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Deutsch-israelische Beziehungen



Bochum, 14.02.1996
Nr. 35


Erinnern auch im 51. Jahr “danach”
Von schwierigen Beziehungen zweier Völker
Tagung “Deutschland, Israel und der Holocaust”


Die “Lust am Erinnern” wie “Last der Vergangenheit” kennzeichnen die
schwierigen Beziehungen zwischen Deutschen und Israelis. Mit einer
Tagung “Deutschland, Israel und der Holocaust” (21.-23. Februar 1995,
DGB-Bildungszentrum Hattingen) unternehmen das Forschungsinstitut für
Arbeiterbildung an der RUB (FIAB, Recklinghausen) und das
DGBildungswerk den Versuch, den unterschiedlichen Umgang mit dem
Holocaust in den beiden Ländern, Veränderungen seiner Interpretation
im jeweiligen öffentlichen Bewußtsein und seinen Stellenwert für die
deutsch-israelischen sowie deutsch-jüdischen Beziehungen zu
thematisieren. Auf diese Weise soll auch ein Zeichen dafür gesetzt
werden, daß die Erinnerung an den Holocaust auch im 51. Jahr “danach”
und für die Zukunft notwendig bleibt. (Programm siehe unten; die
Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen.)

Ambivalentes Verhältnis

1995 war durch zahlreiche Gedenkfeiern zum 50. Jahrestag der
Befreiung der Überlebenden des Holocaust aus den Konzentrationslagern
und des alliierten Siegs über das nationalsozialistische Terrorregime
gekennzeichnet. Im gerade fünf Jahre neu vereinigten Deutschland
wurde vor diesem Hintergrund einmal mehr die Frage nach der Bedeutung
des 8. Mai 1945 als Tag der Niederlage oder der Befreiung
aufgeworfen, und das z. T. in einer Weise, die
geschichtsrevisionistische Absichten befürchten ließ. Gleichzeitig
diagnostizierte der “Spiegel” in der deutschen Öffentlichkeit eine
bis dato ungekannte “Lust am Erinnern”, die sich bei näherem Zusehen
allerdings oft als ebenso ambivalent erwies, wie die Diskussion über
das nationale Holocaustmahnmal in Berlin-Mitte.

Israel und der Holocaust

In Israel - dem Land der “siebten Million”, d.h. der zionistischen
Einwanderer und der Überlebenden des Holocaust - wurde von jüngeren
Historikern ebenfalls eine (anders motivierte) Debatte angestoßen, in
der die Frage nach der Bedeutung des Holocaust für die jüdische
Gemeinschaft vor und nach der Staatsgründung und für die künftige
Identität Israels neu gestellt wird. Diesen unterschiedlichen Umgang
mit der Geschichte des Holocaust wollen die Tagungsteilnehmer in
Vorträgen und einer Podiumsdiskussion nachgehen.

Weitere Informationen

Franz-Josef Jelich, Forschungsinstitut für Arbeiterbildung an der
Ruhr-Universität Bochum, Kirchplatz 2, 45657 Recklinghausen, Tel.
02361/57034-35; Fax: 02361/183362

Programm

Mittwoch, den 21. Februar 1996

14.15 Uhr, Begrüßung und Eröffnung

14.30 Uhr, Deutschland und Israel - auf Dauer eine besondere
Beziehung, Grußwort: N.N.

15.00 Uhr, Der Holocaust in der Geschichte, Prof. Dr. Hans Mommsen
(Bochum)

16.45 Uhr, Der Holocaust in der Erinnerung, Prof. Dr. Detlef Hoffmann
(Oldenburg)

19.30 Uhr, Literaturlesung zum Thema der Tagung, Inge Deutschkron
(angefragt)

Donnerstag, den 22. Februar 1996

9.00 Uhr, Vom Jischuw zum Staat - Die Bedeutung des Holocaust für das
kollektive Bewußtsein und die Politik in Israel: Prof. Dr. Moshe
Zimmermann (Jerusalem)

11.00 Uhr, Das heutige Deutschland und der Holocaust aus israelischer
Sicht, Prof. Dr. Dan Diner (Essen/Tel Aviv)


14.30 Uhr, Unsicher, umstritten und unentbehrlich: Öffentliches
Erinnern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in der
Bundesrepublik Deutschland, Prof. Dr. Peter Reichel (Hamburg)

16.30 Uhr, Als “antifaschistischer “ Staat nicht betroffen? - Die DDR
und der Holocaust, Dr. Annette Leo (Berlin/Recklinghausen)

Freitag, den 23. Februar 1996

9.00 Uhr,  Die “Last der Vergangenheit”, Juden in Deutschland heute
und die Zukunft der deutsch-israelischen Beziehungen, Podiumsgespräch
mit: Henryk M. Broder (Berlin / angefragt); Dr. Anke Martiny (Tel
Aviv); Dr. Rafael Seligmann (München): Gad Shimron (Bonn); Siegfried
Vergin, MdB (Mannheim); - Moderation: Prof. Dr. Bernd Faulenbach
(FIAB, Recklinghausen/Bochum)

12.30 Uhr, Ende der Tagung


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Mit freundlichen Gruessen

Dr. Josef Koenig
RUB - Ruhr-Universitaet Bochum
- Pressestelle -
44780 Bochum
Tel: + 49 234 700-2830, -3930
Fax: + 49 234 7094-136
Josef.Koenig@rz.ruhr-uni-bochum.de

Schauen Sie doch bei uns mal rein:
http://www.rz.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle

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