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Besserer OEPNV fuer die Region



Bochum, 01.03.1996
Nr. 44

Attraktiverer OEPNV fuer Wattenscheid und die Region
Wirtschaftlichen Nutzen durch Verlaengerung der Linie 310
Konzept in ausgezeichneter Diplomarbeit von RUB-Ingenieur


Fuer Pendler koennte der Weg von Wattenscheid nach Essen mit Bus und
Bahn bald zum Katzensprung werden. In einer Untersuchung an der RUB
stellt Dipl.-Ing. Alexander Buttgereit ein Konzept zur Verbesserung
der OEPNV-Erschliessung und -qualitaet im Bereich
Bochum-Wattenscheid-Hoentrop vor, das auch Anstoesse fuer die
regionale Verkehrsplanung im Ruhrgebiet enthaelt. Demnach sollte die
BOGESTRA-Strassenbahnlinie 310 ueber den heutigen Endpunkt "Hoentrop
Kirche" hinaus fast bis zur Essener Stadtgrenze verlaengert werden
("Stalleikenweg"). Die ebenfalls zu verlaengernde Buslinie 386 fuehrt
dann weiter bis zum Busbahnhof in Essen-Steele. Eine Taktverdichtung
fuer diese Strassenbahn- und Buslinie auf 10 bzw. 20 Minuten soll die
Attraktivitaet der Massnahme steigern. Das problemlose Umsteigen der
Fahrgaeste gewaehrleistet der Entwurf durch eine kombinierte
Bus-/Strassenbahnhaltestelle am neuen Endpunkt der Linie 310. Die
Diplomarbeit von Dipl.-Ing. Buttgereit wurde von Prof. Dr.-Ing. Werner
Brilon und Dr. Ing. Sigrid Westphal (Verkehrswesen, Fakultaet fuer
Bauingenieurwesen der RUB) betreut. Sie erhielt 1995 einen der Preise
der RUB als beste Arbeit aus der Fakultaet fuer Bauingenieurwesen.

Folgen fuer den motorisierten Individualverkehr

Zugunsten der Strassenbahn sowie der schwaechsten Verkehrsteilnehmer,
den Fussgaengern und Radfahrern, stuende fuer den Kfz-Verkehr anstelle
der bisherigen zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung nur noch einer zur
Verfuegung. Die Leistungsfaehigkeit des "Wattenscheider Hellwegs", der
von der Massnahme betroffen waere, bleibt weiterhin gewaehrleistet.
Aufgrund des vorgesehenen Strassenquerschnitts, der in diesem Entwurf
beidseitige Radfahrstreifen sowie erweiterte Gruenflaechen enthaelt,
koennen lediglich im Bereich der Haltestellen keine Parkstreifen
eingerichtet werden. Die in Mittellage angeordneten Haltestellen
sollen mit modernen Warteflaechen fuer die OEPNV-Benutzer ausgestattet
sein. Der Zugang zu den Haltestellen wird durch Ampeln gesichert.

Wirtschaftlicher Nutzen

Solche Umbaumassnahmen erfordern eine Nettoinvestitionsaufwendung von
15,5 Mio. DM sowie einen um zwei Strassenbahnen und einen Bus
erhoehten Fahrzeugbedarf zur Taktverdichtung. Dennoch errechnet
Dipl.-Ing. Buttgereit positive Effekte fuer die Nutzer des
oeffentlichen Verkehrs durch eine Reisezeitverkuerzung um ca. 353.600
Stunden pro Jahr und eine Verkuerzung der mittleren Fussweglaengen um
ca. 200 km pro Werktag. Das Ergebnis der gesamtwirtschaftlichen
Betrachtung des Entwurfs: Die Nutzen uebersteigen die Kosten um ca.
4,3 Mio. DM pro Jahr.

Begleitende Massnahmen und regionale Perspektive

Durch flankierende Massnahmen soll zusaetzlich der motorisierte
Individualverkehr (MIV) reduziert werden. Dies geschieht laut
Konzeption mit Hilfe der Einrichtung von staedtebaulich gut
integrierten B&R- (Bike & Ride) sowie P&R-Parkplaetzen (Park & Ride)
an wichtigen Verkehrsknotenpunkten. Fuer diese wird keine Parkgebuehr
erhoben. Stattdessen loest der Umsteiger vom MIV auf den OEPNV z.B.
ein Tagesticket. Als notwendige Ergaenzung hierzu waere eine gezielte
Parkraumbewirtschaftung und -reduzierung in den Innenstaedten
erforderlich. Gleiches solle auch in den Einkaufs- und
Freizeitschwerpunkten geschehen. Diese Massnahmen greifen in einem
Ballungsraum wie dem Ruhrgebiet jedoch nur dann, wenn sie nicht lokal
begrenzt sind, sondern konsequent in der gesamten Region angewendet
werden. Die Verbesserung des OEPNV-Angebots zwischen
Wattenscheid-Hoentrop und Essen kann ein Anfang dafuer sein.
Allerdings bedarf es dazu einer gezielteren Aufklaerung in der
Bevoelkerung ueber die vorhandenen Befoerderungsmoeglichkeiten im
OEPNV. Schliesslich lautet ein zentrales Ergebnis einer
Begleituntersuchung, dass ein grosses Fahrtenpotential fuer den OEPNV
vohanden ist, das wegen mangelnder Kenntnis des Angebots nicht genutzt
wird.

Weitere Informationen

Naehere Auskuenfte ueber diesen Entwurf zur Verbesserung der
Verbindung Hoentrop - Essen sowie moegliche alternative
Gestaltungskonzepte fuer den "Wattenscheider Hellweg" erteilt:

Dipl.-Ing. Alexander Buttgereit,  Tel. (dienstl.) 02361/586123; priv.:
Heinrichstrasse 50, 45891 Gelsenkirchen, Tel.: 0209 / 797461, Fax.:
0209 / 786044




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Mit freundlichen Gruessen 

Dr. Josef Koenig 
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum 
- Pressestelle - 
44780 Bochum 
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@rz.ruhr-uni-bochum.de 

Schauen Sie doch bei uns mal rein: 
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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