| Friedrich Heinrich Jacobi: Briefwechsel. |
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Friedrich Heinrich Jacobi (1743-1819), Dichter, Wirtschaftsreformer und Philosoph. Seine Briefe und Werke
zeigen ihn als einen Vertreter der späten Aufklärung, der jedoch zugleich ihre Schattenseiten, also die
"Dialektik der Aufklärung", ins Bewußtsein gehoben hat. Hierdurch ist er, nach einem Wort Hegels,
zum "Wendepunkt der geistigen Bildung der Zeit" und zum Anreger und kritischen Begleiter der
Klassischen Deutschen Philosophie nach Kant geworden.
Echte und fingierte Briefe prägen sein Schaffen: ein Briefroman (Allwill), ein Roman mit eingestreuten
Briefen (Woldemar), beide in mehreren Fassungen, ferner ein "Sendschreiben" an Johann Gottlieb Fichte
und etwa 2600 überlieferte Briefe zeugen von der Bedeutung, die er dieser literarischen Form geistigen
Austauschs gegeben hat. Jacobi hat mit fast allen namhaften Vertretern des geistigen Lebens
seiner Epoche in Briefwechsel gestanden – genannt seien hier nur Wieland, Lessing, Herder, Goethe
und Schiller; Mendelssohn, Hamann, Kant, Fichte, Reinhold und Hegel; Schleiermacher und die Brüder Humboldt.
Diese Ausgabe des Briefwechsels erscheint im Verlag frommann-holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt.
Sie ist von Michael Brüggen und Siegfried Sudhof begründet worden. Danach ist sie
von Heinz Gockel (Otto-Friedrich-Universität Bamberg) geleitet worden. Im Jahr 2003 ist die Projektleitung
an Walter Jaeschke (Ruhr-Universität Bochum) übergegangen. Die Ausgabe wird gegenwärtig von der Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf, gefördert. Sitz der Forschungsstelle ist das Hegel-Archiv.
Der Briefwechsel Jacobis ist bis 2005 von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften herausgegeben worden. Nach dem Ende der Förderung im Akademienprogramm hat die Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf, in eben so freundlicher wie großzügiger Weise die Förderung der Ausgabe bis zum Sommer 2010 übernommen. Bis dahin wird die Edition der Bände 7 und 8 mit dem Briefwechsel aus Jacobis letzten Düsseldorfer Jahren, bis zu seiner Flucht vor den französischen Besatzungstruppen im September 1794, abgeschlossen sein.
An der Ausgabe arbeiten gegenwärtig Dr. Carmen Götz, Dr. Manuela Köppe, PD Dr. Rebecca Paimann und Dr. Jürgen Weyenschops.
Die Ausgabe erscheint in zwei Reihen. In Reihe I, "Texte", ist zuletzt im September 2005 Band 5 mit den Briefen des Jahres 1786 erschienen, herausgegeben von Walter Jaeschke und Rebecca Paimann.
Es folgt Bd. 6, herausgegeben von Jürgen Weyenschops, mit den Briefen vom 1. Januar 1787 bis zum
30. Juni 1788, also bis zum Tod Johann Georg Hamanns, des in diesen Jahren wichtigsten Briefpartners
Jacobis. In der Reihe II, "Kommentar", wird in Kürze Band 5 (mit dem Kommentar zum Textband 5) erscheinen, unter Mitarbeit von Rebecca Paimann hrsg. von Irmgard Huthmacher.
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