Dilthey-Forschungsstelle

Dilthey-Forschungsstelle

Kurzinformation über die Dilthey-Forschungsstelle und ihre Arbeitsprojekte

Der Philosoph Wilhelm Dilthey (1833-1911) gilt als einer der wichtigsten Theoretiker der Geisteswissenschaften und als Klassiker der Hermeneutik, und sein Denken findet wachsend Interesse und Anerkennung auch außerhalb des deutschen Sprachraums. Nach seinem Tod initiierten seine Schüler die Ausgabe der "Gesammelten Schriften", von der bis 1936 zwölf Bände erschienen sind. Sie begründen Diltheys Ruhm als Klassiker der Theorie des Verstehens.

Seit 1967 wurde im Institut für Philosophie der Ruhr-Universität Bochum an der Fortführung dieser Ausgabe gearbeitet. Auf der Basis eines Langzeitprojektes der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) konnten weitere 14 Bände der "Gesammelten Schriften" Diltheys herausgegeben werden. Diese Werkreihe ist mit dem Erscheinen der Bände 25 und 26 (2005/06) zum Abschluss gekommen. Seit Dezember 2006 ist die "Edition von Wilhelm Diltheys Briefwechsel (1852-1911)" in Arbeit. Band I ist im Mai 2011 erschienen. Gefördert wird diese dreibändige Ausgabe ebenfalls von der DFG.

1983 wurde von F. Rodi am Bochumer Institut für Philosophie die "Dilthey-Forschungsstelle" begründet, die der Dilthey-Forschung ein Zentrum gegeben und neben jener Editionsarbeit eine Reihe weiterer Aktivitäten entfaltet hat. So wurden zwischen 1983 und 2000 zwölf Bände des "Dilthey-Jahrbuchs für Philosophie und Geschichte der Geisteswissenschaften" herausgegeben. Es erfolgten zudem Editionen nachgelassener Schriften und Briefe von Schülern Diltheys, wie Georg Misch, Josef König und Helmuth Plessner, und auch diese Arbeit wird fortgesetzt.

Die Forschungsstelle unterstützt sodann auch die Herausgabe von Diltheys Schriften im Ausland. In Zusammenarbeit mit der Emory University, Atlanta, entsteht eine sechsbändige Übersetzung von "Selected Works" Wilhelm Diltheys, von der inzwischen 4 Bände erschienen sind. Von einer russischen Ausgabe, die von Bochum aus unterstützt wird, kamen bisher 3 Bände heraus. Eine portugiesische Übersetzung ist 2011 erschienen. Diese Übersetzungsprojekte werden sämtlich von der Fritz Thyssen Stiftung (Köln) gefördert, was auch für eine in Frankreich herausgegebene Dilthey-Ausgabe gilt. Schließlich berät die Bochumer Forschergruppe die Herausgeber einer zwölfbändigen japanischen Übersetzung.

Seit 2009 edieren Gudrun Kühne-Bertram, Hans-Ulrich Lessing und Frithjof Rodi in Zusammenarbeit mit Dr. Ursula Boelhauve (RWTH Aachen) Schriften Otto Friedrich Bollnows in einer zwölfbändigen Studienausgabe. Gefördert wird das Projekt durch die Robert Bosch Stiftung. Sechs Bände sind bereits erschienen.

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