker an der RUB einen
Kaukasusschwerpunkt aufzubauen. Dazu wurden in den letzten Jahren
betraechtliche Bibliotheksmittel aufgewendet und
Nachwuchswissenschaftler gefoerdert. 

Soziale und oekonomische Ursachen des Nationlaitaetenkonflikts

Als zeitlicher Rahmen steht im Mittelpunkt der Tagung die Periode
vom Berliner Kongress 1878, der die Internationalisierung der
"Armenischen Frage" kennzeichnet, ueber die
Selbstaendigkeitsbestrebungen der transkaukasischen Voelker
1917-1921, ihre Integration in die Union der Sozialistischen
Sowjetrepubliken bis in die juengsten nationalstaatlichen
Entwicklungen der Aufloesung der Sowjetunion. Dadurch ergibt sich
die Moeglichkeit, die gegenwaertige ethnisch-nationale
Konfliktsituationen im Kaukasus in ihren historischen Kontext
einzuordnen, ebenso die sozialoekonomischen Aspekte der Ursachen und
Auswirkungen dieser Konflikte herauszuarbeiten, um die Frage nach
den Begriffen Nation, Nationalitaet neu zu definieren. Ein solcher
Zugang erscheint auf den ersten Blick fremd und neuartig. Besonders
in den ehemaligen Sowjetstaaten war es durch den erschwerten Zugang
zu den Archivquellen und den ideologischen Vorgaben schwierig,
solche Fragestellungen zu thematisieren und wissenschaftlich
aufzuarbeiten. Dazu konnte der international renommierte
Armenien-Historiker Richard G. Hovannisian ( Los Angeles, USA)
konnte als Teilnehmer gewonnen werden, und er wird auch durch sein
hohes Ansehen zu einer engeren Zusammenarbeit der Historiker
verschiedener Laender beitragen. Doch auch die Nachwuchsfoerderung
ist ein wichtiger Aspekt beim Aufbau des Bereichs Kaukasusforschung
an der RUB. So referieren zahlreiche junge Wissenschaftler an der
Tagung ueber ihre Forschungsschwerpunkte und erhalten damit die
Gelegenheit, ihre Ergebnisse vorzustellen und mit renommierten
Historikern zu diskutieren.

Weitere Informationen/Programm

Prof. Dr. Bonwetsch, RUB, Fakultaet fuer Geschichtswissenschaft,
44780 Bochum, Tel 0234/7002635




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Mit freundlichen Gruessen 

Dr. Josef Koenig 
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum 
- Pressestelle - 
44780 Bochum 
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@rz.ruhr-uni-bochum.de 

Schauen Sie doch bei uns mal rein: 
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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